Gemeinsames Sorgerecht: mehr Rechte für unverheiratete Väter

Das neue Gesetz zur Reform der elterlichen Sorge ist beschlossene Sache. Das neue Sorgerecht regelt die Sorge für unverheiratete Eltern und gibt unverheirateten Vätern mehr Rechte, denn sie können nun auch gegen den Willen der Mutter das gemeinsame Sorgerecht einfordern.

Der Deutsche Bundestag hat am Donnerstag das Gesetz zur Reform der elterlichen Sorge verabschiedet. Unverheiratete Väter können künftig leichter das gemeinsame Sorgerecht erhalten, wenn sie echtes Interesse an ihrem Kind zeigen.

Vater mit Baby - mitentscheiden
Das neue Sorgerecht 2013 bringt mehr Rechte für unverheiratete Väter (Foto: Thinkstock)

Der Anteil der nicht-ehelichen Kinder hat sich in den letzten rund 20 Jahren mehr als verdoppelt. Das neue Sorgerecht 2013 soll den Wandel in der Gesellschaft aufnehmen. Die Neuregelung des Sorgerechts erleichtert unverheirateten Vätern den Zugang zum Sorgerecht für ihre Kinder durch ein neues unbürokratisches Verfahren – wie es das Bundesverfassungsgericht bisher durch seine Rechtsprechung vorgegeben hatte. Der Vater kann die Mitsorge nunmehr auch dann erlangen, wenn die Mutter dem nicht zustimmt.

Grundsätzlich hat zunächst die Mutter mit der Geburt die alleinige Sorge. Der Vater kann aber beantragen, die gemeinsame Sorge mit der Mutter auszuüben. Die Mutter hat dann die Gelegenheit zu sagen, wie sie zu diesem Antrag auf gemeinsame Sorge steht. Wenn es Gründe gibt, dass es aufgrund des Kindeswohles angemessener wäre, das Sorgerecht für das Kind allein bei der Mutter zu belassen, dann kann die Mutter diese Gründe vortragen. In einem solchen Fall müssen die unterschiedlichen Vorstellungen und Interessen immer gemessen am Wohl des Kindes in einem Verfahren beim Familiengericht geklärt werden. Das Familiengericht wird auf der Grundlage der bestehenden Regelungen zu einer Entscheidung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Interessen kommen.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zum neuen Sorgerechtsgesetz:

„Die Reform des Sorgerechts orientiert sich an dem Leitbild der gemeinsamen Sorge auch der nicht verheirateten Eltern für ihr Kind. Das Leitbild ist: Das Beste ist, wenn sich beide Elternteile, auch wenn sie nicht verheiratet sind, um ihr Kind oder ihre Kinder kümmern – es sei denn, das Kindeswohl steht dem ausdrücklich entgegen.“

Die Neuregelung des Sorgerechts soll voraussichtlich im Sommer 2013 in Kraft treten.

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