Grippewelle: Influenza-Aktivität weitet sich nach Süddeutschland aus

Die starke Grippewelle weitet sich nach Süden und in der Großregion Mitte (West) weiter aus. Besonders häufig treten Schweinegrippe und Magen-Darm Symptome auf.

Deutschlandweit klettert die Zahl der Grippefälle weiter in die Höhe. Laut Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert-Koch Instituts (RKI)  besteht derzeit in allen Bundesländern stark erhöhte Influenza-Aktivität. Besonders häufig betroffen sind Kinder zwischen 0 und 4 Jahren. Viele Arztpraxen sind überfüllt, erste Kliniken sind am Rande ihrer Kapazität und kündigten an, keine Influenza-Verdachtsfälle mehr aufzunehmen.

Für die 7. Kalenderwoche wurden bislang 2.606 klinisch bestätigte Influenza-Fälle an das RKI übermittelt. Im Vergleich zur Vorwoche weitet sich die Grippewelle nach Süden und in der Großregion Mitte (West) weiter aus. Im Osten sind die Werte leicht zurückgegangen.

Aktivität der Influenza in Deutschland, KW7 2013 (© RKI)
Aktivität der Influenza in Deutschland, KW7 2013 (© RKI)

Ein Abflachen ist laut RKI-Sprecher Günther Dettweiler allerdings noch nicht in Sicht. Experten rechnen in den kommenden ein bis zwei Wochen mit einem Andauern der starken Grippewelle auf gleichbleibend sehr hohen Niveau.

Laut Robert-Koch-Institut wird knapp die Hälfte der Grippefälle von einem Schweinegrippe-Virus mit dem Namen Influenza A Typ H1N1 verursacht. In 46 Prozent der Fälle wurden Influenza A(H1N1)pdm09-Viren, zu 37 Prozent Influenza A(H3N2)-Viren und zu 18 Prozent Influenza B-Viren identifiziert. Bundesweit haben die Gesundheitsämter in diesem Jahr bereits mehrere Todesopfer gemeldet.

Nach Angaben der AG Influenza wurden in den letzten zehn Jahren nur in der Saison 2004/05, 2006/07 und 2008/09 höhere Werte der Influenza registriert.

Einen anderen Weg geht das Google-Projekt „Grippe-Trends„. Anhand der Häufigkeit bestimmter Suchbegriffe zum Thema Influenza wertet der Suchmaschinen-Riese die Suchanfragen von Nutzern aus und erstellt daraus Schätzungen der weltweiten Grippe-Aktivitäten.

Im unten stehenden Google Grippe-Diagramm können Sie sich die aktuellen Grippe-Trends für einzelne Regionen anzeigen lassen, bitte wählen Sie dazu ihr Bundesland aus:

Besonders gefährdet sind Schwangere, chronisch Kranke und ältere Menschen.  Die Grippe wird häufig mit einem grippalen Infekt (Erkältung) verwechselt, da ähnliche Symptome auftreten können. Typisch für die Grippe sind der unvermittelte heftige Beginn sowie ein deutlich schwererer Verlauf als bei einer Erkältung.

Für eine Grippeschutzimpfung ist es noch nicht zu spät, so Marita Völker-Albert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln gegenüber dem WDR.  Bis der Grippeschutz wirksam wird, dauert es etwa zwei Wochen. Besonders ältere Menschen und Risikogruppen sollten sich auch jetzt noch impfen lassen. Alle anderen sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob eine Impfung noch sinnvoll ist. Die Grippesaison kann bis Anfang Mai andauern.

Grippe wird durch Husten und Niesen übertragen. Ärzte raten deshalb zu häufigem Händewaschen, Niesen und Husten in die Armbeuge und zur Vermeidung von Menschenansammlungen, etwa im öffentlich Nahverkehr.

Weitere Informationen: Grippeimpfung und Schwangerschaft