Böllerverbot! In diesen Städten sind Feuerwerkskörper dieses Jahr tabu

Nicht nur in Hannover sind Feuerwerkskörper dieses Jahr tabu – auch andere Städte ziehen nach und verbieten Böller und Co. zur Silvesternacht. 

Jedes Jahr kommt es zu Verletzungen durch Böller. Polizei und Feuerwehr sind verstärkt im Einsatz, Unschuldige werden verletzt – so lautetet die Silvesterbilanz (nicht nur) für Hannover zum Jahreswechsel 2017/2018. In Hannover lösten die schlimmen Szenen in den vergangenen zwei Jahren ein Umdenken aus – Böller wurden in Menschenmengen geworfen und Raketen auf Passanten abgefeuert. Die Stadt hat daraus jetzt Konsequenzen gezogen. Die Verwaltung verbietet an Silvester das Böllern an zentralen Innenstadtplätzen (s. „HAZ“).

Die Deutsche Umwelthilfe (die auch schon das Diesel-Fahrverbot einforderte und erwirkte) fordert unterdessen ebenfalls ein Verbot der Böller in allen deutschen Innenstädten und verweist vor allem auf die Feinstaub-Belastung in der Silvesternacht.

„Wir stellen leider zunehmend fest, dass sich unter die Feiernden auch Personengruppen mischen, die kein anderes Ziel haben, als Einsatzkräfte und Unbeteiligte mit Feuerwerkskörpern zu beschießen“, sagte Alexander Zimbehl, der Landes-Chef der Polizeigewerkschaft.
Diese Attacken hätten inzwischen lebensbedrohliche Ausmaße angenommen. „Aus meiner Sicht kann nur durch ein striktes Verbot solcher Feuerwerkskörper dieses unterbunden werden“, sagte Zimbehl weiter.

Menschen schauen in der Silvesternacht einem Feuerwerk zu

In anderen niedersächsischen Städten wie Göttingen und Lüneburg gibt es bereits Böllerverbote. In Goslar, Osterode am Harz, Celle und Wolfenbüttel dürfen in historischen Zentren ebenfalls keine Böller gezündet werden. Raketen sorgten 2008 in Goslar für einen Millionenschaden als drei Fachwerkgebäude durch die Silvesterraketen Feuer gefangen hatten.


In Tübingen in Baden-Württemberg und in Quedlinburg in Sachsen-Anhalt sind die lauten Knaller sogar streng verboten. Auch hier sind alte Häuser, die leicht entzündlich sind, der Grund. So wie bekanntermaßen auf der Nordseeinsel Sylt. In Düsseldorf ist sogar bereits das bloße Mitführen von Raketen, Knallern und Co. in der Altstadt verboten.

In Dortmund wurden bisher das Gebiet um den Hauptbahnhof und einige besonders belebte Plätze in der Innenstadt zur pyrofreien Zone erklärt. Im bayerischen Straubing gibt es in diesem Jahr zum ersten Mal ein Feuerwerk-Verbot in der Innenstadt.

Auch im Rest von Bayern wurden böllerfreie Zonen ausgerufen: in München am Schloss Nymphenburg, in Nürnberg rund um die Burg, in Bamberg auf dem Domplatz, in Würzburg auf dem Residenzplatz, in Landshut auf Burg Trausnitz und in Burghausen an der Burg.

In Dänemark wird alleine die Einfuhr von ausländischen Böllern streng bestraft. Auch Feuerwerkskörper aus Deutschland sind verboten. In den Niederlanden ist das große Knallen zu Silvester in vielen Kommunen ebenfalls untersagt.

Einige Städte setzen sich also für ein feuerwerkloses Silvester ein – um so für alle einen friedliche(re)n Jahreswechsel zu ermöglichen. Die Gründe klangen schon an: Polizei- und Feuerwehr sind unter Dauerstress und umstehende Unschuldige werden teilweise durch die Knallerei in der Nacht schwer verletzt.

Zudem steige Jahr für Jahr die Anzahl der in der Stadt gezündeten, illegalen Feuerwerkskörper mit weit höherer Sprengkraft, die zudem nicht fachmännisch hergestellt worden seien. Von diesen illegalen Feuerwerkskörpern geht auch eine Gefahr für die Einsatzkräfte aus.

Die einzige Chance dies zu verhindern, scheint ein Verbot zu sein. „Es ist bedauerlich, dass man sich mittlerweile über derartige Schritte Gedanken machen muss – anders scheint aber ein Ende der Gefahrenspirale nicht denkbar“, resümiert der Gewerkschafter.