Stillen in den ersten Tagen und Wochen

In den ersten Tagen nach der Geburt fließt die Milch nur tröpfchenweise, bis der Milcheinschuss nach 24-48 Stunden für eine größere Menge Muttermilch sorgt und es losgehen kann mit dem Stillen. Die erste Milch (das Kolostrum) ist dafür besonders nahrhaft und reich an Antikörpern gegen Krankheiten.

Es ist wichtig, das Baby alle 2-4 Stunden – auch nachts – anzulegen, damit die Milchproduktion in Schwung kommt. Der winzige Magen des Babys ist nur so groß wie eine Walnuss und rasch gefüllt; durch die geringe Menge an Nahrung und die gute Verwertbarkeit der Muttermilch hält die Sättigung aber nicht lange an.
Säugling nuckelt an Brust

Baby trinkt an Brust (Panthermedia Philip Lange)

Normalerweise verlieren Neugeborene in den 10-14 Tagen nach der Geburt Gewicht, das sie jedoch bald darauf wieder zulegen. Wie stark der Drang zu Trinken ist, variiert sehr: manche Babys haben sehr viel Appetit, andere müssen ans Trinken erinnert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Kind direkt nach der Geburt angelegt wurde: auch nach einem Notkaiserschnitt und zwei Tagen Flaschenfütterung kann ein Säugling noch eine sehr gute Bindung an die mütterliche Brust und viel Hunger entwickeln.
Leichte und untergewichtige Kinder haben beim Essen einen großen Aufholbedarf. Typischerweise müssen sie wesentlich häufiger angelegt werden als Kinder mit einem höheren Geburtsgewicht. In den ersten Wochen und Monaten kann es durchaus sein, dass das Baby alle 2-3 Stunden gestillt werden muss – natürlich auch nachts. In dieser für die Mutter sehr kräftezehrenden Zeit finden es viele Frauen praktisch, das Baby neben sich im Bett schlafen zu lassen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Säugling kann bei Hunger gleich trinken, ohne verzweifelt schreien zu müssen, und sowohl Mutter als auch Kind finden leichter wieder in den Schlaf.
Woran merkt man, dass das Baby Hunger hat?
Schon lange bevor das große Weinen einsetzt, fängt das Baby an, sich die Lippen zu lecken, die Arme zu strecken und die Fäuste in den Mund zu stecken oder sich nach einer Nahrungsquelle umzuschauen. Das Schreien ist erst der allerletzte Ausdruck von Verzweiflung, wenn die Zeichen vorher übersehen wurden.

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