Schwangerschaftsgelüste – woher kommt der Heißhunger?

Fast alle Schwangeren kennen diese seltsamen Gelüste. Sie brauchen Feldsalat, Erdnussbutterbrote oder Eiscreme. Und zwar sofort! Manche Frauen bevorzugen auch plötzlich sehr schräge Nahrungskombinationen…

Beinahe 85 Prozent aller Schwangeren kennen das Gefühl des plötzlichen Heißhungers. Woher er kommt? Eindeutige Erklärungen gibt es nicht. Zum einen könnte es an hormonellen Schwankungen liegen. Denn ähnlich wie der Geruchssinn ist auch der Geschmackssinn werdender Mütter anders und intensiver.

Appetit und Heißhunger während der Schwangerschaft

Seltsamer Heißhunger und Appetit sind ein weiteres Anzeichen einer Schwangerschaft (Foto: Thinkstock)

Manche Ernährungswissenschaftler vermuten, dass Schwangere mit den Gelüsten von ihrem Körper Zeichen bekommen, um Nährstoffmängel auszugleichen. Ein besonders gut ausgeprägter Schutzmechanismus? Tatsächlich könnte das den Appetit auf Feldsalat erklären. Denn er ist eines der gesündesten Gemüse. Feldsalat hat besonders viel Vitamin C, Kalzium und Eisen. Da er zu den Baldriangewächsen gehört, ist er auch noch nervenstärkend.

Enorme Lust auf Schokolade könnte durch einen Vitamin-B-Mangel ausgelöst werden. Gelüste nach Fleisch basieren darauf, dass der Körper Eiweiß oder Eisen benötigt und die Schwangere, die ganz dringend eine Nektarine essen muss, verlangt nach Beta-Carotin.

So einfach und logisch sich das anhört, viele Kritiker glauben nicht an diese Erklärung der Gelüste. Denn wenn unser Körper diese Nahrungsmittel braucht, warum haben wir dann nicht Lust auf Brokkoli, frische Früchte und Vollkornprodukte?

Strammer Max oder Salzstange mit Nutella?

Auch Stars sind vor Appetitattacken nicht gefeit: Die schwangere Angelina Jolie ließ sich Erdnuss-Bonbons nach Afrika einfliegen, Minnie Driver lechzte nach Oliven und Cate Blanchett gestand, als Schwangere Eiscreme massenhaft verspachtelt zu haben.

Tatsächlich stehen die berühmten saueren Gurken nicht so hoch auf der Hitliste. Etwa 40 Prozent aller Schwangeren gelüstet es nach Süßem. Ein Drittel möchte lieber dringend etwas Salziges, 17 Prozent wollten etwas Scharfes zu sich nehmen und nur etwa zehn Prozent sehnten sich nach Zitrusfrüchten oder anderem sauerem Essen.

Es gibt auch werdende Mütter, die Lust auf bizarre Substanzen überkommt. Wer plötzlich den Wunsch verspürt, Erde, Wäschestärke oder Kalkfarben zu sich zu nehmen, könnte tatsächlich einer Essstörung names “Pica” leiden. Bei einigen Pica-Kranken wurde ein Eisenmangel festgestellt, der als Ursache für das Verhalten gelten könnte. Lüste dieser Art sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, im Zweifel sollte ein Arzt befragt werden.

Doch dies sind die Ausnahmen. Die meisten Schwangeren erklären, dass sie plötzlich Dinge mögen, denen sie vorher kaum Beachtung geschenkt haben. Ob das der deftige Stramme Max oder ein Nutellabrot ist. Besonders merkwürdig muten auch Kombinationen an: Es gibt Schwangere, die Oliven mit Käsekuchen kombinieren, Salzstangen in Apfelmus tauchen oder Tomate und Mozarella mit Nougatcreme verfeinern. Dem Geschmack sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt…

Nur kein Frustessen

Erdbeeren im Winter, kiloweise Pfirsiche und dicke Stücke Parmesan. Darf man den Gelüsten nachgeben? Ja, denn Ernährungseskapaden in der Schwangerschaft führen zu keinem Schaden bei dem Baby. Und der Mutter tut es gut, ab und zu dem Heißhunger nachzugeben.

Wichtig ist, dass auf die Gesamtkalorien geachtet wird und die Ernährung insgesamt ausgewogen ist. Wer ständig meint, Schokolade futtern zu müssen, sollte sich allerdings Gedanken machen. Ist dies vielleicht nicht ein Zeichen von Frustessen? Und natürlich haben Schwangere auch keinen Freifahrtschein, sich völlig zu mästen. Gerade Frauen, die ständig auf ihr Gewicht achten und von Diät zu Diät leben, essen in der Schwangerschaft endlich einmal hemmungslos. Nach dem Motto “Ist ja für zwei. Du darfst.”  Hier lauern die Schwangerschafts-Pfunde, die später schwer loszuwerden sind.

Was bei dringenden Schwangerschaftsgelüsten hilft? Eine Tankstelle in der Nähe und Prävention. Auf regelmäßige Mahlzeiten achten, keinesfalls das Frühstück auslassen, viel frische Luft. Und notfalls lieber ein wenig des Nahrungsmittels essen, nach dem es einen gelüstet, als das Bedürfnis zu verschieben – dann kann es nämlich passieren, dass frau sich an anderen Dingen ersatzweise überfuttert und trotzdem unbefriedigt ist.

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