Hochschwangere Athletin läuft bei US-Meisterschaft

Fünf Mal war Alysia Montano (28) US-Champion. In sechs Wochen erwartet sie ihr erstes Kind – und lief trotzdem mit bei der Leichtathletik-Meisterschaft.

„Ich habe in meiner ganzen Schwangerschaft Sport gemacht“, erklärt Alysia Montano. „Schwangere Frauen, die trainieren, werden schnell stigmatisiert. Aber die Wahrheit ist, dass es gut für die Mutter und das Kind ist“, sagt die Sprinterin, die als eine der schnellsten Frauen der USA gilt. Ihre beste Disziplin: Der 800 Meter Sprint. Die 28jährige ging auch in diesem Jahr wieder an den Start. Mit deutlich sichtbarem Babybauch lief sie in Sacramento unter dem Jubel der Zuschauer.

Hochschwanger bei Meisterschaft ©http://alysiamontano.blogspot.de/
Hochschwanger bei Meisterschaft ©http://alysiamontano.blogspot.de/

Seit ihrem fünften Lebensjahr läuft und trainiert Alysia Montano. Auch während ihrer Schwangerschaft lief sie etwa fünf Tage in der Woche. Weil es sich für sie gut anfühlte, wie sie selbst in ihrem Blog schreibt. „In der 30. Schwangerschaftswoche fühlt mich einfach großartig. Jedenfalls so großartig, wie sich eine Frau, die die Tage zählt und zehn Kilogramm zugenommen hat, fühlen kann. Dass ich mich körperlich und seelisch so gut fühle, dafür war ich dankbar. In den ersten Wochen trainierte ich nicht und fühlte mich mies. Als ich wieder mehr bewegte, setzte war das ein riesiger Energieschub für meinen Körper und meine Seele.“

Kurz vor dem Sprint mit Babybauch ©http://alysiamontano.blogspot.de/
Kurz vor dem Sprint mit Babybauch ©http://alysiamontano.blogspot.de/

Und darum trat sie auch an. Um ein Zeichen zu setzen, dass sich Schwangere nicht verstecken müssen. Das jede auf ihr eigenes Wohlsein achten kann und wenn sie mag eben auch Sport betreiben kann.“Ich fühlte, dass ich so Menschen zeigen konnte, wie es aussieht, wenn eine Schwangere sich gut fühlt. Und ich wollte zeigen, dass berufstätige Frauen oft ihre Karriere fortsetzen, wenn sie schwanger sind. Das gilt auch in meiner Branche.“

Alysia Montano wolle keinen Rekord aufstellen. Dass sie nicht als Erste ins Ziel gehen würde, war ihr klar, doch mit 2:32,13 Minuten lief sie beeindruckend schnell, auch wenn das weit unter ihrer Bestzeit von 1:57.34 lag, die sie 2010 erreichte. Sie wollte einfach nur dabei sein.

Alysia Montano beim 800 Meter Lauf © www.usatf.tv
Alysia Montano beim 800 Meter Lauf © www.usatf.tv

 

Nach dem Lauf erhielt die Athletin viel positives Feedback. Nun freut sie sich auf die Geburt und wird sicher danach weiter trainieren.

Wer sehen möchte, wie die werdende Mutter läuft, muss schnell gucken – denn die meisten Läuferinnen überholen sie rasch: Video auf USATF.