Väter und Familienfreundlichkeit

Politiker wollen Väter mehr in die Kindererziehung einbinden. In den Personalabteilungen haben es Papas aber immer noch schwer. Das muss anders werden. Aber wie?

Familienorientierte Personalpolitik in Betrieben? Davon träumen die meisten Eltern. Insbesondere Väter müssen oft das Resümee für sich ziehen:  “Karriere wird ab 17 Uhr gemacht – also ohne mich.”
Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist immer noch schwierig. Auf der Fachtagung “Vorfahrt für Väter” des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in Berlin besprachen Experten diese Thematik. Fazit: Mit der Einführung des Elterngeldes, das vielen Männern eine Babypause attraktiv gemacht hat, ist eine aktive Vaterrolle stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt.
Familienfreundlichkeit

Papa und Kind (Panthermedia Bild von Cathy Yeulet)

Aber in Betrieben haben es Väter nach wie vor nicht leicht. “Das Elterngeld war nur ein winziger Schritt”, so Evelyn Selinger, Familienreferentin beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. “Deutschland ist erst dort, wo Skandinavien schon vor 40 Jahren war.”
In Dänemark und Schweden gleichen manche Unternehmen dem Mitarbeiter die Differenz zwischen Elterngeld und Gehalt aus, um ihn langfristig zu halten. In Deutschland dagegen ist es für viele Männer immer noch ein Spagat gleichzeitig aktiver Vater und engagierter Mitarbeiter zu sein.
Die Botschaft der Tagung lautet: Väterfreundlichkeit zahlt sich für Unternehmen auch wirtschaftlich aus. Beispiele gibt es genug, etwa das der die Firma Anton Schöneberger Stahlbau & Metalltechnik in der Oberpfalz. In der Männerdomäne setzten die Geschäftsführerinnen auf eine konsequente Familienpolitik. Das Ergebnis: null Fluktuation, der Krankenstand liegt bei 1,8 Prozent.
“Familienpolitik ist keine Sozialromantik, sondern sorgt für loyale und motivierte Mitarbeiter,“erklärt auch Volker Baisch, Gründer der Organisationsberatung „Dads“ und Initatior einer Internetplatform für Väter.
Es gibt mehr Praxisbeispiele: etwa die Auflockerung der Anwesenheitspflicht um Arbeit von zu Hause aus ermöglichen, die Einrichtung einer Betriebs-Kindertagesstätte oder die Festlegung eines Vertreters, sodass Väter flexibel eine Auszeit nehmen können, wenn sie zu Hause gebraucht werden. “Väter von heute wollen beides: Erfolg in der Familie und im Beruf“, sagt Eberhard Schäfer, Leiter des Väterzentrums Berlin, das die Fachtagung mitgestaltete. Sein Kollege, der Sozialpädagoge Marc Schulte fügt zu: „Engagierte Vaterschaft wird überall gefordert, aber kaum gefördert.“

, , , ,