Schwangerschaft: Das Baby dreht sich

Kopf nach unten – Po nach oben. Die meisten Babys begeben sich kurz vor der Geburt in die richtige Startposition. Wenn das Kind in der Steiß- oder Beckenendlage liegt, kann die Geburt schwer werden.

Plötzlich schien sich der ganze Bauch zu bewegen. Überall spürte ich die kleinen Fäuste und Füße. Diese riesige Turnaktion in meinem Bauch war die große Drehung. Endlich. Denn meine Tochter hatte noch in der 33. SS-Woche in der Beckendlage gelegen. Der Frauenarzt sah es gelasssen, aber in der Geburtsklinik hatte ich auf meiner Akte den Eintrag „Kaiserschnitt?“ gelesen.
 
Die meisten Kinder begeben sich kurz vor der Geburt brav in die optimale Geburtsposition, in die so genannte Schädellage. Bis zur 32. Woche ist die Wendung auch unproblematisch, danach wird es für das Kind schwieriger – es hat schlichtweg nicht mehr viel Platz für Turnübungen. Etwa drei bis vier Prozent der Kinder lässt sich zuviel Zeit oder fühlt sich mit dem Kopf nach oben oder in das mütterliche Becken gekuschelt wohler.
 
Fast immer werden diese Kinder dann mit einem Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. Selbst wenn sich die Mütter für eine vaginale Geburt entscheiden – eine Geburt aus der Beckenend- oder Steißlage ist eine schwere Risikogeburt, die oft doch noch als Kaiserschnitt endet.
 
Viele Hebammen wissen einige Tricks, mit denen der Nachwuchs doch noch dazu motiviert werden soll, sich zu drehen. Medizinisch gibt es keine relevanten Studien, ob diese Methoden helfen. Für die meisen Schwangeren spielen Zahlen aber keine Rolle. Ich war damals froh, dass mir die Hebamme ein paar Tipps gegeben hat. Und wer weiß? Vielleicht wäre meine Tochter ohne meine Beckenrutschübungen doch im Becken geblieben?
 
Hier die besten Tricks der Hebammen, damit die Wendung klappt:
 
Beckenrutsche: Zweimal am Tag ein Turnprogramm für die Mama in spe. Dazu die Ellenbogen und Unterarme auf dem Oberkörper abstützen, Brustbein und Kopf auf einem Kissen lagern. Das Gesäß muss dabei nach oben zeigen. Mit der – zugegeben nicht sehr bequemen – Übung wird es dem Kind erleichtert, dass der Po aus dem Becken rutschen kann.
 
Moxa-Behandlung: Moxibustion, oder auch Moxa-Behandlung genannt, kommt aus der traditionellen chinesischen Medizin. Dabei wird mit Hilfe einer Kräuterzigarre ein bestimmter Akkupunkturpunkt erwärmt. Mit etwa vier Sitzungen an zwei bis drei Tagen soll sich die Gebärmutter besonders entspannen. So hat das Kind mehr Bewegungsraum und kann tüchtig turnen. Wichtig: Durch die Behandlung können Wehen ausgelöst werden. Auf jeden Fall nur von einer erfahrenen Hebamme ausüben lassen.
 
Ein motivierendes Wort: Die Stimme von Mama und Papa kann das Baby anregen und motivieren. Es kann helfen, den Bauch ganz bewusst lange zu streicheln, einzuölen und mit dem Baby zu sprechen. Durch die Wärme der elterlichen Hände und den Zuspruch kann das Kind sich anspornen lassen den besonderen Purzelbaum zu schlagen.
 
Äußere Wendung: Wenn die sanften Methoden nicht wirken, wird ab der 36. SS- Woche oft eine äußere Wendung versucht. Allerdings wird sie nur von erfahrenen Ärzten in der Klinik gemacht, denn die Herztöne des Kindes müssen dabei überwacht werden.
 
Foto:© Olivier Lantzendörffer für istockphoto.com  
 
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