Grippewelle auf neuem Höhepunkt – so viele Fälle wie nie

Die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen ist in der 8. Kalenderwoche (KW) 2018 bundesweit deutlich gestiegen . Ingesamt wurden in diesem Jahr bereits 120.000 Grippefälle erfasst, die Zahl der Neuerkrankungen liegt laut Robert-Koch-Instititut bei 40.000 pro Woche. „So viele hatten wir noch nie“, erklärt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut. In mindestens 216 registrierten Fällen starben Menschen an der Krankheit. Die Dunkelziffer gilt als hoch, da nicht alle Erkrankungen gemeldet werden.

 

Grippewelle in Deutschland auf Höchststand (© Grafik RKI)
Grippewelle in Deutschland auf Höchststand (© Grafik RKI)

Die Grippewelle hatte in der 52. Kalenderwoche 2017 in Deutschland begonnen. Die Influenza-Aktivität ist in der vergangenen Woche im Vergleich zur Vorwoche nochmals deutlich angestiegen. Influenza B-Viren sind seit der 40. KW 2017 mit 75 % die am häufigsten identifizierten Influenzaviren, besonders häufig sind Schulkinder von diesem Grippe-Typ betroffen. Viele Arztpraxen sind überfüllt und viele Unternehmen und Behörden melden krankheitsbedingte Ausfälle.

Die Behörden raten besonders älteren Menschen, Schwangeren und chronisch Kranken zur Impfung. Für Risikopatienten empfehlen Ärzte eine Nachimpfung, auch wenn in dieser Saison bereits geimpft wurde.

Die Grippe wird durch Husten und Niesen übertragen. Ärzte raten deshalb zu häufigem Händewaschen, Niesen und Husten in die Armbeuge und zur Vermeidung von Menschenansammlungen, etwa im öffentlichen Nahverkehr.

Besonders gefährdet sind Schwangere, chronisch Kranke und ältere Menschen.  Die Grippe wird häufig mit einem grippalen Infekt (Erkältung) verwechselt, da ähnliche Symptome auftreten können. Typisch für die Grippe sind der unvermittelte heftige Beginn sowie ein deutlich schwererer Verlauf als bei einer Erkältung.

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) wurde 1992 von vier pharmazeutischen Unternehmen ins Leben gerufen und vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK) etabliert und durchgeführt. Das DGK baute das heute deutschlandweit bekannte Sentinelsystem für Influenza auf und entwickelte Parameter, die einen Überblick über die epidemiologische Situation der akuten Atemwegserkrankungen im Allgemeinen und der Influenza im Besonderen geben.

Weitere Informationen: Grippeimpfung und Schwangerschaft

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