Ganz die Mutter?

Wie oft haben mich bestimmte Sätze und Marotten meiner Mutter genervt. Nun habe ich selbst zwei Kinder. Und muss feststellen: Ich bin genauso! Hilfe! Ganz viele Sprüche die ich sage, habe ich früher selbst gehört.

Als Kind stellten sich meine Nackenhaare meist schon hoch, wenn meine Mutter meinen Namen in einem bestimmten Tonfall rief. Ich wusste, das gab Ärger. Umso älter ich wurde, desto nerviger fand ich bestimmte Sprüche. „Mütze auf!“ rief sie mir bis zum 13. Schuljahr hinterher, wenn ich mit dem Rad zur Schule fuhr. Ich nahm das scheussliche Wollteil immer gleich wieder ab.
 
Auch einige ihrer kleinen Ticks fand ich anstrengend. Socken mussten in einer bestimmten Art zusammengelegt werden, Handtücher und Pullover selbstverständlich auch. Faltordung im Schrank. Und dann war da noch die Sache mit den Marmeladengläsern: Falls sie im Sommer wieder einmachen wollte, musste das ganze Jahr lang gesammelt werden. Im Keller hortete sie Lebensmittel – da wurde sie nur von meiner Oma getoppt.
 
Einige Jahre und zwei Kinder später kam dann der Schock. Es fiel mir erst gar nicht auf. Ich pampte meinen Mann an, weil er meine gesammelten Gläser weg werfen wollte – die brauche ich noch für selbstgemachten Senf oder Marmelade! Im Schrank habe ich immer diverse Ravioli-Dosen, man weiß ja nie. Und wennn mein Liebster die Kleidung so merkwürdig in die Schränke legt, kriege ich eine Krise. Genau das sage ich dann auch.
 
Gestern schimpfte meine Tochter mit ihrer Puppe: „Wie sieht es denn hier schon wieder aus? Ich glaub ich krieg eine Krise.“ Die spricht wie ihre Oma, dachte ich. Und dann hielt ich inne. Nee, die spricht wie ICH. Hilfe, ich bin wie meine Mutter!
 
Beruhigend ist, damit bin ich nicht allein. Studien haben gezeigt, dass acht von zehn Müttern unter Stress sowohl zur Wortwahl ihrer eigenen Mütter, als auch zu deren Verhalten neigen. Dass muss ja auch nicht immer falsch sein. Meine Mutter ist immerhin auch sehr liebenswert, spontan und aufgeschlossen.  
 
Trotzdem, Mama-Sprüche sind ein Ding für sich. Wir haben die besten Mutter-Sätze gesammelt – finden Sie sich auch wieder?
 
  • „Wie heißt das Zauberwort?“
  • „Was sagt man?“ (Kind soll sich bedanken)
  • „Ich zähle bis Drei!“
  • „Dich juckt wohl das Fell?!“
  • „Ich bin doch nicht dein Dienstbote!“
  • „Muss ich alles drei Mal sagen?“
  • „Mein lieber Freund…“ (drohend)
  • „Fräulein…“ (drohend)
  • „Ich wünsch‘ dir mal ein Kind, das so frech ist, wie du!“
  • „Hör zu, wenn ich etwas sage!“
  • „Hände waschen!“
  • „Hand vor den Mund!“
  • „Mund zu, Herz wird kalt!“
  • „Ich bin nicht böse, nur wahnsinning enttäuscht.“
  • „Wenn du meinst. Dazu sage ich jetzt nichts.“

 

Möchten Sie die Liste ergänzen? Haben Sie sich auch schon mal dabei ertappt, dass Sie die Sprüche aus der Kindheit selbst gesagt haben?

 

 Foto: © Ramona Heim – fotolia.de

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