Tipps für den Schulstart – so erleichterst du deinem Kind die Eingewöhnung

Wie klappt der Start in die Schule am besten? Worauf sollten sich Eltern einstellen? Mit diesen Tipps gelingt es zögerlichen Schulanfängern leichter, sich einzugewöhnen.

Die Freude ist groß, denn ein neues Kapitel im Leben beginnt. Viele Kinder und Eltern sehnen die Schulzeit herbei und sind auf alles gespannt, was nun kommt. Aber es gibt auch jene, die sich mit dem anstehenden Schulbesuch noch gar nicht beschäftigen mögen. Ihnen fällt es schwerer, sich auf die neue Situation einzulassen. Dann sind viel Fingerspitzengefühl und gute Vorbereitung gefragt.

Ängste ernst nehmen

Philipp, der einstige Kindergartenstürmer, wird nun im Hinblick auf den bevorstehenden Schulanfang ganz blass und fast schüchtern. „Freust du dich denn auf die Schule?“ Diese Frage hört er von allen Seiten. Am liebsten würde er sagen: „nein, ich möchte viel lieber im Kindergarten bleiben.“ Stattdessen antwortet seine Mutter: “natürlich, er kann es kaum erwarten.“ So richtig wahr ist das nicht, aber er traut sich nicht gerade herauszusagen, dass er Angst vor der Schule hat.

Kinder rücken nicht immer mit der Sprache heraus. Eltern sollten daher ihre feinen Antennen ausstrecken und das Gespräch mit ihrem Nachwuchs suchen. Kinderängste wollen gehört werden. In einem einfühlsamen Austausch können Kinder ihren Eltern berichten, bevor sie sich fürchten und was ihnen Unbehagen schafft.

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Tipps für den Schulstart - so erleichterst du deinem Kind die Eingewöhnung (© Getty Images)
Tipps für den Schulstart – so erleichterst du deinem Kind die Eingewöhnung (© Getty Images)

Think Positive!

Die neue Situation ist für die meisten Kinder zunächst nicht greifbar. Bevor sich der Nachwuchs eigene Antworten und Schreckgespenster schafft, ist es hilfreich, wenn Eltern ihnen die Abläufe in der Schule erklären. Offene Fragen können dann beantwortet und die Schule als ein angenehmer Ort dargestellt werden. Das schafft eine positive Grundstimmung. Aber Vorsicht vor falschen Versprechungen. „In der Schule wirst du viele Freunde finden“ ist sehr beliebt bei Eltern.

Wenn sich die Suche nach Freunden allerdings schwieriger gestaltet, sind viele Kinder enttäuscht. Besser eignet sich die Kontaktaufnahme bereits vor der Schule. Kennst du Kinder, die zukünftig mit deinem Nachwuchs in eine Klasse gehen? Wohnen andere Schulanfänger womöglich in eurer Nachbarschaft? Eine erste Kontaktaufnahme vor der Schule kann deinem Kind Sicherheit bringen.

Mitentscheiden lassen

Kinder entscheiden gerne mit. Wenn dein Nachwuchs das Gefühl hat, er kann an dem Prozess teilhaben, werden sich viele Befürchtungen als überflüssig erweisen. Folgende Fragen und Entscheidungen kannst du mit deinem Kind gemeinsam beantworten bzw. treffen:

  • Auf welche Grundschule möchte ich gehen?
  • Mit welchen Kindern möchte ich in eine Klasse? Bei der Anmeldung werden oftmals Wünsche der Schulanfänger berücksichtigt.
  • Wie sollte mein Schulranzen aussehen?
  • Welche Materialien müssen wir für den Schulanfang kaufen?

Du kannst dein Kind auch mit zur Schulanmeldung nehmen. So gewinnt es einen ersten Eindruck vom Schulgebäude. Das gemeinsame Einkaufen der Schulmaterialien nimmt viel Zeit in Anspruch. Beginne daher bereits einige Monate vor dem Schulanfang mit den Besorgungen, damit sich dein Kind mit den Materialien vertraut machen kann.

Die Schule kennenlernen

Der Tag der offenen Tür ist eine prima Gelegenheit, um deinem Kind die Räumlichkeiten der Schule zu zeigen. Dort erhalten die angehenden Schüler auch einen Einblick in den Schulalltag, indem sie eine ganz normale Schulstunde mitverfolgen können. Viele Kindergärten besuchen im letzten Einrichtungsjahr die Schule, um die Sprösslinge an die neue Umgebung zu gewöhnen. Darüber hinaus kannst du öfter mal an der Schule vorbei gehen, damit dein Kind den Schülern beim Spielen auf dem Hof zusehen kann. Auch die Einübung des Schulweges kann deinem Kind Sicherheit verschaffen und die Vorfreude steigern.

Loslassen lernen (© Getty Images)
Loslassen lernen (© Getty Images)

Und wenn ich nicht loslassen kann?

Vielen Eltern fällt es schwer, ihre Kinder in einen neuen Lebensabschnitt zu entlassen. Der Nachwuchs genießt in der Schule viel mehr Freiheit, zum Beispiel was das Spielen auf dem Hof anbelangt. Alles wirkt weniger behütet und das kann Eltern wiederum Angst machen. Diese Befürchtungen sind ganz normal, sollten jedoch nicht auf das Kind übertragen werden. Herzzerreißende Abschiede mit Tränen sollten möglichst vermieden werden, um den Nachwuchs nicht zu verunsichern. Stattdessen sollte die Selbstähnlichkeit gefördert werden.

Kleine Aufgaben, die du deinem Kind überträgst, stärken das Verantwortungsgefühl. Du könntest auch beginnen, deinem Kind das Schnüren der Schuhe beizubringen. Der Nachwuchs ist stolz, wenn er passend zum Schulanfang Schuhwerk für große Kinder tragen kann. Selbstverständlich ist das keine Pflicht, sondern lediglich ein weiterer Schritt in die Selbstähnlichkeit.

Noch ein letzter Tipp: Vermeide Floskeln à la: “In der Schule beginnt der Ernst des Lebens!“ oder „Bald ist Schluss mit der Albernheit!“ Diese Aussagen können das Schreckgespenst Schule erst richtig beflügeln.

Wir wünschen euch einen schönen Start in die Schule!

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