Plakat-Kampagne für Smartphone-Eltern: Sprechen Sie lieber mit ihrem Kind!

In der einen Hand das Smartphone, in der anderen Hand den Kinderwagen. Immer mehr Eltern beschäftigen sich mehr mit ihrem Telefon als mit ihrem Kind. Die Stadt Frankfurt hat nun eine Plakataktion gestarte und fordert: „Sprechen Sie lieber mit ihrem Kind.“

Mal eben eine SMS schreiben, während das Kind eine Sandburg baut. Nur mal eben der Freundin bei Facebook antworten, während man den Kinderwagen durch den Park schiebt. Immer mehr Eltern stehen mit ihrem Handy oder Smartphone in Dauerkontakt, haben ihr Display stets im Blick – aber eben nicht mehr ihr Kind.

Die Stadt Frankfurt hat nun eine besondere Maßnahme gestartet. Eine Plakataktion der Bundesinitiative „Frühe Hilfen“ soll Eltern dazu anregen, über ihren Handy-Konsum nachzudenken. „Sprechen Sie lieber mit ihrem Kind“ kann man nun auf Plakaten an jeder dritten Litfaßsäule und in jeder U-Bahn-Station zu lesen. Die Bilder zeigen eine Mama, die sich auf den Kinderwagen aufstützt und dabei mit ihrem Mobiltelefon beschäftigt ist.

Statt Handy: Kampagne der Stadt Frankfurt empfiehlt:
Statt Handy: Kampagne der Stadt Frankfurt empfiehlt: „Sprechen Sie lieber mit Ihrem Kind“ (© Frankfurt)

 

Die insgesamt 4000 Plakate sind noch bis zum 13. März in Frankfurt zu sehen. Zusätzlich wurden 20 000 Postkarten gedruckt, die in öffentlichen Einrichtungen und Behörden ausgelegt wurden.  Ziel der rund 13 000 Euro teuren Aktion sei es, so Jugenddezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), dass Eltern sich wieder ihren Kindern zuwenden und ihnen signalisieren, dass sie wichtig sind.

Dass Kinder darunter leiden, wenn Eltern nur mit ihrem Handy beschäftigt sind, wurde bereits in verschiedenen Untersuchungen nachgewiesen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2013 beispielsweise leidet in Schweden bereits jedes dritte Kind darunter, das seine Eltern sich lieber mit dem Smartphone als mit ihnen beschäftigen.

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Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld © Stadt Frankfurt am Main
Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld © Stadt Frankfurt am Main

Wenn Eltern sich nicht ausreichend ihren Kindern widmen, habe dies unmittelbare Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder, erklärt Christine M. Freitag, Leiterin der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Frankfurter Universitätsklinikum gegenüber der Frankfurter Rundschau:

„Wenn Eltern wenig mit Kindern reden und wenig Zuwendung zeigen, wirkt sich das grundsätzlich aus. Vor allem auf die Sprachentwicklung der Kinder, aber auch auf ihre Beziehung zu den Eltern.“

Kinder sind auf den direkten Kontakt zu ihrer Bezugsperson angewiesen, so Freitag weiter. Würden Eltern sich aber vom Kind ab- und dem Smartphone zuwenden, könne sich das beim Kind ganz unterschiedliche Reaktionen wie Wut oder gar innerer Rückzug hervorrufen. Laut Freitag ließe sich das Problem aber selbst lösen, immerhin sei es auch selbst geschaffen.

Vielleicht bewegt die Stadt Frankfurt mit ihrer Aktion ja tatsächlich einige Eltern dazu, ihr Smartphone öfter mal zur Seite zu legen. Ob dann auch andere Städte nachziehen?

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