Tipps für Schwangerschaftsfotos

Den Bauch richtig schön in Szene setzen? Doch wie geht das? Fotografin Daniela Reske ist selbst zweifache Mutter. Schöne Bilder von Schwangeren zu machen, ist für sie eine Herzensangelegenheit. Im liliput-lounge-Interview verrät sie, was das Besondere daran ist, Schwangere zu fotografieren und die besten Tipps wie auch Foto-Laien schöne Bilder gestalten könnnen…

liliput-lounge: Sie haben selbst zwei Töchter, haben Sie sich selbst in den Schwangerschaften fotografieren lassen?
Daniela Reske: Ja! Es ist so eine besondere Zeit im Leben, dass man sie unbedingt festhalten muss. Besonders in meiner zweiten Schwangerschaft waren mir die Bilder sehr wichtig, vor allem auch, weil ich meine große Tochter mit in das Fotoshooting einbeziehen konnte. Ich wollte einfach schöne Erinnerungsbilder von uns an die Zeit, in der wir uns gemeinsam auf das neue Familienmitglied freuen.

Außerdem hat auch mein Mann sich die Bilder gewünscht, obwohl er ja sonst nicht wirklich viel mit Fotografie und Bildern am Hut hat. Das hat mich selbst ganz erstaunt.

Wie lange fotografieren Sie schon werdende Mütter?
Kurz nachdem ich selbst das erste Mal Mutter wurde, begann ich auch schwangere Frauen und Babys abzulichten.

Ist es für Frauen leichter andere Frauen zu fotografieren?
Ich denke schon, will damit jetzt aber nicht sagen, dass Männer das nicht so gut können. Ich denke eher, dass es gerade den Frauen vor der Kamera viel leichter fällt, sich zu öffnen und fotografieren zu lassen, wenn eine weibliche Person hinter der Kamera steht. Bei schwangeren Frauen eben auch insbesondere jemand, der vielleicht selbst schon Mutter ist und den ganzen Prozess schon durchlebt hat –  sich also in die Porträtierte hineinversetzen kann. Die Frauen erzählen mir auch oft, dass sie speziell nach einer weiblichen Person gesucht haben, denn für viele Frauen ist die Situation vor der Kamera eben doch recht intim.

Was ist das Besondere für Sie daran, eine Schwangere zu fotografieren?
Schwangere Frauen haben meist eine ganz besondere und positive Ausstrahlung und sind meist sehr entspannt. Außerdem macht der Körper einer Frau während der Schwangerschaft viele Veränderungen durch. Vor allem die, dass Bauch der in den wenigen Monaten zu einer großen Kugel heranwächst.

Ich denke oft, dass es großes Wunder ist, wenn ein kleines Baby in diesem Bauch heranwächst und freue mich mit jeder werdenden Mutter mit.

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Kann sich denn jede Schwangere porträtieren lassen?
Ja. Absolut!

Gerade Frauen mit einem nicht so positiven Körpergefühl scheuen die Kamera. Haben Sie für die einen Tipp?
Fast alle Frauen, die selten oder noch nie vor einer Kamera gestanden haben fühlen sich anfangs unwohl.

Das ist auch völlig normal und ich würde auch nie etwas anderes erwarten, schließlich sind die Frauen ja keine professionellen Models, die so etwas täglich machen.

Umso wichtiger finde ich es, sich ausreichend Zeit für so ein Fotoshooting zu nehmen. Mindestens 1-2 Stunden sollte man da schon einplanen, auch um sich etwas besser kennenzulernen und eine Vertrauensbasis aufzubauen. Eine lockere Atmosphäre hilft ungemein.

Meistens verbinde ich das Fotoshooting mit einem kleinen Spaziergang oder ich gehe erst zu der werdenden Mama nach Hause oder in den Garten. Es gibt so viele schöne und vertraute Orte. Vielen hilft es auch, den Freund beziehungsweise den Ehemann dabei zu haben. Ich bin persönlich beziehe den Partner gern mit in die Bilder ein. So bekommt man neben schönen Schwangerschaftsbildern auch noch gleich tolle Paarfotos. Mir ist es wichtig, dass die Frauen und Paare das Shooting auch genießen können.

