Baby mit Herzinfarkt: Gelungene Bypass-OP

Maxim war drei Monate alt, als er einen Herzinfarkt bekam. Spezialisten retteten sein Leben mit einer weltweit sehr seltenen Bypass-Operation am Herzen. Jetzt konnte der kleine Junge seinen ersten Geburtstag feiern.

Eine Kerze brennt auf dem Mini-Kuchen. Maxim feiert seinen ersten Geburtstag auf der Intensivstation. Dass der kleine Junge seinen Geburtstag feiern kann, das grenzt an ein Wunder.

Herz-OP
Der erste Geburtstag mit Mutter Ekatherina, Luftballons und kleinem Kuchen © Deutsches Herzzentrum München

 

Geboren wurde Maxim in Moskau. Er schien gesund. Doch als der Säugling drei Monate alt war, lag er mit blau angelaufenem Gesicht in seinem Bettchen. Er rang nach Luft. Seinem Vater gelang es, das Kind wieder erzählt die 29-jährige Mutter. Der Albtraum beginnt, als der Kleine drei Monate alt ist. Eines morgens finden ihn die Eltern blau angelaufen in seinem Bettchen. Er bekommt keine Luft mehr. Geistesgegenwärtig handelt der Vater und kann seinen Sohn mit einer Herzdruck-Massage reanimieren. Im Krankenhaus ergeben Untersuchungen dann, dass der Kleine einen angeborenen Herzfehler hat.

Sein linkes Herzkranzgefäß, das den linken Herzmuskel mit frischem Blut versorgt, entspringt aus der Lungenaterie statt aus der Hauptschlagader, sondern aus der Lungenarterie.  So bekommt der Herzmuskel zu wenig Sauerstoff. Der Herzinfarkt, den der Kleine mit drei Monaten hat ist eine Folge. Die Ärzte in Russland versuchen ihn zu operieren. Allerdings erholt sich Maxim nicht.

Seine Mutter sucht Hilfe im Internet. Die Stiftung Worldvita ermöglicht Kontakt zu deutschen Kinderherzzentren. Der ungewöhnliche und weltweit sehr seltene Eingriff ist kompliziert und riskant. Der Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums München Professor Rüdiger Lange wagt die Operation. Maxim ist elf Monate alt, als er in München einen Bypass bekommt.

„Diese Operation ist so extrem schwierig, dass sie weltweit erst wenige Male durchgeführt wurde“, erklärt der Herzchirurg in einem Interview des „Merkur“. Da das Herz eines Baby in der Größe einer Walnuss sei, seien die Herzkranzaterien sehr fein. „Die innere Brustwandarterie, die wir als Bypass an das linke Herzkranzgefäß aufgenäht haben, hat nur einen Durchmesser von insgesamt 0,8 Millimetern“, sagt Lange. Die verwendeten Nadeln und Fäden waren haarfein. „Wir mussten es einfach versuchen, sonst hätte Maxim nicht überlebt, seine Herzfunktion lag noch bei zehn Prozent.“ Ohne den Eingriff hätte er kein weiteres halbes Jahr überlebt.

Professor Rüdiger Lange (links), Kinderkardiologe Professor Peter Ewert (rechts) und Mutter Ekatherina P.
Professor Rüdiger Lange (links), Kinderkardiologe Professor Peter Ewert (rechts) und Mutter Ekatherina P. mit Maxim  © Deutsches Herzzentrum München

Die Operation dauerte sechs Stunden, dann wurde der kleine Junge zehn Tage im künstlichen Koma gehalten und künstlich beatmet. Sechs Stunden dauerte die Operation. Danach lag Maxim zehn Tage im künstlichen Koma auf der Intensivstation und wurde maschinell beatmet. „Bis sich sein kleines und stark geschwächtes Herz erholen konnte, mussten wir ihn vorübergehend noch an ein Kunstherz anschließen. Das waren sehr kritische Phasen“,erklärt Chefarzt Lange. Mittlerweile geht es Maxim wieder besser. Er ist noch auf der Intensivstation, konnte sich aber schon über den kleinen Kuchen und über bunte Luftballons zu seinem Geburtstag freuen.