Thrombose

Jeder kann eine Thrombose bekommen. Sogar eine Frau wie die sportliche Heidi, mit der ich im Krankenhaus nach dem Kaiserschnitt mit dem zweiten Kind mein Zimmer teilte.

Jeder kann eine Thrombose bekommen. Sogar eine Frau wie die sportliche Heidi, mit der ich im Krankenhaus nach dem Kaiserschnitt mit dem zweiten Kind mein Zimmer teilte.
Bei Heidi hätte niemand gedacht, dass sie eine Kandidatin für eine Thrombose sein würde: Sie ist Nichtraucherin, als Polizistin extrem durchtrainiert, hat eine tolle Figur und liebt Sport. Trotzdem hat es sie erwischt – ihr Sohn musste in der 32. SSW per Kaiserschnitt geholt werden, weil Heidi durch eine Thrombose in Lebensgefahr geriet.
Was war passiert? Heidis linkes Bein war von einem Tag auf den anderen stark angeschwollen. Sie sprach beim Frauenarzt vor, der die verdutzte Schwangere direkt aus der Praxis mit dem Krankenwagen in die Klinik einliefern ließ. Dann landete sie recht schnell auf der Intensivstation und wurde vorzeitig Mutter.
Das war bitter, denn weder hatte sie das Kinderzimmer eingerichtet oder Babysachen gekauft, noch war sie darauf vorbereitet, Mutter eines Frühchens zu werden. Und auch ihr eigener Körper hatte ziemlich zu knapsen: Heidi musste sich noch Monate nach der Entbindung Heparinspritzen setzen und lebt nun mit einer irreparabel geschädigten Beinvene.
Heidi hatte Pech, man kann es nicht anders sagen. Denn das einzige, was Heidi sich hatte „zu Schulden“ kommen lassen, war, ein Baby zu erwarten. Zur Risikogruppe für eine Thrombose wird man durch folgende Faktoren:
  • Zigarettenkonsum bei gleichzeitiger Pilleneinnahme
  • Schwangerschaft
  • Bewegungsmangel, Liegen, langes Sitzen
  • Diabetes
  • Angeborene Venenschwäche (z.B. bereits vorhandene Krampfadern)
  • Gefässveränderungen (Blutbahnen)
  • Dehydration (Flüssigkeitsmangel)
  • Blutgerinnungsstörungen

 

Wie entsteht eine Thrombose?

Der Blutfluss in einer Vene der Beine, Arme (selten) oder des Beckens wird durch ein Blutgerinnsel unterbrochen. Dieser Stau führt zu Schwellungen und Schmerzen.

Wie diagnostiziert der Arzt die Thrombose?

Mit einem Doppler-Ultraschallgerät oder durch Röntgen mit Kontrastmittel, eventuell in Kombination mit einem Bluttest auf Gerinnungseiweiße. Die Haut rund um die Thrombose kann gerötet und gespannt sein, manchmal auch blau gefärbt.

Wie sieht die Behandlung aus?

Der Arzt wird versuchen, das Blutgerinnsel aufzulösen, was nur innerhalb der ersten 10 Tage nach Entstehung des Blutgerinnsels möglich ist. Dafür setzt er Heparinspritzen ein, die Patient sich selber setzen kann. Unterstützend wirkt das Tragen von Kompressionsstrümpfen bzw. Kompressionsverbände.

Was kann schlimmstenfalls passieren?

Eine ernste Komplikation wäre eine Embolie – wenn nämlich das Blutgerinnsel durch den Körper in die Lunge wandert. Eine Verlagerung des Blutgerinnsels ins Gehirn kann einen Schlaganfall zur Folge haben Dann besteht akute Lebensgefahr.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Bewegung
  • genug Trinken
  • Rauchen einstellen, insbesondere bei Pilleneinnahme
  • Normalgewicht erreichen
  • für Schwangere, die liegen müssen, kann der Frauenarzt Heparinspritzen verschreiben
  • Kompressionsstrümpfe tragen

 

 

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