Neue Vorwürfe gegen Johnson & Johnson: Babypuder soll Asbest enthalten

Schwere Vorwürfe gegen den US-Konzern Johnson & Johnson: Medienberichten zufolge soll das Babypuder der Marke mit Asbest belastet sein. Das Unternehmen soll von diesen Informationen jahrzehntelang gewusst haben, ohne sie zu veröffentlichen. Nach diesen erneuten Vorwürfen brach der Aktienkurs von Johnson & Johnson um 12% ein.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass der US-Konzern Johnson & Johnson schon seit Jahrzehnten davon wissen soll, dass geringe Mengen Asbest in ihrem Babypuder enthalten seien. Interne Produktproben in den Jahren von 1971 und Anfang 2000 sollen Rückstände des krebserregenden Mittels festgestellt haben. Nach diesen erneuten Anschuldigungen brach der Aktienkurs von Johnson & Johnson um 12% ein und brachte dem Konzern einen Milliardenverlust. Zu den bekanntesten Marken des Konzerns Johnson & Johnson zählen auch die Marken bebe, Penaten und o.b..

Vorwürfe gegen Johnson & Johnson: Babypuder soll Asbest enthalten (© Symbolfoto: Nueng/Stock Adobe.com)
Vorwürfe gegen Johnson & Johnson: Babypuder soll Asbest enthalten (© Symbolfoto: Nueng/Stock Adobe.com)

Johnson & Johnson soll diese Messwerte aber nicht an die Aufsichtsbehörden weitergeleitet oder veröffentlicht haben. Die Nachrichtenagentur Reuters bezieht sich in ihren Vorwürfen auf Firmenunterlagen, interne Berichte und vertrauliche Dokumente. Die Geschäftsführung hat die Medienberichte zurückgewiesen und als „einseitig, falsch und aufrührerisch“ bezeichnet. Es seien bereits tausende Klagen gegen Johnson & Johnson im Zusammenhang mit den Vorwürfen eingegangen, so Reuters. Erst im Juli diesen Jahres wurde das Unternehmen zu einer Strafe von 4,7 Milliarden Dollar verurteilt. Geklagt hatten 22 an Eierstockkrebs erkrankte Klägerinnen, die ein Babypuder von Johnson & Johnson für ihre Erkrankung verantwortlich machten.

Über die Notwendigkeit und das Gesundheitsrisiko von Babypuder wurde schon vor einigen Jahren diskutiert. Im Sommer 2011 gab das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Warnung heraus, dass der unsachgemäße Gebrauch bei Babys und Kleinkindern schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Wird das feine Pulver versehentlich eingeatmet kann es zu ernsten Lungenstörungen kommen. Viele Kinderärzte sind ebenfalls der Ansicht, dass die Verwendung von talkumhaltigem Babypuder medizinisch nicht notwendig sei.

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