Alle Jahre wieder

Hilfe, die Eier kommen… Ihr Kind geht noch nicht in den Kindergarten? Seien Sie froh und freuen Sie sich entspannt auf Ostern. Für alle anderen gilt: Eieralarm. Ein Erlebnisbericht – selbstverständlich reichlich außer Puste…
Eigentlich mochte ich Eier. Nein ehrlich, ab und an zum Frühstück. Und beim Bauernfrühstück. Ich war nie ein großer Eierfan. Die Dinger haben mich nie wirklich beschäftigt.
Osterfest mit Kindern
Kinder lieben Ostern (Panthermedia Alexander Zschach)
Doch seitdem letzten Jahr ist alles anders. Denn Eltern von Kindergartenkinder haben ein ganz besonderes Verhältnis zu Eiern. Die erste Warnung kam Ende Januar: Meine knapp dreijährige Tochter erspähte die ersten farbigen Eier im Supermarkt. Solche wollte sie auch haben. Das war nur das Vorspiel, als dann ein paar Tage später die Schokohasen und die Schoko-Eier im Laden auftauchten, war das entspannte Einkaufen vorbei. Vorfreude auf Ostern beginnt fast so früh, wie Vorfreude auf Weihnachten.
Der wahre Eier-Wahnsinn fing so harmlos an:  „Wir brauchen ausgepustete Eier“ stand auf dem Zettel am Mitteilungsbrett des Kindergartens. Jede Familie sollte zehn Eier mitbringen. Ehrensache. Haben Sie schon mal ein dutzend Eier ausgeblasen? Zwölf sollte man einrechnen, zwei gehen kaputt. Und dann zwei Löchlein bohren – und schon dürfen sich die Kinder an Mamas rotem Kopf erfreuen. Es gibt sogar Ausblashilfen, aber das ist doch nur was für Weicheier. Echte Kindergarteneltern scheuen keine Puste, damit ihre lieben Kleinen auch ordentlich basteln dürfen. Tapferkeitsmedaillen gibt es leider nicht.
Sind die Eier endlich alle fein säuberlich von ihrem Inhalt befreit und den Erzieherinnen übergeben, dürfen sich die Eltern auf eine doppelte Bescherung freuen. Die erste fängt zu Hause direkt nach dem Auspusten an: Eierwahnsinn auf dem Speiseplan. Denn was tun mit den Dingern? Kuchen backen, Pfannkuchen oder Rührei? Mir gingen schnell die Ideen aus. Vor allem weil dem ersten Zettel noch ein weiterer folgte: „Wir brauchen noch mal Eier.“ Zu Hause wollten beide Kinder auch noch Eier anmalen. Im letzen Jahr habe ich ungelogen 40 Eier ausgepustet. Damit war ich bei den Kindergarteneltern weit unten in der Liste. Bin ja auch noch Anfängerin und habe nur ein Kindergartenkind.
Der zweite Teil der Bescherrung? Die liebevoll verzierten Kleinode dürfen wieder mit nach Hause. Mein Tochter hatten im letzten Jahr alle Farben auf einmal verteilt. Die bräunlich-schwarzen Kunstwerke waren ihr ganzer Stolz. Sie wollte sie unbedingt selbst auf dem Heimweg tragen. Sie war müde und stolperte. Die anschließende Katastrophe hätte ich ahnen müssen. Erklären Sie mal einer Dreijährigen, warum man Eier nicht mehr zusammenkleben kann…
In diesem Jahr wurden aus braunen Eiern Hasen gebastelt und der Trend 2009 geht zum Glitzer-Osterei. Da meine Tochter jetzt schon vier Jahre alt ist, betrachtet sie das eine heile Kunstwerk der letzten Saison eher mit Verachtung. In diesem Jahr will sie rosa Lilifee-Eier malen. Ich bin gespannt.
Habe ich schon erwähnt, dass mein Sohn im nächsten Jahr auch im Kindergarten ist? Vielleicht sollte ich dann schon im November mit dem Auspusten beginnen. Und was macht man mit 80 Eiern? Bin für jede Anregung dankbar. Ideen bitte an die Redaktion.