Hustensaft mit Codein für Kinder ab sofort verboten

Der Wirkstoff Codein kann bei Kindern zu schweren Atemproblemen führen, die tödlich enden können. Die Behandlung mit codeinhaltigem Hustensaft bei Kindern ist ab sofort nicht mehr erlaubt. Grund: der Wirkstoff kann zu schweren Atemproblemen führen, die tödlich enden können. Auch Stillende werden ausdrücklich gewarnt!

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erklärt, dass ab sofort eine Behandlung von Kindern und Jugendlich mit codeinhaltigem Hustensaft nichtfür Kinder unter 12 Jahren nicht mehr erlaubt ist. Der  „Codeinsaft-CT  5 mg/5 m“ darf nicht mehr von Apotheken herausgeben werden, das ist das Ergebnis einer aktuellen Risikobewertung.  Zudem müssen Arzneimittel mit Codein müssen einen kindersicheren Verschluss haben.

In einer Mitteilung des Bundesinstitutes heißt es: „Diese Maßnahmen sind das Ergebnis einer Neubewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses codeinhaltiger Arzneimittel, die auf europäischer Ebene stattfand. Zuvor waren in Europa mehrere tödliche oder lebensbedrohliche Fälle einer Atemdepression (Abflachung bzw. Herabsetzung der Atmung) bei Kindern bekannt geworden.“ In Deutschland selbst wurde zwischen 1978 und 2014 ein Todesfall wegen einer Einnahme von Codein bei einem Kind gemeldet.

 

Hustensaft mit Codein ab sofort für Kinder verboten ©Thinkstock
Hustensaft mit Codein ab sofort für Kinder verboten ©Thinkstock

Auch für Jugendliche mit Atemproblemen sollten ebenfalls das Medikament nicht nehmen. Ausdrücklich gewarnt werden auch stillende Mütter, da das Medikament über die Muttermilch vom Säugling aufgenommen wird. Der Wirkstoff Codein ist eine natürlich vorkommende chemische Mischung, die als Hustenstiller und Schmerzmittel eingesetzt wird. Allerdings reagieren einige Menschen sehr schnell auf das Codein, das im Körper zu Morphin umgewandelt wird. Das kann schwere Folgen wie massive Atemprobleme auslösen. Vor allem bei Kindern sei die körperliche Reaktion unvorhersehbar.

Die ausdrücklich Warnung des BfArM:

  • Codein zur Behandlung des Hustens darf bei Kindern unter 12 Jahren wegen des Risikos schwerwiegender Nebenwirkungen (z.B. Atemprobleme) nicht mehr angewendet werden.
  • Stillende Mütter dürfen Codein wegen des Risikos für den Säugling nicht mehr anwenden.
  • Für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren mit Atemwegsbeeinträchtigungen wird Codein wegen der erhöhten Anfälligkeit für Atemstörungen nicht mehr empfohlen.
  • Eltern und Pflegepersonal, die eines der folgenden Symptome bei Patientinnen und Patienten beobachten, die Codein anwenden, sollten die Medizin absetzen und unverzüglich ärztlichen Rat einholen:
    Verlangsamte oder flache Atmung; Verwirrung, Müdigkeit, enge Pupillen, Übelkeit, Verstopfung oder Appetitverlust.

Weitere Informationen: Kein Codein für Kinder

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