BUND warnt vor Kosmetika mit hormonell wirksamen Chemikalien

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland hat 60.000 Körperpflegeprodukte getestet. Viele davon waren mit hormonellen Chemikalien belastet, die unter anderem im Verdacht stehen, die Fruchtbarkeit negativ zu beeinflussen.

Fast jedes dritte Kosmetikprodukt in Deutschland enthält hormonell wirksame Chemikalien. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vergangenen Mittwoch veröffentlichte. Die Studie wertet Angaben zu den Inhaltsstoffen von insgesamt mehr als 60.000 Körperpflegeprodukten aus.

Hormonell wirksame Chemikalien werden in Kosmetika insbesondere als Konservierungsmittel oder UV-Filter eingesetzt. Ihre Verwendung ist nicht verboten. Trotzdem werden die Stoffe mit Problemen wie reduzierter Spermienqualität, verfrühter Pubertät und Brustkrebs in Verbindung gebracht, erklärt der BUND. Besonders gefährdet seien Föten im Mutterleib, Kinder und Pubertierende, da sich deren Organe noch in empfindlichen Entwicklungsphasen befinden.

hormonell wirksame Chemikalien in Kosmetika
So schnitten die einzelnen Hersteller im BUND-Test ab (© BUND e.V.)

Im Test waren von der hormonellen Belastung insbesondere die Produkte der Marktführer Beiersdorf (z.B: Nivea) und L’Oreal betroffen: fast 50 Prozent enthielten hormonelle Wirkstoffe. Vergleichsweise gut schnitten die Eigenmarken von dm ab, bei denen nur 17 Prozent der Produkte belastet waren. Naturkosmetika waren in der Regel unbelastet.

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Hormonelle Chemikalien in Kosmetika
BUND-Test: diese Produktgruppen waren besonders belastet (© BUND e.V.)

Der BUND fordert die Kosmetikhersteller auf, in ihren Produkten auf hormonell wirksame Stoffe zu verzichten. Auf seiner Website informiert der BUND über die neue kostenlose iPhone-App „ToxFox“. Sie ermöglicht es, den Barcode von Kosmetikprodukten zu scannen, um zu erkennen, ob hormonelle Chemikalien enthalten sind.

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