Wenn Vater oder Mutter rauchen – warum Passivrauchen für Babys und Kinder so schädlich ist

Spätestens in der Schwangerschaft geben Mütter und Väter meist das Rauchen auf, denn sie verhelfen ihren ungeborenen Kindern hiermit zu einem besseren gesundheitlichen Start ins Leben. Doch nach der Geburt wird vermeintlich angenommen, man rauche nun wieder ‘für sich’, setze nur sich selbst einer Gefahr aus. Um es kurz zu halten: Das stimmt so nicht.

In der Kneipe, in einer Bar oder auch schnell auf dem Weg vom Büro nach Hause – eine kleine Zigarettenpause hier, ein Kippchen da. Die Finger müffeln, der Mund ist trocken, das Essen schmeckt nicht mehr wirklich intensiv und teuer ist es zu allem Überfluss auch noch! Und gesundheitsschädlich. Tumore und Krebs können durch das Rauchen ausgelöst werden – und zum Tode führen. Natürlich sind alle diese Informationen nichts neues für uns, kein Raucher kann sich den Bildern und Texten auf Zigaretten- und Tabakpackungen vollkommen verschließen. Trotzdem, es gibt sie noch, die Raucher. Rauchende Kollegen, rauchende Nachbarn und – rauchende Eltern, rauchende Mütter, rauchende Väter.

Kinder in Raucherhaushalten

Schätzungsweise die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren leben in Deutschland in einem Raucherhaushalt. Und gerade Kinder reagieren besonders empfindlich auf die Giftstoffe im Tabakrauch. Ihr Körper befindet sich noch in der Entwicklung und ihre Organe, zum Beispiel die Lunge, können schnell schwer geschädigt werden. Kinder haben eine höhere Atemfrequenz und ihr Körper ist noch nicht genügend ausgereift, um Giftstoffe abzubauen. So nehmen sie beim Passivrauchen die Schadstoffe des Tabakqualms in deutlich höherer Konzentration auf als Erwachsene.

Rauchende Mütter, rauchende Väter (© Thinkstock)
Rauchende Mütter, rauchende Väter (© Thinkstock)

Passivrauchen belastet Kinder (© Thinkstock)

Väterliches Rauchen als Risikofaktor

In vielen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass nicht nur Rauchen während der Schwangerschaft bestimmte Risiken für das Kind erhöht, sondern auch das Passivrauchen nach der Geburt. Dabei gilt auch väterliches Rauchen als Risikofaktor.


Der plötzliche Kindstod ist beispielsweise in Raucherfamilien wahrscheinlicher. Ebenfalls ist das Risiko des Kindes, an einer Allergie, insbesondere an allergischem Asthma bronchiale, zu erkranken, deutlich höher. Dazu kommt, dass passivrauchende Säuglinge und Kinder anfälliger gegenüber einer Reihe von Erkrankungen sind. Sie erkranken zum Beispiel häufiger an akuter oder chronischer Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Bronchitis, Asthma und anderen Atemwegserkrankungen.

So atmet ein Kind in einem vollgequalmten Raum pro Stunde so viele Schadstoffe ein, als würde es selber eine Zigarette rauchen. Würde es tagtäglich mitrauchen, nähme sein Körper in kurzer Zeit das Gift von einigen hundert Zigaretten auf. Bei jedem Kind, das in einem Raucherhaushalt aufwächst, lassen sich diese entsprechenden Schadstoffe im Blut nachweisen! Da sich diese Schadstoffe in Tapeten, Teppichen, Vorhängen und Möbeln festsetzen, bleiben sie auch nach intensivem Lüften noch lange in der Luft und werden weiterhin eingeatmet. Wenn auf kleinem Raum, zum Beispiel im Auto, geraucht wird, konzentriert sich der Giftgehalt.

Einziger Ausweg: Rauchfrei

Wer wünscht seinem Kind diese Krankheiten? Natürlich niemand. Dennoch ist es für viele schwer, sich die Risiken bewusst zu machen und sich dem Problem zu stellen, eben nicht nur sich, sondern auch den kleinsten unserer Gesellschaft zu schaden. Der damit unumgängliche Verzicht auf Zigaretten fällt Rauchern oft schwer. Aber die Motivation, seinen Kindern somit schwere Krankheiten zu ersparen, macht es leicht(er).

Hilfreiche Tipps, wie ihr mit dem Rauchen aufhören könnt, lest ihr hier.


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