Elterninitiative im Netz: Familie 2.0 will Vereinbarkeit vorantreiben

Die Aufschrei-Debatte auf twitter, bei der es um sexistisches Verhalten ging, hat gezeigt, dass Aktionen aus dem Internet viele Menschen erreichen können. Zum internationalen Weltfrauentag am 08. März 2013 starteten drum 4 Mütter, die aus Frust Energie entwickelten, die Aktion „Familie 2.0“. Eltern sind heutzutage gut im Internet vernetzt und bei allen Unterschieden in der Lebensführung ziemlich einig, dass die Familienpolitik den tatsächlichen Bedürfnissen hinterherhinkt.

Worum geht es in der Aktion „Familie 2.0?

Familien wollen, dass die Politik Rahmenbedingungen schafft, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich verbessern. Um deutlich zu machen, was Eltern helfen würde, und auch, um daran zu erinnern, dass Eltern Wähler sind, haben die Initiatorinnen von „Familie 2.0“ einen offenen Brief an die drei mächtigen Frauen in Deutschland, Bundeskanzlerin Merkel, Familienministerin Kristina Schröder und die Ministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, aufgesetzt.

Dieser Brief listet die Forderungen bzw. Vorschläge der Initiative stichpunktartig auf:

1. Ein einheitliches Bildungssystem in allen Bundesländern
2. Qualitativ hochwertigere Betreuungsangebote für unsere Schulkinder innerhalb unserer Arbeitszeiten
3. Besser bezahlte Erzieher/ Pädagogen
4. Eine bessere Einbindung der Generation 60+
5. Flexible Arbeitszeitlösungen für Mütter und Väter
6. Kein Ehegattensplitting, sondern eine steuerliche Entlastung der Familien mit Kindern

 

logo familie 2.0

Wie will die Aktion Familie 2.0 ihre Ziele erreichen?

Elternblogger sind aufgerufen, sich der Aktion über einen Blogbeitrag anzuschließen und zur Verbreitung des Forderungskatalogs beizutragen. Es haben bereits wenige Stunden nach dem Start der Initiative zahlreiche Familienblogs einen Beitrag veröffentlicht – die Liste der Unterstützer ist hier nachzulesen.

Parallel dazu hofft die Initiative, dass möglichst viele Eltern oder auch Großeltern, Onkel und Tanten, den offenen Brief entweder an das Familienministerium mailen oder sich das auf der Homepage von „Familie 2.0“ bereitgestellte pdf ausdrucken, dies unterschreiben und per Post auf den Weg bringen.

Wie kann man die Aktion unterstützen?

Wer hat die Initiative ins Leben gerufen?

Vier Frauen und Mütter, die insgesamt 10 Kinder haben und genügend Frust über die Schwierigkeiten, Familie und Beruf zu vereinbaren: die Bloggerinnen Rebecca Harms (Mama-nagement Blog), von der auch das Logo der „Aktion Familie 2.0“ stammt, Bloggerin Andrea Reif (Munich’s Working Mom), Bilanzbuchhalterin und geprüfte Erzieherin Tina Weinmayer und Christine Finke (Mama arbeitet Blog).

Die Initiatorinnen haben sich über das Internet kennengelernt und über die Stationen Jammern, Schimpfen, Erschöpfung und Wut zur Kreativität gefunden. Ein persönliches Kennenlernen hat bisher noch nicht stattgefunden – die virtuellen Verbündeten sind bestens vernetzt und in diversen Gruppen im Internet aktiv, bisher jedoch politisch nicht tätig.

 

Brief-in-PapierformWie geht es weiter?

Es wird interessant sein, zu beobachten, ob die angeschriebenen Politiker reagieren, und in welcher Form sie das tun. Als Elternwebseite unterstützt die liliput-lounge die Aktion, und hat das Logo auf ihre Startseite eingebunden. Wir werden weiter berichten, und drücken die Daumen!

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