Einmal pro Woche die Enkel hüten hält Omas fit

Großmütter, die einmal in der Woche auf ihre Enkel aufpassen, bleiben geistig fitter. Betreuen sie die Kinder allerdings öfter, leiden ihre kognitiven Fähigkeiten.

Großeltern sind wichtige Bezugspersonen für Kinder. Eine australische Studie belegt nun, dass nicht nur die Kinder von dieser Beziehung profitieren, auch für die Großmütter bringt die gemeinsame Zeit Vorteile. Die Wissenschaftlerin Katherine F. Burn und ihr Team haben in einer Studie an der Universität Melbourne herausgefunden, dass Frauen, die einmal in der Woche auf ihre Enkelkinder aufpassen, bessere Gedächtnisleistungen erbringen. Frauen, die fünf Mal oder noch öfter ihre Enkel hüten, erbrachten in der Studie schlechtere Werte hinsichtlich ihrer kognitiven Leistungen.

An der Studie nahmen insgesamt 186 Frauen des Projekts „Women´s Healthy Aging Project“ teil, davon waren 131 Großmütter. Die Frauen waren zwischen 45 und 55 Jahren alt, dabei war jede zweite Frau noch berufstätig. Die meisten von ihnen kümmerten sich freiwillig um ihre Enkel.

Einmal in der Woche die Enkel hüten hält Omas fit (© Thinkstock)
Einmal in der Woche die Enkel hüten hält Omas fit (© Thinkstock)

In der Studie wurden über acht Jahre hinweg die kognitiven Fähigkeiten der Frauen jährlich getestet. Die Frauen wurden dabei in verschiedene Gruppen unterteilt, je nachdem wie oft sie ihre Enkel betreuten. Das Ergebnis zeigt, dass es keine Unterschiede zwischen Frauen mit oder ohne Enkelkindern gibt. Es ergaben sich allerdings unterschiedliche Leistungen der kognitiven Fähigkeiten, die in Abhängigkeit zur Betreuungszeit standen. Dies fand das Team aus amerikanischen und australischen Forschern heraus, indem sie die Werte der Großmütter verglichen, die ihre Enkelkinder unterschiedlich lange pro Woche betreuten.

Den besten Durchschnitt in den Tests erzielten die Frauen, die sich einmal pro Woche ihren Enkelkindern widmen. Vor allem in den Bereichen, die das episodische Gedächtnis sowie Fähigkeiten der Entscheidungsfindung und Problemlösung betreffen, erreichten die Frauen eine höhere Punktzahl. Teilnehmerinnen des Projekts, die sich fünf oder mehr Tage pro Woche um die Enkel kümmerten, erzielten schlechtere Gedächtnisleistungen und eine geringere Verarbeitungsgeschwindigkeit.

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Ein Grund für diese Ergebnisse, so vermuten die Forscher, könnte sein, dass die Frauen, die mehr als einmal in der Woche ihre Enkel betreuen, das Gefühl hätten, es sei ihre Pflicht, sich um die Kinder zu kümmern. Weitere Untersuchungen sollen über die These Auskunft geben.

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