15 Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit

Fast jede Schwangere leidet in den ersten Wochen unter Übelkeit. Lesen Sie, welche Mittel helfen und warum Schwangerschaftsübelkeit ein gutes Zeichen ist. Diese körperliche Reaktion ist normal und gesund – wir verraten die fünfzehn besten Tipps, um die Beschwerden zu lindern…

Filmreif, diese Szenen. Eine Schwangere wacht morgens auf, rennt ins Bad und ein Würgen ist zu hören. Die nächste Schwangere sitzt im Bus, eine stark parfümierte Dame nimmt den Platz neben ihr ein – die werdende Mutter hechtet aus dem Bus, die Hand vor den Mund gehalten. Oder die Schwangere, der im Restaurant plötzlich speiübel wird. Was auf der Leinwand oft witzig wirkt, ist im wahren Leben allerdings wenig schön. Tatsächlich kämpfen rund 50 bis 90 Prozent aller Schwangeren mit Übelkeit in der Frühschwangerschaft.

Ab wann tritt Schwangerschaftsübelkeit auf?

Besonders ausgeprägt ist Schwangerschaftsübelkeit zwischen der 6. und 12. Schwangerschaftswoche. Den meisten Frauen ist vor allem direkt nach dem Aufwachen schlecht – einige haben aber auch am Nachmittag oder den ganzen Tag lang mit dem Problem zu kämpfen. Schuld an dem Übel ist vermutlich der stark gestiegene Spiegel des Schwangerschaftshormons HCG (Human Choriongonadotropin). Wenn dieser ab dem dritten Schwangerschaftsmonat wieder sinkt, verschwindet die Übelkeit fast immer. Eine Ausnahme sind Fälle von besonders heftiger und ausgeprägter Übelkeit (Emesis gravidarum), hier sollte unbedingt der Gynäkologe um Rat gebeten werden und eventuell medikamentös behandelt werden.

Übelkeit in der Schwangerschaft

Übelkeit gehört zu den häufigsten Schwangerschaftssymptomen (Bild: thinkstock)

Schwangerschaftserbrechen hat auch Vorteile: es zeigt, dass die Schwangerschaft sich gesund entwickelt. Der mütterliche Körper kann so Schadstoffe ausscheiden, die ansonsten das Kind belasten könnten. Und Studien zeigen zudem, dass Frauen, die unter Schwangerschaftsübelkeit leiden, weniger Fehlgeburten haben.

Ein besonders heikles Thema ist die Ernährung. Betroffene Schwangere kämpfen nicht nur immer wieder mit ihrem Mageninhalt, sie vertragen auch häufig kein fettes, säuerliches oder stark gewürztes Essen. Allein der Geruch oder der Gedanke an bestimmte Lebensmittel, oder Duftstoffe, wie Parfüm, kann Übelkeit auslösen. Auch dies liegt an der hormonellen Veränderung. Meist legt sich dies genauso, wie eine Veränderung des Geruchssinns.

Mittel gegen Schwangerschaftsübelkeit – was hilft?

Schwangerschaftsübelkeit ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen der Veränderung des Körpers, ähnlich wie die bleierne Müdigkeit. Trotzdem kann sie natürlich wirklich unangenehm sein. Das richtige Essen, Hausmittel und Tipps können helfen, die Übelkeit zumindest zu lindern und auslösende Reize zu vermindern.

