Schwangerschaftssünden

Hand aufs Herz: halten Sie sich an alles, was Sie über Ernährung, Sport oder den Lebenswandel in der Schwangerschaft wissen? Oder gestatten Sie sich hier und da einen Ausrutscher?

Theoretisch wissen wir ja alle gut Bescheid – Steak und Eier sollten nur durchgebraten im Magen einer Schwangeren landen. Gorgonzolakäse und Parmaschinken gehören nicht auf den Speiseplan einer werdenden Mutter, und dass Sushi mit rohem Fisch 9 Monate lang vom Speiseplan gestrichen ist, versteht sich von selbst. Räucherlachs ist auch nicht ungefährlich, und fertig geschnittene abgepackte Salate können auch Krankheiten auslösen. Die Liste der Lebensmittel, die Frauen mit Babybauch meiden sollten, ist lang.
Von den Glimmstängeln zu lassen und bei Prosecco dankend abzulehnen, das mag Vielen noch leicht fallen, da der Körper diese Genussgifte durch die Hormonumstellung oft instinktiv ablehnt. Oder haben Sie doch der Lust auf eine Zigarette manchmal nachgegeben, obwohl Sie genau wussten, dass es natürlich besser wäre, die Finger vom Feuerzeug zu lassen?
Seien wir ehrlich: die superkorrekte Schwangere ohne Fehl und Tadel ist wahrscheinlich doch die Ausnahme. Selbst so kleine Sünden wie eine ganze Tafel Schokolade auf einmal oder zwei dicke Big Macs, die dem Kind nicht schaden, würde ein Arzt nicht unbedingt gut heißen…
Nehmen wir zum Beispiel die Redakteurin eines Internetportals für Schwangere und Familien. Diese mir wohl bekannte Frau, die fachlich ganz genau weiß, dass strammer Max mit flüssigem Eigelb wegen der Infektionsgefahr durch Salmonellen kein gutes Essen für Schwangere ist, verspeiste fast jeden Tag in allen ihren drei Schwangerschaften einen doppelten strammen Max mit gleich zwei Eiern. Der Heißhunger war Schuld – in “unschwanger” wäre sie nie auf die Idee gekommen, zwei Spiegeleier auf Brot mit Kochschinken und Gurken zu essen, schon gar nicht täglich!
Schwangerschaftssünden

Sünden in der Schwangerschaft (© panthermedia.net Ingeborg Knol)

Ehrlich gesagt, handelte es sich bei der Frau um mich. Und damit nicht genug, ich habe auch gelegentlich Parmaschinken verzehrt und zu besonderen Gelegenheiten wie Weihnachten, Sylvester und Geburtstagen ein Glas Wein getrunken. Nur eines, dann mochte ich nicht mehr. Und auch erst ab dem dritten Schwangerschaftsdrittel, denn vorher war mir eh zu flau im Magen, als dass ich Lust auf Alkohol gehabt hätte. Mein Rib Eye Steak war, naja, fast ganz durch – ganz durch mag ich es nicht. Und ich gestehe, in der zweiten Schwangerschaft Rohmilch getrunken zu haben, als wir 4 Wochen vor dem ET Ferien auf dem Bauernhof machten. Das war rückblickend sehr unvorsichtig.

Und genau das ist wohl die Gratwanderung: Wo hört die kleine Sünde auf und fängt sträflicher Leichtsinn an? Diese Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen. Aber je besser Sie informiert sind, desto besser können Sie abwägen.
Wo haben Sie sich selber gegenüber ein Auge zugedrückt? Erzählen Sie uns das?
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