Ab Mittwoch erneut Kita-Streik in vielen Bundesländern

Erziehung von Kindern und soziale Arbeit müsse besser bezahlt werden, fordern die Gewerkschaften. Vor der nächsten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern wird es am 16. April neue Warnstreiks in den Kitas geben.

Eltern von Kita-Kindern müssen sich in den nächsten Tagen und Wochen auf weitere Warnstreiks einstellen. Ver.di, die Bildungsgewerkschaft GEW und auch die kleinere Gewerkschaft Komba haben angekündigt, dass es zu bundesweiten Protesten kommen wird.

Am 16.April wird es in Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Nord-Rheinwestfalen zu Arbeitsniederlegungen kommen. „Die Eltern der betroffenen Kindergärten werden rechtzeitig informiert“, betont ver.di. Auch in anderen Bundesländern kann es kurzfristig zu weiteren Warnstreiks noch in dieser Woche kommen.

Denn am 16. April steht die vierte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern an.  Die ersten drei Tarifrunden endeten ohne Ergebnis. Die Gewerkschaften fordern, dass dir rund 240.000 kommunalen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst  in höhere Entgeltgruppen eingestuft werden. Dies entspricht einer Gehaltserhöhung von durchschnittlich zehn Prozent. Die Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) lehnen diese Forderung ab. Damit kämen auf die  Kommunen Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro pro Jahr zu.

 

Streik bei den Mitarbeitern von Erziehungs- und Sozialberufen © Uwe Hiksch/flickr.com
Streik bei den Mitarbeitern von Erziehungs- und Sozialberufen © Uwe Hiksch/flickr.com

Nicht nur finanziell sollen Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagogen, Fachkräfte für Arbeits- und Berufsförderung, Kinderpflegerinnen sowie Heilpädagogen aufgewertet werden. Die Arbeit mit und für Menschen habe endlich mehr Anerkennung verdient, erklärt die Gewerkschaft ver.di

Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat erhebliche Verbesserungen für Erzieher und Kinderpfleger bei den laufenden Tarifverhandlungen gefordert. „Wir müssen langfristig die Löhne der Erzieherinnen und Erzieher auf das Niveau von Grundschullehrern anheben“, sagte Schwesig. Ein solcher Gehaltssprung sei nicht auf einem Mal zu schaffen, wichtig sei vor allem auch, dass die Betreuung von Kleinkindern habe deutlich mehr Wertschätzung verdiene.

Das Argument, dass die kommunalen Arbeitgeber kein Geld hätten, um Erzieher besser zu bezahlen, lässt Verdi-Chef Frank Bsirske  nicht gelten. So seien Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen angestiegen. „Wenn wir solche Argumente in dieser Situation akzeptierten, könnten wir uns mit der Aufwertung der sozialen Berufe gleich auf zwei bis drei Jahrzehnte vertagen. Das können wir uns gesellschaftlich nicht leisten“, sagte Bsirkse.

Es sei im allgemeinen Interesse, dass soziale Berufe attraktiver gemacht werden. Hohe Verantwortung, wenig Lohn und eine sehr hohe Teilzeitquote machten die wichtigen Beruf unattraktiv. Die Beschäftigten erwarten zu Recht, dass ihre anspruchsvolle pädagogische Arbeit so bewertet und bezahlt wird, wie die Tätigkeiten von Fachkräften in anderen Branchen, “ so ver.di Verhandlungsführer Onno Dannenberg.

Am 20. April wird zu einem landesweiten Streik mit zentraler Kundgebung in Stuttgart aufgerufen. Bis zum 12. Mai wurden bereits Verhandlungstermine im Tarifstreik geplant, so lange müssen sich Eltern und Kinder auf Schließungen von Kindertagesstätten, Beratungsstellen und anderen kommunalen Einrichtungen einstellen.