15 Tipps zur Linderung von Schwangerschaftsübelkeit:

  1. Den Tag ganz geruhsam beginnen. Am besten den Wecker 15 Minuten früher klingeln lassen, damit der Tag mit Ruhe anfängt. Hilfreich kann es sein, noch im Bett lauwarmen Tee, trockenes Brot oder Zwieback zu sich zu nehmen. Schon am Vorabend einfach eine Thermoskanne auf den Nachtisch stellen. Die kleine Mahlzeit hebt den Blutzuckerspiegel, dies ist wichtig, da ein niedriger Blutzucker die Übelkeit verstärkt.
  2. Mahlzeiten in häufigere und kleinere Portionen über den Tag verteilen, das verhindert das Sinken des Blutzuckers, da sich die Übelkeit oft bei einem erniedrigten Blutzucker verstärkt.
  3. Druck des Akupressurpunktes Kei-Nuan am Handgelenk. Auch Akupressur-Armbänder sollen hier gut helfen.
  4. Auch die Zahnpasta und die Größe der Zahnbürste können Auslöser für die Morgenübelkeit sein. Eine Alternative sind elektrische Zahnbürsten, deren kleinere Köpfe als angenehmer empfunden werden. Zähne nicht mit nüchternem Magen putzen und vielleicht eine andere Zahnpastasorte wählen. Nach Erbrechen sollten die Zähne nicht sofort geputzt werden, da die Magensäure den Zahnschmelz angreift.
  5. Die Vitamine B6 und B12 verringern Übelkeit. Enthalten ist Vitamin B6 in Vollkorngetreide, Weizenkeimen Soja, Fleisch, Seefisch, Bananen, Kohl, Lauch, Paprika. Vitamins B12 ist enthalten in Milch, Sauermilchprodukten, Fleisch, Ei oder Käse.
  6. An einer aufgeschnittenen Grapefruit oder Zitrone zu schnuppern hilft. Manche Frauen lutschen auch gern an Zitronenscheiben. Auch natürliche ätherische Öle können gegen Übelkeit helfen – wichtig ist, dass sie natürlich und nicht naturidentisch oder synthetisch sind.
  7. Getrocknete Früchte oder Nüsse knabbern. Aprikosen gleichen den Kalium-Wert aus. Haselnüsse und Mandeln können ebenfalls sehr gut wirken, vor allem wenn sie langsam gekaut werden.
  8. Viel frische Luft, Spaziergänge, ausreichend Schlaf und Ruhepausen sind wichtig.
  9. Tees können wohl tun. Etwa Koriandertee, Fenchel, Anis oder Kamille.
  10. Als besonders gut gegen Übelkeit gilt Ingwer. Entweder in Tablettenform oder als Tee (am besten frisch aufgebrüht, mit Ingwer aus der Apotheke) zu sich nehmen. Allerdings sollte Ingwer nur in den ersten 3 Monaten getrunken werden, da er wehenfördernd wirken kann.
  11. Ausreichend Trinken ist für Schwangere nicht nur wichtig, es hilft auch gegen Übelkeit. Wer damit Schwierigkeiten hat, kann auch Eiswürfel lutschen. Lecker sind Eiswürfel aus Kräutertee oder Fruchtsäften.
  12. Ein Ess-Protokoll kann helfen – so können bestimmte Muster deutlich werden, zu welchen Tageszeiten welche Nahrungsmittel problematisch sein können.
  13. Lavendelkompressen auf Magen und Stirn wirken beruhigend und entspannend
  14. Bittermittel (z.B. Tausendgüldenkraut-Tee) oder auch bittere Speisen wie Radicchio-, oder Rucolasalat, Pampelmusen oder Artischocken können helfen. Interessanterweise sind dies oft auch Speisen, auf die ein Heißhunger herrscht. Gelüsten ruhig nachgeben. Und Lebensmittel, gegen die man eine Abneigung verspürt, vom Speiseplan streichen.
  15. Bei starker Morgenübelkeit schon ab 18 Uhr nichts mehr essen. Generell vor dem Schlafengehen auf Üppiges verzichten, eiweißreiche Snacks, etwa Popcorn mit Nährhefe, Joghurt mit Mandeln bevorzugen.

Wenn keine Besserung eintritt und Sie häufig erbrechen müssen – sprechen Sie mit einem Arzt oder Ihrem Gynäkologen über ihre Beschwerden und mögliche Medikamente.

Hyperemesis gravidarum – schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit

In sehr seltenen Fällen kann die Übelkeit so häufig (mehr als 5 mal am Tag) und so anhaltend auftreten, dass betroffene Frauen mehr als 5% an Gewicht verlieren und dehydrieren. Als Ursache einer solchen schweren Form der Schwangerschaftsübelkeit werden hormonelle und physische Umstellungen des Körpers in der frühen Schwangerschaft vermutet.

