Bewegende Worte einer Mutter: „Mein Kind ist perfekt“

Der Arzt riet der schwangeren Courtney Baker zu einer Abtreibung, da ihr Kind Trisomie 21 hatte. Wie falsch das war, schreibt die Mutter in einem offenen Brief an den Mediziner mit Worten, die weltweite viele Menschen berühren.

Vor knapp 15 Monaten wurde  Courtney Baker( 44) Mutter der kleinen Emersyn Faith. Und genauso lange brauchte die Mutter von drei Töchtern aus Florida um ihrem Arzt einen Brief zu schreiben. Sie stellte den Text des Briefes und ein Bild ihrer Tochter, auf dem zu sehen ist, wie die Kleine den Brief einwirft, auf Facebook.

In dem Brief schildert Courtney, wie froh sie ist, dass sie nicht auf den Rat des Arztes gehört hat. Den der hatte der Schwangeren dazu geraten, das Kind nicht auszutragen. Die pränatalen Untersuchungen hatten gezeigt, dass das damals noch ungeborene Kind Trisomie 21 hat.  Der Mediziner hatte der Mutter erklärt, wie gering die Lebensqualität mit so einem behinderten Kind sei.  Doch eine Abtreibung kam auch aus religiösen Gründen für die Mutter nicht in Frage.  „Wir wussten nichts über das Downsyndrom und hatten keine Ahnung, was uns erwartet“, sagt sie in einem Interview . „Wir wussten nur, dass wir unsere Tochter lieben werden.“ Emersyn sei „glücklich und ein gesunder Knirps“. Auch wenn sie in ihrer körperlicher Entwicklung im Vergleich zu anderen Kindern noch nicht so weit sei, könne sie schon einige Worte wie „Banane, Hund oder Ball“ sagen.

Ihr offener Brief, in dem sie von schildert, wie wenig Hilfe sie in der schwersten Zeit bekam und wie glücklich sie heute mit ihrem Kind ist, wurde ein viraler Hit. Fernsehsender und Zeitungen interviewten sie.

„Lieber Doktor,

Eine Freundin hat mir vor Kurzem erzählt, dass ihr Frauenarzt beim Blick auf ihr Kind in der Ultraschall-Untersuchung immer „Der ist perfekt“ sagen würde. Als ihr Sohn mit Down-Syndrom auf die Welt kam, besuchte sie ihn noch einmal. Er guckte sich ihren kleinen Jungen an und sagte wieder:

„Ich habe es ihnen ja gesagt: Er ist perfekt.“

Ihre Geschichte hat mich machte mich fertig. Ich war so froh, dass meine Freundin so gute Erfahrungen gemacht hat, aber es machte mich unglaublich traurig, dass ich es nicht so gut hatte. Ich wünschte, Sie hätten dieser Arzt sein können. Ich kam in der schwersten Zeit meines Lebens zu Ihnen. Ich war verängstigt, nervös und verzweifelt. Ich kannte noch nicht die Wahrheit über mein Baby, und ich brauchte sie dringend von Ihnen. Aber statt Unterstützung und Hilfe gaben Sie den Tipp, das Kind besser abzutreiben. Ich sagte Ihnen wie mein Kind heißen soll und Sie wiederholten die Frage, ob wir verstünden, wie schlecht unsere Lebensqualität mit einem Down-Syndrom-Kind sein würde. Sie legten uns nahe, die Schwangerschaft vielleicht doch lieber abzubrechen.

Seit diesem ersten Besuch graute uns vor neuen Terminen bei Ihnen. Die schwerste Zeit meines Lebens wurde geradezu unerträglich, nur weil Sie mir nie die Wahrheit sagten.

Mein Kind war perfekt.

Ich bin nicht wütend. Ich bin nicht verbittert. Ich bin einfach nur sehr traurig. Ich bin traurig, dass die winzigen, schlagenden Herzen, die Sie jeden Tag sehen, Sie nicht dauerhaft in Ehrfurcht versetzen. Ich bin traurig, dass die feinen Details und das Wunder dieser niedlichen kleinen Finger und Zehen, Lungen und Augen und Ohren Sie nicht einmal innehalten lassen. Ich bin traurig, dass Sie so sehr Unrecht hatten, als Sie sagten, ein Kind mit Down-Syndrom würde unsere Lebensqualität verschlechtern. Und es bricht mir das Herz, wenn ich mir vorstelle, das Sie das eventuell schon heute wieder einmal einer Mutter gesagt haben könnten. Vor allem aber bin ich traurig, dass Sie niemals die Ehre haben werden, meine Tochter Emersyn kennenzulernen.

Sagen Sie anderen Müttern die Wahrheit. Sie müssen verstehen: Emersyn hat unsere Lebensqualität nicht nur verbessert, sie hat auch tausende Herzen berührt. Sie hat unserem Leben einen Sinn und eine Freude geschenkt, die man unmöglich in Worte fassen kann. Sie hat uns ein größeres Lächeln, mehr Gelächter und süßere Küsse geschenkt, als wir je zuvor erlebt haben. Sie hat unsere Augen für wahre Schönheit und pure Liebe geöffnet.

Ich bete dafür, dass keine andere Mama das durchmachen muss, was mir widerfahren ist. Ich bete, dass auch Sie nun die wahre Schönheit und pure Liebe in jedem Ultraschall-Bild sehen können. Und ich bete, dass Sie das nächste Mal, wenn Sie ein Baby mit Down-Syndrom sehen, das sich voller Liebe in den Mutterleib kuschelt, diese Mama ansehen, an mich denken, und ihr dann die Wahrheit sagen:

‚Ihr Kind ist absolut perfekt!'“

Wie unsensibel Ärzte sein können, musste auch Jessika Rose aus Berlin erfahren. Auch sie schrieb einen offenen Brief: Brief einer Mutter an ihren Pränataldiagnostiker