Reggae-Baby: junge Mutter hielt Wehen für Bauchkrämpfe

Auf einem Festival am Chiemsee bekommt eine Frau starke Bauchkrämpfe. Von ihrer Schwangerschaft weiß sie nichts. Wenig später entbindet sie einen gesunden Jungen.

Auf einem Festival gibt es für Rettungssanitäter jede Menge zu tun: Hier und da muss eine Wunde verarztet oder ein Sonnenstich versorgt werden. „Schnittverletzungen, Hautabschürfungen, Blasen und Kreislaufprobleme“, seien die häufigsten Beschwerden, so Christiana Mitterer, Einsatzleiterin bei den Maltesern gegenüber dem Wochenblatt.

Auf dem Chiemsee Reggae Festival hatten die Helfer es in diesem August mit einem besonderen Fall zu tun. Eine 19-Jährige klagte über starke Bauchkrämpfe. Die Notärztin stellte schnell fest, dass es sich bei den sogenannten Bauchkrämpfen um einsetzende Wehen handelte.

Die Festivalbesucherin aus Baden-Württemberg war bereits in der 32. Woche schwanger. Offensichtlich wußte sie aber nichts von ihrer Schwangerschaft beziehungsweise hatte es verdrängt. Ein Rettungshubschrauber brachte die Frau so schnell wie möglich in die nächstgelegene Klinik. Dort brachte sie einen gesunden Jungen zur Welt. Eine unerkannte Schwangerschaft ist selten, aber kein Einzelfall: etwa 1500 Schwangerschaften im Jahr werden in Deutschland erst spät oder kurz vor der Geburt erkannt.

Während des Festivals versorgten die 333 Malteser ungefähr 1650 Patienten. Das Festival findet jährlich für ein Wochenende Mitte August in Übersee am Chiemsee statt.

Quelle: Wochenblatt