Jahresbericht: die größten Vergiftungsgefahren für Kinder

In ihrem Jahresbericht warnen Giftexperten vom Göttinger Giftinformationszentrum: Zu leicht geraten giftige Stoffe in Kinderhände. Von diesen Vergiftungen sind Kinder unter 4 Jahren besonders häufig betroffen…

Egal ob Tropfen oder Tabletten – Medikamente sollten nicht in die Hände von Kindern gelangen. Das Giftinformationszentrum Nord (GIZ-Nord) in Göttingen legte jetzt seinen aktuellen Jahresbericht vor und weist aus diesem Anla14 ausdrücklich auf die Gefahren von herumliegenden Pillen & Co. hin. Denn mehr als jede dritte Anfrage, die die Experten erreichte, betraf eine Arzneimittelvergiftung.

Insgesamt dokumentierten die Experten knapp 32 000 Vergiftungsfälle im Jahr 2013. Rund 14.000 Fälle betrafen Kinder im Alter bis zu vier Jahren. Die größten  Vergiftungsgefahren für Kinder sind neben Pflanzen und  chemischen Produkten die Arzneimittel. Die Göttinger Giftexperten, die bundesweit beraten, registrierten mehr als 4900 Fälle, in denen  Reinigungsmittel und andere Chemikalien von Babys und Kleinkindern geschluckt wurden. 3.400 Vergiftungen waren auf das Einnehmen von Medikamenten zurückzuführen.

Vergiftungen: Kinder unter 4 Jahren besonders gefährdet (© Thinkstock)
Vergiftungen: Kinder unter 4 Jahren besonders gefährdet (© Thinkstock)

Das häufigste Medikament, dass von Kindern geschluckt wurde, war die Antibabypille mit 230 Meldungen. „“Hierbei treten glücklicherweise meist nur leichtere Vergiftungssymptome auf. Richtig gefährlich wird es aber beispielsweise, wenn Kinder die Herztabletten ihrer Oma in die Finger bekommen“, erklärt Giftexperte und stellvertretende Leiter des GIZ-Nord, Andreas Schaper.

Eltern und  Großeltern sollten daher Medikamente immer so lagern, dass sie für Kinder nicht zugänglich sind.


Tipp: Für den Notfall im die Nummer des Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen in der Nähe des Telefons haben. Unter der Notrufnummer 0551-19240 sind die Experten rund um die Uhr erreichbar.

Die wichtigsten Nummern – auch zum Ausdrucken – haben wir für Sie im Artikel „Wo finde ich im Notfall Hilfe?“ zusammengestellt.

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