Die Behandlung einer schweren Übelkeit kann ambulant erfolgen, aber auch einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen. Hierbei werden zunächst der Flüssigkeit- und Elektrolyhaushalt durch Infusionen wieder ausgeglichen und Medikamente zur Milderung von Übelkeit und Erbrechen verabreicht. Solche Fälle sind mit ca. 1 bis 3 Prozent aller Schwangerschaften selten – müssen aber ernst genommen und behandelt werden. Weitere Infos zur Hyperemesis gravidarum.

Schwangerschaftsübelkeit

Schwangerschaftsübelkeit in den ersten Wochen (Panthermedia Piotr Marcinski)

Studie: Fehlgeburten seltener

Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen werden Übelkeit und Schwindelgefühl für viele werdende Mütter zu einer Art Dauerzustand. Reichlich unangenehm, wenn der eigene Körper sich plötzlich so anders anfühlt und der Hormonrausch einem so sehr zu schaffen macht. Meist legt sich diese unangenehme Begleiterscheinung gegen Ende des ersten Trimesters. Neue Studien aus den USA und Kanada können Betroffene vielleicht ein wenig trösten: Es gilt als erwiesen, dass Frauen, die unter Schwangerschaftsübelkeit leiden, weniger Fehlgeburten haben.

Frauen, die das Glück haben, dass es ihnen blendend geht, müssen sich deswegen aber keine Sorgen machen, erklärt Dr. Ronna L. Chan von der Universität von North Carolina: „Nicht alle Frauen müssen sich übergeben oder neigen zu Übelkeit. Schwangerschaftssymptome unterscheiden sich von Schwangerschaft zu Schwangerschaft, sogar bei derselben Mutter.“

Etwa 50 bis 90 Prozent aller Schwangeren wird in der Frühschwangerschaft schlecht, fanden Dr. Chan und ihr Team heraus. Schon frühere Studien haben gezeigt, dass diese Frauen weniger Fehlgeburten hatten. Das Forscherteam aus North Carolina hat dies nun genauer untersucht – an ihrer Studie nahmen mehr als 2.400 Schwangere teil. Das Besondere an der Studie: es gelang den Wissenschaftlern, die Frauen schon in der Kinderwunschphase anzusprechen, so dass auch wirklich die frühesten Schwangerschaftszeichen dokumentiert werden konnten.

Tatsächlich war 98 Prozent der Befragten ein wenig übel am Morgen. Immerhin 53 Prozent mussten sich wirklich übergeben und neigten zu Schwindelgefühlen. Bei elf Prozent der Studienteilnehmerinnen trat eine Fehlgeburt vor der 20. Schwangerschaftswoche ein. Bei den Frauen, die nicht unter schwerer Übelkeit gelitten hatten, war die Fehlgeburtsrate um 3,2 Prozent höher. Waren die werdenden Mütter ohne Übelkeit älter als 35 Jahre, lag das Risiko einer Fehlgeburt sogar um 12 Prozent höher als bei Gleichaltrigen mit Schwangerschaftsübelkeit.

Doch welches Fazit ziehen die Forscher aus ihren Beobachtungen? Die Studie zeigt, dass Schwangerschaftsübelkeit und das Risiko einer Fehlgeburt zusammenhängen, kann jedoch nicht erklären, wie Erbrechen und eine gesunde Schwangerschaft tatsächlich zusammenhängen. Dazu gibt es allerdings ein paar Vermutungen. So erklärt Dr. Chan: „Eine Erklärung könnte sein, das Übelkeit und Erbrechen ein Mechanismus sind, der die Schwangere dazu bewegt, möglichst wenig gefährliche Substanzen zu sich zu nehmen und sich zu schonen, um den Fötus zu schützen.“ Eine andere plausible Erklärung sei eine heftige körperliche Reaktion auf die Hormonumstellung – gelänge diese effektiver, sei auch das Fehlgeburtsrisiko geringer.

