Sex mit Babybauch

Akrobatische Verrenkungen à la Kamasutra können Sie in der SS getrost vergessen – zumindest ab dem zweiten Drittel. Übelkeit und Müdigkeit helfen der Libido auch nicht auf die Sprünge. Was tun?

Der Wunsch nach Zärtlichkeit und Berührung kann in der Schwangerschaft noch ausgeprägter sein als sonst. Vielleicht fühlt die Schwangere sich verletzlicher, vielleicht ist sie einfach empfindsamer – auf alle Fälle ist es gerade in der Schwangerschaft ganz besonders wichtig, als Paar gut miteinander umzugehen.
In der Schwangerschaft kann sich der weibliche Körper wunderbar erotisch, üppig und weich anfühlen – oder aber auch unangenehm geschwollen und plump. Von diesem veränderten Körpergefühl wird natürlich auch die Lust beeinflusst: die der Schwangeren und die des Partners. Manche Männer finden ihre anschwellenden Frauen äußerst anziehend, andere haben mit wachsendem Bauchumfang gewisse „Berührungsängste“ beim Sex.
Sex mit Babybauch

Sex in der Schwangerschaft (© panthermedia.net Igor Stramyk)

Ist Sex okay?
Zuallererst: Der Penis des Mannes kann dem Baby nicht wehtun. Weder Geschlechtsverkehr noch Orgasmus sind schädlich für die Gebärmutter samt Kind. Das Baby ist in Gebärmutter und Fruchtwasser bestens geschützt, und weder Bewegungen beim Sex noch der Orgasmus richten Schaden an. Im Gegenteil: es heißt sogar, dass sich die Kontraktionen beim Orgasmus für das Baby wie eine sanfte Massage anfühlen.
Oraler Sex ist absolut harmlos, Analverkehr auch okay – aber man sollte nicht zwischen Anus und Vagina wechseln, um eine Verbreitung von Darmbakterien in der Vagina zu verhindern (was wiederum im schlimmsten Fall eine Frühgeburt auslösen kann). Einen Vibrator sollte die Frau nun nur noch außerhalb der Vagina benutzen und ihn nicht mehr in die Vagina einführen – man weiss nämlich nicht genau, was ein Vibrator in der Schwangerschaft bewirkt.
Es ist völlig okay, sich selbst zu befriedigen. Das kann eine sehr gute Alternative zu Sex mit einem Partner sein, wenn man keinen Partner hat oder dieser den Sex mit einer Hochschwangeren irgendwie unnatürlich findet.
Mögliche Veränderungen in der Frau
Im ersten Trimester sinkt die Libido oft rapide. Das liegt an den hormonellen Veränderungen, durch die viele Schwangere müde werden. Außerdem ist etlichen Frauen ständig übel. Meist verschwinden diese unangenehmen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft nach 3 Monaten wieder – manche Frauen leidern aber bis zum Schluss darunter.
Durch die vermehrte Durchblutung von Klitoris, Vagina, Gebärmutter und Becken haben einige Schwangere in der gesamten Schwangerschaft eine höhere Erregbarkeit. Daher rührt wahrscheinlich der unter Männern weit verbreitete Mythos, dass schwangere Frauen „unersättlich“ seien. Tatsächlich fühlen sich einige Frauen „geiler“, und es ist erwiesenermaßen leichter für sie, einen Orgasmus zu bekommen.
Falls die Vagina durch die Hormonumstellung trocken ist, können Gleitmittel oder unparfümierte Öle helfen. Besonders zu Beginn der Schwangerschaft und in der Stillzeit kann die Trockenheit ein Problem sein. Normalerweise wird der Muttermund nach dem Abstillen wieder weich und elastisch. Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur können den Spaß beim Sex steigern und das Inkontinenz-Risiko nach der Geburt und im Alter senken.
Schlaff und müde? Sex kann neuen Schwung geben!
In den beschwerlichen letzten Monaten der Schwangerschaft machen körperliche Hindernisse die Liebe schwerer durchführbar. Neben dem dicken Bauch und den empfindlichen Brüsten stört viele Frauen auch die große Trägheit, die sich in ihnen breit gemacht hat. In diesem Fall kann der Akt der Liebe nicht nur den Kreislauf, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden in Schwung bringen. Viele Frauen genießen nun ein langsames, intimes Vorspiel mit Streicheleinheiten und sanfter Massage – und hinterher sind sie voller Schwung.
Blutungen nach dem Sex
Manchmal kommt es nach dem Sex zu leichten Blutungen. Das ist nur sehr selten ein Grund zur Sorge, denn die Gebärmutter enthält in der Schwangerschaft besonders viel Blut und es kann gut sein, dass eine kleine Ader platzt. Trotzdem sollte man bei Blutungen immer den Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Schwangere bereits eine Fehlgeburt oder Frühgeburt hatte. Wenn nach dem Sex in einer späten Phase der Schwangerschaft Wehen auftreten, wird der Arzt zu einigen Tagen Enthaltsamkeit raten.
Jetzt ist Kreativität gefragt!
Der Bauch kann beim Sex ernsthaft im Weg sein, wenn die Schwangerschaft ins dritte Trimester geht. Nun ist es an der Zeit, mal ein paar andere Positionen auszuprobieren. So kann die Frau auf dem Mann sitzen oder ihn hinter sich liegen haben. Viele Paare üben nun ausgiebig die „Löffelposition“, einige nehmen Kissen zum Abstützen zur Hilfe.
Und das Baby?
Zwar kann das Baby ab etwa der 24. SSW Geräusche von außen hören, es wird ihm aber keine Angst einjagen, wenn die Eltern lustvolle Töne von sich geben. Auch den Orgasmus nimmt es als etwas Angenehmes wahr: man denkt, dass er sich wie eine sanfte Massage anfühlt. Der Bauch wird beim Orgasmus hart, was für das Kind überhaupt nicht gefährlich ist, und auch die Geburt nicht frühzeitig einleitet – außer, wenn sie sowieso kurz bevorsteht. Ein Orgasmus kann Übungswehen auslösen, die aber nach einigen Stunden wieder aufhören sollten. Falls sie nicht wieder aufhören, sollte die Schwangere unbedingt einen Arzt aufsuchen.
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