Asiatische Buschmücke jetzt auch in Norddeutschland entdeckt

Die asiatische Buschmücke gilt als Überträger des West-Nil-Virus und verschiedener Erreger von Hirnhautentzündungen. Zu Ansteckungen ist es allerdings in Deutschland noch nicht gekommen.

Die Asiatische Buschmücke wurde jetzt auch in Niedersachsen entdeckt. Die Forscher des Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg und dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems gehen davon aus, dass die nun entdeckten Buschmücken  schon seit 2012 in Niedersachsen beheimatet sind. 2012 wurde die Mücke das erste Mal in Deutschland zwischen Köln und Koblenz nachgewiesen.

Die Asiatische Buschmücke verbreitet sich in Deutschland © James Gathany, CDC
Die Asiatische Buschmücke verbreitet sich in Deutschland © James Gathany, CDC

Die Buschmücke konnte sich zunächst 2002 in Belgien vermehren. 2008 wurde sie dann in der Schweiz registriert. Es wird angenommen, dass die asiatische Buschmücke in importierten Autoreifen eingeschleppt wurde. In mehreren beobachteten Fällen brütete sie in diesen.

Die asiatische Buschmücke gilt als Überträger des West-Nil-Virus und verschiedener Erreger von Hirnhautentzündungen. Bislang ist es in Deutschland jedoch nicht zu Ansteckungen gekommen. Die Forscher sind der Meinung, dass die Buschmücke Krankheiten nicht so effektiv übertrage wie die Asiatische Tigermücke, die 2007 erstmalig in Deutschland entdeckt wurde.

Von den weltweit rund 3500 Stechmückenarten leben in Deutschland bislang ca. 49 Arten. Neben der Asiatischen Tigermücke wurden auch die Asiatische Buschmücke und eine weitere Mückenart erst nach 2007 entdeckt. Die Globalisierung und die Klimaveränderung sind nach Ansicht der Foscher auch ein Grund für die zunehmende Verbreitung der exotischen Stechmücken.

Werbung

Wer eine ihm unbekannte Mückenart entdeckt, wird gebeten, diese einzufrieren und dann an das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. zu schicken. Über den Mückenatlas sollen Mücken erfasst und auf einer Karte eingetragen werden. So kann die Verbreitung von Stechmücken besser nachvollzogen werden. Das Projekt soll zudem helfen, die Forschung an Stechmücken voranzubringen. Diese wurde lange Zeit wissenschaftlich vernachlässigt.

Werbung