Ausbau Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder soll zügig vorangehen

Bis zum Jahr 2025 soll Eltern und Kindern durch einen Rechtsanspruch garantiert werden, einen ganztägigen Betreuungsplatz zu bekommen. Denn der Ausbau ganztägiger Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter hat für Bund und Länder höchste Priorität. Für den Ganztagsausbau stellt der Bund in dieser Legislaturperiode zwei Milliarden Euro zur Verfügung.

Um die Umsetzungsschritte auf rechtlicher, finanzieller und zeitiger Seite für die Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern zu definieren und sich über das weitere Vorgehen zu beraten, haben sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit Vertretern der Länder und Kommunen in Berlin getroffen.

Familienministerin Dr. Franziska Giffey betont: “Wenn aus dem Kita-Kind ein Erstklässler wird, dann bekommen viele Eltern ein Betreuungsproblem: Dann nämlich, wenn das Kind schon mittags vor der Tür steht, weil die Grundschule nach dem Unterricht keine Nachmittagsbetreuung anbietet. Nach Berechnungen des Deutschen Jugendinstituts müssen rund 330.000 Plätze in Horten und Ganztagsschulen neu geschaffen werden”.

Ganztägige Betreuung hat für die Bund und Länder höchste Priorität – 2 Milliarden Euro werden bereitgestellt (© Getty Images)

Die fehlenden Plätze erschweren vielen Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deshalb muss der Rechtsanspruch für die Ganztagsbetreuung der nächste Schritt sein, so Giffey, um eine gute Betreuung von Kindern sicherzustellen. Das helfe den Eltern und verbessere die Bildungs- und Teilhabechancen der Kinder.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ergänzt: “Wichtig ist, das zeigt auch unsere Forschung, dass gute Ganztagsangebote einen Bildungs- und Qualitätsanspruch erfüllen müssen.“

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Alle Beteiligten wollen also gemeinsam an einer guten Lösung arbeiten. Aus diesem Grund werden sowohl die Kultus- als auch die Jugendressorts und die kommunalen Spitzenverbände von Anfang an eng eingebunden.

Im April gab der Deutsche Städte- und Gemeindebund ein Statement ab, in dem es hieß, der DSGB lehne die Ganztagsbetreuung von Grundschülern ab. Es sei kaum erfüllbar, argumentierte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es fehle an Personal und finanziellen Mitteln.

Bis zum Jahr 2025 wären nach Einschätzung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds mehr als 600.000 Erzieher und Lehrer nötig, um den umfassenden Anspruch der Eltern auf Betreuung in Grundschule und Kita zu gewährleisten. Die Kosten für eine flächendeckende Kindertagesbetreuung schätzte der Deutsche Städte und Gemeindebund auf bis zu 18 Milliarden Euro.

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