Neue Studie: Jedes zweite Kind ist im Kindersitz falsch angeschnallt

Fast jedes zweite Kind unter zwölf Jahren fährt nicht richtig gesichert im Kindersitz mit. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV).

Wer seine Kinder mit dem Kindersitz im Auto transportiert, muss auf das richtige Anschnallen achten. Denn Fehler können lebensgefährlich sein.

Die TU Berlin hat im Auftrag der UDV zwischen Juni 2016 und September 2017 insgesamt 1042 Personen befragt und bei ihnen den Kindersitz überprüft. Heraus kamen alarmierende Ergebnisse: Fast jedes zweite Kind unter zwölf Jahren (ganze 48 Prozent) fährt nicht richtig gesichert im Kindersitz mit. Das ist das Ergebnis einer Stichprobe im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV).

Die größten Fehler betreffe die Gurtführung, erklärt Siegfried Brockmann von der UDV das Ergebnis. Bei der Sitzbefestigung laufen die Gurte oft nicht durch die richtigen Öffnungen oder sind zu wenig angezogen.

Etwa die Hälfte der angesprochenen Eltern hatte keine exakte Kenntnis darüber, wie die Sitze richtig zu handhaben sind und etwa jeder Fünfte (20 Prozent) war sich der Fehler bei der Kindersicherung sogar bewusst. Diese führten Gründe wie Zeitnot oder eine nur sehr kurze Fahrtstrecke an.

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„Das Hauptproblem ist, dass die Leute Fehler machen und es nicht besser wissen“, sagt Brockmann. Meist geben die Hersteller zwar eine ausführliche Anleitung mit, doch die sei oft nur schwer verständlich. Siegfried Brockmann rät Eltern, sie sollen sich schon gleich beim Kauf der Sitze deren korrekten Einbau mit den Gurten ausführlich im Fachhandel zeigen lassen.

 

Baby im Autositz
Kindersitze – wichtig für die Sicherheit im Auto (c) Thinkstock

 

Tipps für richtiges Anschnallen im Kindersitz

Wer die Sicherheitsregeln für Kindersitze auffrischen möchte, sollte sich diese Tipps durchlesen und sie beachten. Eine falsche Handhabe, auch über nur kurze Strecken, kann für Kinder lebensbedrohlich werden.

Klasse 2/3-Sitze (Kinder von etwa 15 bis 36 Kilo)

Hier muss nicht nur der Beckengurt unter zwei Höckern durchgeführt werden, sondern auf der Seite des Gurtschlosses auch der Schultergurt. Der Gurt muss zudem richtig straff gezogen werden und in Schlüsselbeinhöhe des Kindes verlaufen. Viele Sitze haben dort eine Führung.

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Babyschalen (Klasse 0/0+) und Klasse-1-Sitze (9 bis 18 Kilo)

Zuerst wird der Sitz mit den Autogurten oder am Isofix-Befestigungssystem fixiert. Ohne Isofix muss der Autogurt den Sitz halten. Teilweise muss der Kindersitz dazu vorgeklappt werden.
Wenn man den Schultergurt durchführt, muss man ihn meist mit einer Klammer in einer Position fixieren.

„Man muss aber immer noch einmal am Sitz wackeln, der muss richtig straff drinsitzen“, so Brockmann. Denn selbst dann schnellt der Sitz bei einem Unfall noch durch die Wucht einige Zentimeter nach vorn. Das Kind selbst wird dann durch Hosenträgergurte des Sitzes gehalten.

Mit einer sogenannten Zunge unten lässt sich der Gurt straffziehen. Und ganz wichtig: Babyschalen müssen immer entgegen der Fahrtrichtung eingebaut werden.

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Hier lest ihr noch mehr zur Sicherheit für eure Kinder bei Kindersitzen – auch was ein Zettel am Kindersitz bewirken kann!

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