Studie: Auch satte Kinder naschen

Es gab gerade etwas zum Mittag. Trotzdem können die wenigsten Kinder Naschkram widerstehen. Experten warnen aber, dass Ausnahmen nie die Regeln werden sollten, da der Nachwuchs sonst das „Überessen“ lernt.

Gerade in der Adventszeit gibt es reichlich zu Essen. Neben dem Knupserhäuschen steht noch ein Teller mit Lebkuchen und Plätzchen sind natürlich auch da. Auf Kinder haben die Naschereien oft eine magische Anziehungskraft – auch dann, wenn sie gar nicht wirklich hungrig sind.

Holly Harris vom australischen QUT-Institut für Gesundheitsforschung und biomedizinische Innovation an der Queensland University of Technology in Brisbane hat nun untersucht, wie sich das Naschen auswirkt.  Das Ziel ihrer Studie war es, zu untersuchen wie sich kleine Kinder verhalten, wenn ihnen Süßes angeboten wird, obwohl sie satt sind und wie das Essverhalten von den Eltern beeinflusst wird.

Süßigkeiten lieben schon die Kleinsten
Schon die Kleinsten lieben Süßes (c) Panthermedia Lisa Young)

An der Studie nahmen 37 Kinder teil. Alle hatten vorher eine kalorien- und energiereiche Mahlzeit gegessen und bekamen kurz darauf eine hochkalorische Süßigkeit angeboten. 100 Prozent der Kinder nahmen das Angebot an, obwohl die meisten von ihnen (80 Prozent) vorher erklärt hatte, sehr satt zu sein.

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Vor allem aber zeigte ihre Studie auch, dass von Müttern ausgeübter Druck dazu führe, dass Kinder auch ohne Hunger essen würden. Eigentlich, so die Forscher, kämen Menschen mit der Fähigkeit auf die Welt, ihre Essensaufnahme nach Bedarf zu regeln. Kleinkinder nähmen nicht viel mehr auf, als ihr Körper brauche. Doch mit zunehmendem Alter registrierten Kinder die Fülle und den Wert von Lebensmitteln als Belohnung und verlören damit ihre Fähigkeit, angemessen auf Appetit zu reagieren.

„Die mangelnde Fähigkeit, sich bei hochenergetischen Lebensmitteln beherrschen zu können, hat wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Energiebilanz und den Gewichtsstatus der Kinder“, erklärt Studienleiterin Harris. Sie kritisiert, dass der Konsum von leicht erhältliche, energiereiche Lebensmittel besonders gefördert würde, denn durch dieses Überangebot von diesen Lebensmittel bekämen Kinder ständig Essensreize, die  zu einem Ungleichgewicht zwischen der Energie- und Nahrungsaufnahme und dem Gewicht führten. Die Erkenntnisse der Studie könnten aber helfen, dass dies erkannt werde und Kindern nicht zu viel angeboten werde.

„Die Erhaltung der Fähigkeit, die Energieaufnahme früh im Leben zu kontrollieren, könnte der Schüssel sein, um im späteren Leben den Umweltreizen widerstehen zu können“, hofft Harris.

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