Wann ist der beste Zeitpunkt dafür, den Babybauch verewigen zu lassen?
Man sollte auf jeden Fall nicht zu lange mit den Bildern warten, denn viele Frauen sind gerade in den letzten Schwangerschaftswochen von Wassereinlagerungen oder gar Dehnungsstreifen geplagt. Außerdem fühlen sie sich nicht mehr so fit und beweglich. Sicher bestätigen hier auch Ausnahmen die Regel. Ich hatte schon Frauen vor der Kamera, die in der 38. Schwangerschaftswoche noch Luftsprünge gemacht haben.

Mein Tipp ist aber immer, die Bilder ab der 28. SSW machen zu lassen. Wichtig ist, dass man sich zum Zeitpunkt des Fotoshootings wohl fühlt.

Wie teuer ist es, sich porträtieren zu lassen?
Hier gibt es wie überall recht unterschiedliche Angebote und Leistungen. Je nachdem, für welche Produkte (etwa Fachabzüge oder Digitaldaten) sich die Fotografierte entscheidet, sollte man ab ca. 300,- € für ein Fotoshooting einplanen.

Wie finde ich denn einen guten professionellen Fotografen? Worauf sollten gerade Schwangere achten?
Im Internet kann man sich heutzutage ja prima informieren und jeder Fotograf sollte sich auch mit einer aktuellen Homepage präsentieren, auf der man einen guten Eindruck seiner Arbeiten erhält. Er sollte in der Lage sein, ein großes Portfolio an Schwangerschaftsbildern verschiedener Frauen zeigen zu können, denn ein Fotograf, der z. B. tolle Fashionbilder macht, muss nicht auch unbedingt tolle Schwangerschaftsbilder machen.

Und man sollte sich natürlich genau überlegen, in welcher Stilrichtung man sich porträtieren lassen möchte. Ganz klassisch als Akt vor schwarzem Hintergrund oder eher ganz natürlich auf einer Blumenwiese? Wenn einem der Stil des Fotografen zusagt, nimmt man am besten Kontakt zu ihm auf. Ein guter Fotograf sollte in der Lage sein, die Frau schon am Telefon gut zu beraten. Wenn dann auch noch die Chemie stimmt und man einfach ein gutes Gefühl hat, sollte einem tollen und entspannten Fotoshooting nichts mehr im Wege stehen.

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Profi-Tipps von Daniela Reske: So können auch Laien schöne Bilder machen
Auch als Laie mit einer Kompaktkamera ist es möglich schöne Erinnerungsbilder zu machen. Gute Ergebnisse erzielt man, wenn man bei bestmöglichem Licht fotografiert und den eingebauten Blitz der Kamera ausschaltet, da dieser meist unschöne Reflektionen hinterlässt und sehr künstlich wirkt. Gerade jetzt zur warmen Jahreszeit lohnt es sich auch nach draußen zu gehen. ~/link/2529b472ce984892916d5af3bde59fe1.jpgVor allem im schönen Abendlicht kann man herrlich stimmungsvolle Bilder machen ohne großen technischen Aufwand.Eine tolle Idee ist auch das Wachsen des Babybauches über die Schwangerschaftsmonate hinweg zu dokumentieren. Man sucht sich hierzu einen ruhigen Hintergrund, zum Beispiel eine einfache Wand, und stellt sich und die Kamera immer wieder in derselben Position auf. Nun kann man z. B. in vierwöchigen Abständen den Bauch fotografieren. Am Ende der Schwangerschaft hält man eine schöne Fotoserie in den Händen. So etwas kann man auch leicht selbst machen.

Es muss übrigens nicht immer ein Akt sein. Erlaubt ist, was gefällt, und schöne und ausdrucksstarke Bilder können auch entstehen, wenn der Bauch verhüllt oder teilweise verhüllt ist.

Eine wichtige Rolle um den Bauch schön in Szene zu setzen spielt die Kleidung.
Hier sollte man darauf achten, dass sie figurbetont ist und den Bauch optimal hervorhebt. Ein weites T-Shirt könnte sehr unvorteilhaft wirken. Gut geeignet sind auch Tücher, die über den Bauch oder die Brust gelegt werden können. Die benutze ich bei meinen Fotoshootings sehr gerne, weil sie weiblich und dezent wirken, aber von der Person nicht ablenken.

Daniela Reske lebt in Tübingen und hat sich auf natürliche Portraitfotografie spezialisiert. Besonders gern fotografiert sie Schwangere und Babys. Mehr Informationen auf ihrer Website www.danielareske.de

Alle Bilder: © Daniela Reske

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