Bundesregierung will erst 2016 das Kindergeld erhöhen

Die geplante Erhöhung des Kindergeldes kommt später. Finanzminister Schäuble will bis 2016 auf eine Anhebung verzichten.

Die Bundesregierung will das Kindergeld nicht so schnell erhöhen wie geplant. Finanzminister Schäuble (CDU) und seine Experten wollen die Erhöhung auf 2016 verschieben, um unter anderem die Neuverschuldung im Jahre 2015 auf Null zu reduzieren, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Mehr Kindergeld
Mehr Kindergeld erst ab 2016? (© Panthermedia/Marén Wischnewski)

Eigentlich hätte mit der diesjährigen Erhöhung des steuerlichen Kinderfreibetrages um 72 Euro auch eine Erhöhung des Kindergeldes um fast zwei Euro pro Kind erfolgen müssen, damit beide Regulierungsinstrumente (Kindergeld und Freibetrag) zu einer gleich hohen Entlastung beim Einkommen führen können.

Darüber hinaus hatte die CDU vor den Wahlen eine Anhebung des Kindergeldes sogar um mehr als zwei Euro pro Kind und Monat in Aussicht gestellt, nämlich um 35 Euro. Aber über die Höhe des Betrags wurde seit Monaten auch innerhalb der schwarz-roten Koalition gestritten. Doch wie es aussieht, wird die geplante Kindergelderhöhung nicht stattfinden, sondern soll erst einmal verschoben werden.

Der Grund: Eine Erhöhung von lediglich zwei Euro würde den Staat gut 425 Millionen Euro kosten. Manch Politiker plädiert daher, diese Mehrausgaben lieber an anderer Stelle einzusetzen, andere plädieren wiederum für eine Verschiebung der Erhöhung, so Wolfgang Schäuble von der CDU.

Finanzminister Schäuble will erstmals seit 1969 ohne eine Neuverschuldung auskommen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll daher auf eine Erhöhung des Kindergeldes bis 2016 verzichtet werden. Wobei man 2016 dann für alle Eltern eine großzügige Regelung finden will.

Da aber der Anstieg des Kinderfreibetrages auch den Anstieg des Kindergeldes vorgibt, stellt sich die Frage, ob es nun zu einer erneuten Verschiebung des Kinderfreibetrages kommen wird. Denn schon die vorhergehende schwarz-gelbe Koalition hatte die gesetzlich vorgeschriebene Erhöhung des Kinderfreibetrages verschoben. Klappt dies jedoch nicht, wird es zur geplanten Kindergelderhöhung kommen müssen. Diesbezüglich habe Schäuble nach Angaben der Süddeutschen Zeitung schon Vorsorge getroffen, da zur Finanzierung der zwei Euro Kindergeld die nötigen Mittel im Haushalt bereitstehen würden.