Kampf gegen das Hebammen-Aus: Erster Erfolg

Mütter, Väter und Hebammen organisieren Aktionen für den Erhalt der freiberuflichen Geburtshilfe. Mit Erfolg: bei einem ersten Treffen mit den Hebammenverbände erklärte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, dass er gemeinsam mit den Verbänden an einer langfristigen und strukturellen Lösung des Haftpflichtproblems arbeiten wolle.

Die Situation ist dramatisch. Da die Nürnberger Versicherung aus den Versicherungskonsortien der Hebammenverbände aussteigt,  haben Deutschlands Hebammen ab dem Sommer 2015 keine Haftpflichtversicherung mehr. Das bedeutet ein Berufsverbot, denn ohne Versicherungen dürfen freiberufliche Hebammen nicht arbeiten. Das drohende Aus entsetzt Mütter und Väter und sorgt für eine Welle der Solidarität. Auf der liliput-lounge berichteten wir über die schwere Situation der Hebammen und über zwei der organisierten Aktionen zu Unterstützung. Die Petition www.change.org/hebamme hat mittlerweile über 150.000 Unterstützer gefunden.

Am Dienstag, den 18.2.2014 hat es nun ein erstes Gespräch der Hebammenverbände mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gegeben.  Die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V. Martina Klenk teilte nach dem Treffen mit:

Wir haben Anlass zur Hoffnung, dass die Haftpflichtfrage endlich politisch angegangen wird.

Zunächst solle es ab Sommer 2014 eine kurzfristige Lösung geben, mit der die Kosten der Haftpflicht der betroffenen Hebammen ausgeglichen werden. Gemeinsam mit den Hebammenverbänden wolle der Gesundheitsminister aber auch eine langfristigere und  strukturelle Lösung  erarbeiten.  Martina Klenk erklärte, dass ihr Eindruck sei, dass das Anliegen der Vebände sehr ernstgenommen werde. „Herr Gröhe hat nicht nur die Haftpflichtproblematik, sondern auch die Versorgungssituation mit Hebammenleistungen im Blick.“

Ein Symbol für die Welle der Solidarität im Netz  (c)https://www.facebook.com/groups/hebammenunterstuetzung
Ein Symbol für die Welle der Solidarität im Netz (c)https://www.facebook.com/groups/hebammenunterstuetzung

Die kommende Woche wird spannend. Während viele Aktionen weiter laufen und immer Menschen überhaupt auf die Problematik aufmerksam werden, wird in diesen Tagen der Abschlussbericht der interministeriellen Arbeitsgruppe „Versorgung mit Hebammenhilfe“ erwartet. Schon in der vergangenen Legislaturperiode tagte diese Gruppe. Die Ergebnisse des Berichtes sollen als Grundlage dafür dienen, Antworten auf die strukturellen Probleme des Hebammenwesens zu finden. Wird es möglich sein, die Haftpflichtproblematik zu klären und auch eine Haftungsobergrenze für Hebammen zu regeln, so wie es die Verbände fordern? Werden Mütter weiterhin die Wahl haben in der Schwangerschaft so betreut zu werden, wie sie es sich wünschen?

Die Hebammen brauchen unsere Unterstützung!
Die Hebammen brauchen unsere Unterstützung!

Die liliput-lounge unterstützt den Kampf gegen das Aus der freiberuflichen Geburtshilfe. In den nächsten Wochen werden wir darum verstärkt über die Arbeit der Hebammen, deren Hilfe und Unterstützung nicht nur für uns in der journalistischen Arbeit, sondern auch für uns persönlich in der Schwangerschaft, der Geburt und in der ersten Zeit mit unseren Kindern sehr wichtig war, berichten.

Herzenssache: Youtube-Dank an die Hebammen