Bilanz: Was das Elterngeld bisher gebracht hat

Das im Jahre 2007 eingeführte Elterngeld hat viele positive Wirkungen. So nehmen immer mehr Väter Elternzeit, Mütter finden schneller in das Berufsleben zurück und bei Akademikerinnen steigt die Geburtenrate. Diese Bilanz ziehen Politikwissenschaftler und Autoren des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung Wiesbaden.

Politikwissenschaflter des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung Wiesbaden (BiB) ziehen eine erste Bilanz zum Elterngeld und erötern Ziele, Diskurse und Wirkungen des 2007 eingeführten Elterngeldes in der „Zeitschrift für Familienforschung“ (Ausgabe 02/2013).

Auszahlung Elterngeld
Bilanz: Was das Elterngeld seit 2007 gebracht hat (Bild:Thinkstock)

Das „Elterngeld“, wie es im Jahre 2007 eingeführt wurde, wird nach der Geburt eines Kindes maximal 14 Monate gezahlt, einschließlich zweier Vätermonate. Der derzeitige monatliche Höchstbetrag liegt bei 1.800 Euro.

Mit Einführung des Elterngeldes 2007 sollte der Umstieg auf eine Lebenslaufpolitik erfolgen, die fünf Ziele definiert, betont Politikwissenschaftler und Autor Dr. Martin Bujard. So wollte man den Einkommensrückgang nach der Geburt von Kindern auffangen (1). Dafür orientierte sich das Elterngeld erstmals am Einkommen. Das neue Konzept sollte mehr Zeit für Kinder bringen (2) und Anreize für Väter geben, sich an der Fürsorge zu beteiligen (3). Zudem wollte man damit die Erwerbstätigkeit von Müttern steigern (4) und die Förderung von Geburten (5).

Einige positive Wirkungen des Elterngeldes:

  • Nachweislich ist das Haushaltseinkommen für Familien mit Babys angestiegen und Akademiker, Eltern ab 30 Jahren sowie Familien mit dem ersten Kind profitieren besonders stark davon. Jedoch sind bei Alleinerziehenden, jungen Eltern und auch Familien mit zwei Kindern die Einkommen kaum gestiegen. Diesbezüglich kommt es aber für Dr. Bujard vor allem darauf an, wann im Lebenslauf jemand ein Kind bekommt.
  • Im Jahre 2012 waren durchschnittliche 28 Prozent der Väter in Elternzeit, während dies früher nur vier Prozent der Väter waren. Es zeigte sich, dass mittlerweile Männer im Durchschnitt 3,3 Monate Elternzeit nehmen und jeder dritte davon die Monate nach der Geburt, d.h. parallel mit der Mutter, nimmt.
  • Mittlerweile macht also ein knappes Drittel der Väter Erfahrungen in der Kinderpflege, wie es Generationen zuvor nicht möglich war. Durch die intensive Zeit mit Kindern erlangen immer mehr Väter neue Einsichten, was sich auch in der Personalwirtschaft und kulturell niederschlagen dürfte.
  • Frauen gelangen schneller in ihren Beruf zurück, da die Erwerbstätigkeit nur für maximal zwei Jahre unterbrochen wird und nicht wie früher für drei Jahre. Somit ist auch der langfristige Einkommensverlust geringer. Waren im Jahr 2006 noch 33 Prozent der Frauen mit Kindern im Alter von einem Jahr berufstätig, so stieg 2011 der Anteil bereits auf 41 Prozent. Dies hängt aber auch mit dem allgemeinen Ausbau der Kinderbetreuung zusammen.
  • Die Geburtenraten: Hier gibt es einen Anstieg der Geburten bei den Akademikerinnen über 35 Jahre.

Kleines Fazit: Das Familieneinkommen steigt, immer mehr Väter nehmen Elterngeld in Anspruch, mehr Frauen sind erwerbstätig und anders als beim Ehegattensplitting oder dem Betreuungsgeld gebe es laut Dr. Bujard beim Elterngeld keine Zielkonflikte.

Mehr dazu können Interessierte hier nachlesen.