Codein in Hustenmittel für Kinder lebensgefährlich

Codein-haltige Hustenmittel sollen besonders für Kinder und Jugendliche lebensbedrohlich sein, daher hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) ein neues Prüfverfahren eingeleitet.

Arzneimittel, die den Wirkstoff Codein enthalten, können für Kinder und auch Jugendliche teils lebensbedrohliche Wirkungen haben. Nun hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) auf Antrag des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein neues Risikobewertungsverfahren für codeinhaltige Arzneimittel angestoßen. Ziel sei eine Neubewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von Codein zur Behandlung von Husten bei Kindern.

Codein in Hustenmittel für Kinder lebensgefährlich (© Thinkstock)
Codein in Hustenmittel für Kinder lebensgefährlich (© Thinkstock)

Der Wirkstoff Codein wird zur Schmerzbehandlung und auch zur Therapie von Reizhusten eingesetzt. Seine Wirkung entfaltet Codein erst, nachdem es durch ein körpereigenes Enzym zu Morphin umgewandelt wurde. Diese Umwandlung in Morphin wirkt bei Patienten mit einer bestimmten genetischen Veranlagung (sogenannte „ultra-schnell Metabolisierer“) sehr schnell. Und das  kann bei ihnen Vergiftungserscheinungen zur Folge haben und auch die Atmung beeinträchtigen.

Nachdem mehrere tödliche oder lebensbedrohliche Fälle einer Atemdepression (Abflachung bzw. Herabsetzung der Atmung) bei Kindern bekannt geworden sind, wurde die Anwendung codeinhaltiger Arzneimittel zur Schmerzbehandlung bei Kindern im Jahre 2013 deutlich eingeschränkt.

Nun hat das BfArM ein neues Risikobewertungsverfahren auf europäischer Ebene eingeleitet, um weitergehende Maßnahmen zur Risikominimierung auch bei der Behandlung von Husten zu erreichen. Darüber hinaus umfasst dieses neue Verfahren auch codeinhaltige Arzneimittel zur Therapie von Erkältungskrankheiten, die  in Deutschland, im Gegensatz zu einigen anderen europäischen Ländern, nicht zugelassen sind.

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Weiterhin empfiehlt das BfArM Ärzten, Arzneimittel mit Codein nur nach sorgfältiger Nutzen-Risikoabwägung in der niedrigsten wirksamen Dosierung und für die kürzest mögliche Behandlungsdauer zu verschreiben. Zudem sollten Eltern vor der Hustenbehandlung ihrer Kinder mit Codein auf mögliche Risiken hingewiesen werden und bei einer verlangsamten Atmung sofort einen Arzt informieren.

Quelle: Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beantraft ein neues Risikobewertungsverfahren für Codein-haltige Arzneimittel

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