Studie: Babys intelligenter

Es gibt noch eine zweite Studie, die ebenfalls Mut macht. Denn eine kanadische Studie zeigt, dass Kinder von Müttern, die unter morgendlicher Übelkeit litten, häufiger sehr intelligent sind.

Für diese kleine Studie aus Toronto befragten die Wissenschaftler 120 Frauen zu Beschwerden in der Schwangerschaft und untersuchten danach die drei- bis siebenjährigen Kinder der befragten Frauen. Das Ergebnis: Je heftiger die Beschwerden der Mutter waren, desto höher das Ergebnis ihres Kindes beim Intelligenztest.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Hormone, die die morgendliche Übelkeit verursachen, viele Funktionen haben – und eben auch für den Schutz des Gehirns des Fötus verantwortlich sind.

Und wenn Ihnen schon wieder flau wird, weil es ein wenig nach Essen riecht, Sie ständig das Gefühl haben, dass sich der Magen umdreht oder er dies auch tatsächlich mehrfach täglich tut, dann haben sie jetzt sogar einen vierfachen Trost:

    1. Die Übelkeit legt sich meist nach den ersten drei Schwangerschaftsmontaten
    2. Sie sind nicht allein, die meisten Schwangeren leiden unter Übelkeit
    3. Statistisch gesehen haben Frauen, die unter Schwangerschaftsübelkeit leiden, seltener Fehlgeburten
    4. Kinder von Müttern, denen in der Schwangerschaft häufig schlecht war, sind häufig sehr intelligent.

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  • Lisa Reimann

    Hallo liebe Mitschwangere ;)

    Ich war die morgendliche Übelkeit soooo.. leid.. habe mich auf die Suche nach
    Abhilfe gemacht.

    Meine Hebamme hat mir so ätherisches Öl empfohlen, was es in der Apotheke zu
    kaufen gibt.

    Ich habe mir Sea Band Mama besorgt. „Roll-On mit ätherischen Ölen“ – ich muss
    sagen ich bin ja immer ein bisschen skeptisch bei so einem „Pflanzenkram“ –
    ABER ;) ich bin überzeugt.

    Die kleine Flasche ist super handlich und riecht gut – am Morgen auf
    Handgelenke und Schläfen geben und schon starte ich besser in den Tag.

    Grüße

    • Kaja

      Ich gehöre zu den Frauen, die ganztags Übelkeit haben. 3 Schwangerschaften und eine schlimmer als die anderen:)
      6.+7. SSW war mein Blutdruck so niedrig, dass ich Hilfe bei dem Toilettenbesuch brauchte. Ab der 8.-14. Woche kein Appetit aber Hunger ohne Ende. Bei den ersten 2 Schwangerschaften bekam ich Lust auf das, was anderen aßen.
      Bei der dritten Schwangerschaft habe ich keinerlei Appetit auf jegliches essen gehabt. Ich habe stets erbrochen, trotz den Versuchen täglich was Neues auszuprobieren. Tee? Ging gar nicht. Von den Säften bekam ich Sodbrennen. Abends hatte ich viel Energie, obwohl tagsüber war ich nicht müde. Das schlimmste war mein Blick auf Kühlschrank:))) wir fanden es irgendwann mal lustig. Bei jedem aufmachen des Kühlschranks ging auch das nichts aus mich raus ;)
      Ich habe es überstanden ;)
      Das mit der Intelligenz kann ich wirklich bestätigen. Und ich kann auch sagen, meine Kinder sind extrem groß bei der Geburt gewesen. 1. 58cm, 4,498kg, Junge
      2. 54cm, 4,678kg, Junge
      3. 53cm, 4,599kg, Mädchen
      Alle waren geplant, trotzdem waren die „früher“ entwickelt und 2 Wochen vor dem Termin gekommen mit dem Vermerk, dass ich die Kinder übertragen haben sollte, was nicht stimmte.
      Kajka aus Frankfurt

  • Anne

    Rund 50- 90%? Die Angabe hätte man sich sparen können oder gleich 0- 100% schreiben können…