Ernährung in den ersten Monaten beeinflusst spätere Essgewohnheiten

Süßzahn, Gourmet oder Vielfraß? Wie beeinflusst die Ernährung im ersten Lebensjahr spätere Essgewohnheiten und die Neigung zu Lebensmittelallergien? Wie sollten Eltern ihr Kind am besten ernähren?

Manche Mamas können sich noch so viel Mühe geben: Ihr Kind will einfach kein Obst und Gemüse essen. Dafür mag es gerne süße Kekse und Saft in allen möglichen Variationen. Warum probiert sich der Nachwuchs von anderen Eltern alle neuen Speisen und knabbert auch an Möhrchen und am Brokkoli?Woran liegen diese Unterschiede?

Diese Fragen beschäftigen nicht nur Eltern. US-Forscher untersuchten in aktuellen Studie  das Ernährungsverhalten von Kinder von der Geburt bis zu ihrem sechsten Lebensjahr. Die Wissenschaftler begleiteten über 1500 teilnehmenden Mütter bereits gegen Ende der Schwangerschaft und während des ersten Lebensjahres des Babys. Um den sechsten Geburtstag des Kindes befragten die Wissenschaftler die Teilnehmerinnen erneut.

Eine ihrer Fragen war, ob die Ernährung in den ersten Lebensmonaten die Neigung zu Allergien beeinflusst.Nach den Auswertungen der Studie ist für die Entwicklung einer Lebensmittelallergie nicht relevant, ob eine Mutter vier Monate oder länger stillt. Nur rund sechs Prozent der Kinder hatten eine Lebensmittelallergie. Ein Zusammenhang zu den Stillgewohnheiten ihrer Mütter sahen die Forscher nicht. Von den Babys, bei denen kein hohes Allergierisiko vorlag, bekamen jedoch weniger eine solche Allergie, wenn ihre Mütter mindestens vier Monate lang ausschließlich stillten.

Vorlieben für bestimmte Geschmacksrichtungen werden früh geprägt ©Thinkstock
Vorlieben für bestimmte Geschmacksrichtungen werden früh geprägt ©Thinkstock

Die Forscher stellten andere Faktoren heraus, die zu einer Allergie führen können: Das Risiko war höher, wenn bereits ein Familienmitglied eine Allergie aufwies oder sie im ersten Lebensjahr zu Hautausschlag neigten. Und: Kinder, deren Mütter eine hohe Bildung aufwiesen und die aus einem einkommensstarken Haushalt stammten, hatten ein erhöhtes Risiko.

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Eine weitere Frage, der die Forscher auf den Grund gingen, war, wie sich der Unterschied von Stillen und Fläschchennahrung auf das Kind auswirkt. Das Ergebnis: Die sechsjährigen Probanden, die als Babys gestillt wurden, aßen mehr Obst und Gemüse und tranken mehr Wasser als die Kinder, die mit der Flasche groß gezogen wurden. Der Appetit auf Süßigkeiten, Milch und Salziges war dagegen bei beiden Gruppen gleich.

Zwei Erklärungen kommen für die Forscher in Betracht: Bereits frühere Studien legen nahe, dass Stillkinder eher neue Lebensmittel ausprobierten. Eine andere Theorie geht davon aus, dass Mütter, die ihre Babys stillten auch eher auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achteten.

Bei der Frage, ob Stillen vor Infektionen schützt, bekräftigt die Studie Altbekanntes: Stillen bietet demnach einen immunologischen Schutz für das Baby. Stillen habe allerdings keinen Einfluss, so die Studie, auf die psychische Stabilität von Kindern.

Und was ist mit frühen Vorlieben auf Süßes? Wer schon in seinen Babyjahren an gezuckerten Getränken nuckelte, wird auch im Schulalter noch gerne auf süße Säfte und Limonaden zurückgreifen. Das Fazit der Wissenschaftler: Natürlich beeinflussen frühe Geschmackserfahrungen spätere Vorlieben. Und wer in den ersten Lebensmonaten noch nicht Möhren- oder Bananenbrei gefüttert bekam, aß auch als Sechsjähriger. Trotzdem liege die Verantwortung für gesunde und ausgewogene Ernährung auch nach den Babyjahren bei den Eltern.

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Was Eltern tun können, wenn der Nachwuchs keine Vitamine zu sich nehmen will? Im Artikel  „Mein Kind isst keine Gemüse – so bringen Sie es auf den Geschmack“  werden Tipps verraten, wie kleinen Kostverächtern gesundes Essen schmeckt.

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