Baukindergeld: Jetzt doch mehr Einschränkungen?

Das geplante Baukindergeld wird nicht jede Familie bekommen. Finanzminister Olaf Scholz und Innenminister Horst Seehofer berieten über Einkommensgrenzen und eine Höchstgrenze der Quadratmeter.

Als vor wenigen Wochen feststand, dass das Baukindergeld rückwirkend zum 1.1.2018 gezahlt werden soll, waren das positive Nachrichten. Die neuen Entwicklungen um das Vorhaben der Koalition ist für viele Familien nun leider eine Negativ-Schlagzeile: Es wurde über eine weitreichende Beschränkung beraten, die für viele Familien bedeutet, dass sie doch kein Baukindergeld bekommen.

Das Projekt ‚Baukindergeld‘ von SPD und CDU/CSU, bei dem Familien, die ein Haus oder eine Wohnung kaufen oder bauen, über einen Zeitraum von zehn Jahren pro Kind 1200 Euro jährlich zur Förderung erhalten, soll neben der Einkommensgrenze (Eltern mit einem Kind dürfen maximal 90.000 Euro pro Jahr verdienen, weitere Informationen dazu hier) eine weitere Einschränkung einschließen, nämlich eine Quadratmeterbegrenzung.

Das Baukindergeld – nur bis 120qm für eine vierköpfige Familie? (© Getty Images)

Der Bund wollte für die Familienförderung ursprünglich bis 2021 zwei Milliarden Euro ausgeben. Doch nach ersten Berechnungen wird dieses Geld nicht ausreichen – deshalb trafen sich Finanzminister Olaf Scholz und Innenminister Horst Seehofer und haben einen Kompromiss ausgearbeitet: Damit das Projekt nicht zu teuer wird, soll es eingeschränkt werden, wer Baukindergeld erhält. Nach den neuen Plänen soll das Baukindergeld für eine vierköpfige Familie nur bis zu einer Obergrenze von 120 Quadratmetern Wohnfläche gezahlt werden soll.

Das würde bedeuten, dass eben jenes Baukindergeld für einige Familien flach fällt. Pro weiterem Kind soll die Fördergrenze lediglich um zehn Quadratmeter wachsen. Eine fünfköpfige Familie könnte somit nur bis 130qm große Häuser oder Wohnungen fördern lassen. Oberhalb von 120 Quadratmetern liegen Einfamilienhäuser vor allem abseits der Ballungsgebiete. Auf dem Land liege die Durchschnittswohnfläche pro Haus bei 150 Quadratmeter, heißt es von Herstellern von Fertighäusern.

Die FDP kritisiert die geplante Neuerung zum Baukindergeldgesetz bereits: „Statt die Familien beim Kauf einer Immobilie steuerlich zu entlasten, wird eine alte aus guten Gründen abgeschaffte Subvention von den Toten aufgeweckt und dann auch noch willkürlich, unabhängig vom Einkommen, begrenzt“, sagt der haushaltspolitische Sprecher der Partei, Otto Fricke. Gemeint ist hier die Eigenheimzulage, die es von 1995 bis 2005 gab. „Wer für die Familie 119 Quadratmeter in Starnberg kaufen kann, bekommt die Subvention, wer für 121 Quadratmeter ein renovierungsbedürftiges Haus in einer alten Bergmannssiedlung im Ruhrgebiet kauft, schaut in die Röhre.“