Das ändert sich 2018 für Familien und Eltern (© Thinkstock)

Das ändert sich 2019 – mehr Kindergeld, mehr Mindestlohn und mehr Hartz IV

Kindergeld: Erhöhung um 10 Euro

Das Kindergeld wird auch in diesem Jahr angehoben, denn im kommenden Jahr startet ein 9,8 Milliarden Euro schweres Entlastungspaket für Familien. Das Kindergeld steigt somit ab Juli um zehn Euro pro Kind im Monat. Für das erste und zweite Kind gibt es dann 204 Euro, für das dritte 210 und für jedes weitere Kind 235 Euro monatlich.

Auch der steuerliche Kinderfreibetrag wird angepasst, von bislang 4.788 Euro auf 4.980 Euro. Zusammen mit dem Betreuungsfreibetrag macht das ab 2019 insgesamt 7.620 Euro statt bisher 7.428 Euro. Zudem steigt der Grundfreibetrag der Steuerzahler von 9.000 auf 9.168 Euro (2019). Auch der Höchstbetrag für den Abzug von Unterhaltsleistungen soll leicht steigen.

 

[caption id="attachment_32821" align="aligncenter" width="600"]Das ändert sich 2018 für Familien und Eltern (© Thinkstock) Das ändert sich 2019 für Familien und Eltern (© Thinkstock)[/caption]

 

Höherer steuerlicher Freibetrag

Die Einkommensgrenzen für alle Steuersätze werden um 1,84 Prozent angehoben. Es gibt somit eine Rückzahlung der „kalten Progression“, die Einkommenszuwächse wegen inflationsbedingt steigender Preise zum Teil „auffrisst“. Insgesamt soll sie um 2,2 Milliarden abgebaut werden.

Bei Erwachsenen werden erst ab einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 9.168 Euro im Jahr Einkommensteuern fällig – das sind 168 Euro mehr als in 2018. Für die gemeinsame Veranlagung steigt die Grenze auf 18.336 Euro.

Mindestbemessungsgrundlage gesenkt

Für hauptberuflich Selbstständige mit geringen Einkommen halbiert sich der Mindestbeitrag in den gesetzlichen Krankenkassen von rund 360 Euro auf rund 156 Euro. Der Grund: Ab dem neuen Jahr sinkt die Mindestbemessungsrundlage auf 1.038,33 Euro (2018: 2.284 Euro). Auch bisher vorgeschriebene Nachweise sollen wegfallen. Das Gesetz sieht zudem vor, dass frühere Zeitsoldaten leichter in gesetzliche Krankenkassen kommen können. Nicht zuletzt müssen gesetzliche Kassen mit besonders großem Finanzpolster ihre Reserven ab 2020 binnen drei Jahren abbauen – vorausgesetzt, dass bis dahin eine Reform des komplizierten Finanzausgleichs unter den Kassen geschafft ist.

Versicherungspflichtgrenze steigt

Die Versicherungspflichtgrenze klettert bundesweit von 59.400 Euro auf 60.750 Euro. Bis zu diesem Einkommen müssen sich Arbeitnehmer bei den gesetzlichen Krankenkassen versichern. Oberhalb der Grenze können sie in die Private Krankenversicherung wechseln – also ab einem Monatseinkommen von 5.062,50 Euro.

Mindestlohn steigt auch für Minijobber

Der Mindestlohn klettert zum 1. Januar 2019 von aktuell 8,84 Euro pro Stunde auf 9,19 Euro, ab 2020 weiter auf 9,35 Euro. Auch, wer einen Minijobber beschäftigt, muss sich an den neuen Mindestlohn halten und sowohl den Lohn als auch den Arbeitsvertrag im Zweifel anpassen. Denn wird die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat überschritten, wird das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig. Wer das vermeiden will, sollte die Arbeitszeit entsprechend verringern.

Brückenteilzeit bringt Recht auf Rückkehr in Vollzeit-Job

Ab dem Jahr 2019 haben die Arbeitnehmer in Deutschland zudem das Recht, nach einer Teilzeitbeschäftigung wieder voll zu arbeiten. Die befristete Teilzeit, mit anschließender Brücke in Vollzeit, gilt jedoch nicht in kleinen Betrieben. Erst in Unternehmen mit mehr als 45 Arbeitnehmern haben Beschäftigte künftig Anspruch auf eine befristete Teilzeitphase.

Unternehmen, die zwischen 46 und 200 Arbeitnehmer haben, müssen allerdings je 15 Arbeitnehmer nur einem Beschäftigten den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren. Arbeitnehmer können dann einen Antrag auf Brückenteilzeit stellen, wenn sie länger als sechs Monate im Unternehmen beschäftigt sind. Die Teilzeitphase kann zwischen einem und fünf Jahren dauern. Bei Arbeitnehmern, die bereits in Teilzeit sind und mehr arbeiten wollen, soll der Arbeitgeber gegebenenfalls beweisen müssen, dass kein passender Arbeitsplatz frei ist.

Mehr Hartz IV

Alleinstehende mit Hartz IV bekommen 2019 acht Euro mehr pro Monat. Der Regelsatz steigt dann auf 424 Euro. Wer mit einem anderen bedürftigen Erwachsenen wie dem Ehepartner in einer Wohnung lebt, für den steigt der Satz um 8 auf 382 Euro. Für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren gibt es eine Erhöhung um 6 auf 322 Euro. Bis zur Vollendendung des sechsten Lebensjahres zahlt der Staat künftig 245 Euro, 5 Euro mehr als bislang. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren steigt die Leistung um 6 Euro auf 302 Euro monatlich.

Startschuss für das „Gute-Kita-Gesetz“

Deutschlands Kitas sollen besser und für Geringverdiener kostenlos werden. Ab 2019 sollen die Länder dafür Mittel über das „Gute-Kita-Gesetz“ erhalten können. Bis 2022 sollen dafür 5,5 Milliarden Euro vom Bund an die Länder fließen. Im neuen Jahr sollen es zunächst 500 Millionen Euro sein. Mit dem Geld können zum Beispiel längere Öffnungszeiten oder zusätzliche Erzieher für Kindergärten und Kindertagesstätten finanziert werden.