Schichtarbeit der Eltern wirkt sich negativ auf Kinder aus

Arbeiten in den späten Abendstunden, Nachts und am Wochenende beeinflusst nicht nur den Arbeitnehmer selbst. Auch die Kinder von Eltern, die überwiegend zu diesen Zeiten arbeiten, haben unter negativen Folgen zu leiden, wie eine Metastudie zeigt.

Ein internationales Forscherteam am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin (WZB) hat 23 Studien aus entwickelten Ländern ausgewertet. Ziel war es herauszufinden, welchen Einfluss die Arbeitszeiten der Eltern auf ihre Kinder haben.

Auch wenn die Forscher zu bedenken geben, dass der Einfluss einzelner Faktoren schwer zu ermitteln ist, wiesen 21 der untersuchten Studien eine klare Tendenz auf: Kinder, deren Eltern zu ungewöhnlichen Zeiten arbeiten müssen, sind häufiger fettleibig, können schlechter lesen und rechnen als Gleichaltrige und auch ihre soziale und emotionale Kompetenz ist geringer. Die Nacht- und Wochenendarbeit der Eltern führe zu depressiven Symptomen, die Eltern müssten aufgrund der Arbeitszeiten häufig ihre  Erziehungsaufgaben vernachlässigen und so fehle die Nähe zum Kind. Diese Faktoren würden sich dann negativ auf den Entwicklungsstand der Kinder auswirken.

Allerdings betonen die Forscher, dass auch die individuelle Familiensituation das Wohlergehen der Kinder stark beeinflusse. So konnten sie in den Studien zusätzliche verstärkende Faktoren feststellen: Wenn das Einkommen der Eltern nur gering, nur ein Elternteil vorhanden war und dieser Vollzeit in Schichtarbeit beschäftigt war, so verstärkte sich der Einfluss der Arbeitszeiten auf das Kind.