Gesetzesänderung beschlossen: drittes Geschlecht heißt divers

Als drittes Geschlecht kann künftig „ divers“ in das Geburtenregister eingetragen werden. Eine entsprechende Gesetzesänderung wurde vom Bundestag mehrheitlich beschlossen.

Bisher gab es nur die Möglichkeiten, „weiblich“, „männlich“, und „ohne Angaben“ zu wählen – nun gibt es eine echte dritte Option.

Wenn ein Kind nach der Geburt weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann, und auch die weitere Geschlechtsentwicklung dies nicht ermöglicht, soll der Eintrag im Geburtenregister zu einem späteren Zeitpunkt geändert werden können. Das gilt dem Gesetzentwurf zufolge auch in Fällen, in denen nach der Geburt ein falsches Geschlecht gewählt wurde. In diesen Fällen wird es auch möglich sein, den Vornamen des Betroffenen zu ändern.

Gesetzesänderung beschlossen: drittes Geschlecht heißt divers
Das dritte Geschlecht (Symbolfoto von Adobe Stock / von fotohansel)

Für diese späteren Änderungen muss allerdings eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden. Dies kritisierten die Grünen im Verlauf der parlamentarischen Beratungen. Der Lesben- und Schwulenverband teilte die Ablehnung ebenfalls. „Änderungen des Vornamens und des rechtlichen Geschlechts müssen auf Antrag beim Standesamt möglich sein“, erklärte die Organisation. „Entwürdigende Begutachtungen und Pathologisierungen müssen abgeschafft werden.“

Einen Beitrag darüber können Sie hier beim Deutschlandradio Kultur nachhören: „Geschlechtsidentität ist mehr als der Körper“ (DLR Kultur, Beitrag vom 14.12.2018)


Das Bundesverfassungsgericht hatte im Herbst 2017 entschieden, dass die bisherige Rechtslage gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht verstoße (hier lesen Sie mehr zum Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2017 und wie bisher die dritte Option in anderen Ländern oder in Eigenregie von Firmen praktiziert wurde).

Die Richter verlangten eine Neuregelung bis Ende dieses Jahres, der die Bundesregierung somit noch rechtzeitig nachkam.

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