Test schützt vor Frühgeburt

Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 50 000 Babys zu früh zur Welt. Eine Studie hat jetzt gezeigt: Mit einem einfachen Selbstest kann die Zahl der Frühgeburten unter 1000 Gramm um rund 30 Prozent verringert werden.

Rund sieben Prozent aller Babys kommt in Deutschland vor der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Immer kleinere Frühgeborene können mit Hilfe einer intensivmedizinischen Betreuung überleben. Trotzdem ist ihr Weg in die Welt schwer, vor allem sehr kleine Frühchen haben lebenslange Schäden.

Doch viele Früh- und Fehlgeburten können verhindert werden. Bekannte Risikofaktoren sind Rauchen, psychische Belastung, Alkoholkonsum, ungesunde Ernährung oder unbehandelte Schwangerschaftsdiabetes.

„Man geht derzeit allerdings davon aus, dass etwa 70 Prozent aller Früh- und Fehlgeburten durch aufsteigende Genitalinfektionen der Mutter ausgelöst werden,“ so Prof. Dr. Stefan Niesert, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Elisabeth-Krankenhauses in Essen.

Normalerweise hat die Scheide einen sauren – also niedrigen- pH Wert, der von Milchsäurebakterien erhalten wird. Ist der Säurehaushalt gestört, können Keime eindringen und eine bakterielle Vaginose auslösen. „Oft wird eine solche Scheideninfektion von den Frauen gar nicht bemerkt und daher auch nicht behandelt. Die Keime können dann in die Gebärmutter aufsteigen und dort Wehen oder einen vorzeitigen Blasensprung hervorrufen,“ erklärt Prof. Niesert.

Schwangere können mit einem Selbsttest einfach und ungefährlich testen, wie es um den pH-Wert ihrer Scheidenflüssigkeit steht. Mit Hilfe eines Handschuhs, der an der Spitze mit einem kleinen Teststreifen  präpariert ist, sollten sie sich regemäßig untersuchen. Sollte der Test negativ ausfallen, können sie sofort mit Medikamenten behandelt werden.

Wissenschaftliche Studien haben die Wirksamkeit des Handschuhtests belegt: In verschiedenen Modelprojekten untersuchten sich schwangere Frauen sorgsam mit den Einmalhandschuhen zu vorgeschriebenen Intervallen zwischem dem vierten und dem siebten Schwangerschaftmonat. Mit beeindruckendem Ergebnis: Die Zahl der Frühgeburten sank um rund 30 Prozent.

Die Testhandschuhe gibt es in der Apotheke für etwa 50 Euro, ein Set reicht für eine ganze Schwangerschaft. Schon jetzt übernehmen einige Krankenkassen die Kosten – eine Anfrage lohnt sich auf jeden Fall.

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