15.000 Euro Schaden, weil Dreijähriger nachts allein das Klo überschwemmt – wer haftet?

Ein dreijähriger Junge verursachte nachts im Badezimmer einen Wasserschaden in Höhe von 15.000 Euro. Das Oberlandesgericht in Düsseldorf entschied nun über die Haftung der Eltern, denen von der Versicherung eine Verletzung der Aufsichtspflicht vorgeworfen wurde.

Ein dreijähriges Kind muss in einer geschlossenen Wohnung nicht dauerhaft unter Beobachtung stehen – das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden. Die Eltern eines dreijährigen Kindes verletzten damit ihre Aufsichtspflicht nicht, wenn ihr Kind in der Nacht unbeobachtet aufsteht und im Badezimmer einen Wasserschaden verursacht.

So urteilten die Richter des Oberlandesgerichts Düsseldorf und wiesen damit die Forderungen der Wohngebäudeversicherung an eine Mutter beziehungsweise ihre Haftpflichtversicherung zurück. In einer geschlossenen Wohnung müsse ein Dreijähriger nicht unter ständiger Beobachtung stehen. Es reicht aus, wenn sich ein Elternteil in Hörweite aufhalte.

In diesem konkreten Fall verheilt es sich so, dass ein dreieinhalb Jahre alter Junge nachts unbemerkt zur Toilette ging. Eigentlich hätte er längst schlafen sollen – seine Mutter hatte ihn wie immer ins Bett gebracht und bekam von seinem nächtlichen Ausflug nichts mit. Im Badezimmer benutzte der kleine Junge den Schilderungen des Gerichts zufolge solche Mengen Toilettenpapier, dass der Abfluss verstopfte.

Verletzt eine Mutter ihre Aufsichtspflicht, wenn ihr Kind nachts alleine zur Toilette schleicht? Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied zu Gunsten der Mutter – ein Kind müsse nicht lückenlos kontrolliert werden (Symbolfoto von Adobe Stock / pololia).

Zusätzlich verhakte sich der sich leicht verklemmende Spülknopf. Es lief also ununterbrochen Wasser nach und schließlich lief das Wasser durch die Decke in die darunterliegende Wohnung. Zur Schadensbehebung musste die Wohngebäudeversicherung 15.000 Euro aufwenden. Diese verlangte nun Teile des Betrags von der Mutter beziehungsweise ihrer Haftpflichtversicherung zurück.

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Das Oberlandesgericht wies diese Forderungen zurück und bestätigte damit ein vorinstanzliches Urteil des Landgerichts Düsseldorf mit einer interessanten Begründung: Eine lückenlose Überwachung eines Kleinkindes sei insbesondere dann nicht in einer Wohnung erforderlich, wenn eine vernünftige Entwicklung des Kindes, insbesondere der Lernprozess im Umgang mit Gefahren, gehemmt werden würde, so das Gericht weiter.

Mit dieser Einschätzung verwiesen die Richter auf ein entsprechendes Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2009. Auch die besondere Handhabung des sich leicht verhakenden Spülknopfes führe hier zu keiner anderen Bewertung, hieß es.

Nun ist also auch gerichtlich entschieden: Ein dreijähriges Kind darf nachts alleine zur Toilette.

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