Großbritannien: Labour-Partei will frühe Geschlechtserkennung verbieten

Die Labour-Partei in Großbritannien will ein Verbot zur frühzeitigen Untersuchung des Geschlechts durch einen Bluttest in der Schwangerschaft durchsetzen. Zu hoch sei das Risiko, dass diese Information zur Abtreibung von Mädchen führe.

Eine Blutuntersuchung kann genetische Vorbelastungen testen und zum Beispiel Aufschluss darüber geben, ob das ungeborene Baby mit Down-Syndrom auf die Welt kommen wird. Dieser Bluttest kann auch das Geschlecht frühzeitig erkennen. Eltern können einen Privatbeitrag leisten, um das Geschlecht ihres Babys schon so früh wie möglich zu erfahren. In Großbritannien soll dies nun verboten werden – denn immer wieder ist dieser Test entscheidend darüber, ob das Baby abgetrieben wird.

Naz Shah von der Labour-Partei verurteilt diese Abtreibungen scharf. Es ist zwar verboten, ein Baby aufgrund des Geschlechts abzutreiben, aber Frauen und Eltern geben immer wieder Scheingründe an, um doch aus alleine diesem Grund abtreiben zu können.

Mädchen werden immer noch aufgrund ihres Geschlechts abgetrieben – auch in Großbritannien ©Thinkstock

In asiatisch geprägten Kulturen gibt es einen starken Wunsch nach männlichen Babys. Das kann solch einen Druck auf Frauen ausüben, dass sie die frühzeitige Erkennung des Geschlechts als einzige Möglichkeit sehen, den Erwartungen der Familie gerecht zu werden – und notfalls das Baby, also ihr Mädchen, abzutreiben. Der Bluttest ist eigentlich dafür gedacht, Krankheiten wie das Down-Syndrom frühzeitig zu erkennen. Das Geschlecht wird bei den Ergebnissen nicht mitgeteilt. Dennoch bieten private Kliniken für 150-200 britische Pfund diesen Test an und geben den Eltern auch gleich Bescheid, welches Geschlecht ihr Baby haben wird.

Das kann zu fatalen Folgen für Mädchen führen – mehrere persönliche Berichte über die Situation für Frauen in Großbritannien wurden erst kürzlich in einem Bericht der BBC beschrieben.  Die Brisanz: Nicht nur in China und Indien werden Mädchen aufgrund ihres Geschlechts abgetrieben, auch in Europa wird diese Praxis verfolgt. In britischen Internetforen finden sich tausende Posts, in denen Frauen ihre Angst, mit einem Mädchen schwanger zu sein, formulieren.

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Shah fordert deshalb die Politik dazu auf, solche Vorgehensweisen von privaten Kliniken zu unterbinden und zu verbieten. Das Gesundheitsministerium will die Sachlage weiter untersuchen und in Augenschein nehmen.

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