Schwanger im Herbst

Die Luft wird kühler die ersten Kastanien liegen auf dem Bürgersteig – der Herbst kommt! Wer jetzt schwanger ist, kann durch das goldene Laub rascheln, sich einkuscheln und sich verwöhnen lassen. Was in dieser Jahreszeit für werdende Mütter wichtig ist? Das verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Wenn die Tage kürzer und die Blätter bunter werden, dann ist der Herbst da – eine wunderbare Jahreszeit für Schwangere. Es ist nicht zu heiß und auch nicht zu kalt. und es macht einfach Spaß, sich so richtig schön bei Kerzenlicht einzukuscheln oder schon den Kamin anzuzünden.  Allerdings hat jede Jahreszeiten ihre Tücken. Werdende Mütter müssen im Herbst besonders auf ihre Gesundheit achten.

Goldene Lichtstrahlen tanken

Kinder freuen sich auf den Herbst, weil sie gerne Kastanien sammeln und Drachen steigen lassen. Und Erwachsene? Auch die haben Freude an schönen Spaziergängen. Wenn die letzten warmen Sonnenstrahlen die Blätter besonders bunt leuchten lassen, ist das einfach herrlich. Für Schwangere ist es besonders gut, sich an der frischen Luft zu bewegen, denn so bekommt ihr Körper reichlich Vitamin D.

Spaziergang im Herbstlicht (c) Thinkstock

Spaziergang im Herbstlicht (c) Thinkstock

Auch die Bewegung ist wichtig, denn durch Laufen wird die so genannte Waden-Muskel-Pumpe aktiviert – die unterstützt die Venen, so dass Spannungen und Schwellungen in den Beinen vermieden werden können. Das ist vor allem für Schwangere gut, die zu Wasseransammlungen neigen. Hilfreich sind bei geschwollenen Füßen und Beinen gute, bequeme Schuhe. Im Herbst kann es durch das Laub schnell rutschig werden, weswegen flache, weite Schuhe mit einem richtigen Profil wichtig sind. Wer die Anschaffungskosten scheut: Die können in den nächsten Jahren auch beim Kinderwagenschieben und auf dem Spielplatz im Einsatz sein!

Gereizte oder trockene Haut?

Wenn die Temperaturen sinken, werden auch die Heizkörper angestellt. Das kann ein bisschen problematisch werden, denn viele schwangere Frauen neigen durch die Hormonumstellung ohnehin schon zu Hautproblemen.

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Gegen die trockene Heizungsluft helfen spezielle Luftbefeuchter, nasse Tücher auf den Heizkörpern und kräftiges Stoßlüften. Für die Haut sollten sich Schwangere jetzt ein spezielles Pflegeprogramm gönnen.

Trockene und juckende Haut ist leider gerade in der zweiten Schwangerschaftshälfte häufig, auch ganz unabhängig von der Jahreszeit. Sollte sich die Haut allerdings gelblich verfärben oder ein Ausschlag auftreten, bitte sofort ärztlichen Rat einholen.

Reagiert die Haut überreizt, hilft besonders viel zu trinken und auf Seifen zu verzichten. Ph-neutrale und parfümfreie Waschlotionen und schöne beruhigende Pflegelotionen tun jetzt einfach gut. Auch frische Luft ist für die Haut erholsam, allerdings ist es beim Marsch oder Toben in der mitunter sehr kühlen Herbstbrise eine gute Idee, das Gesicht mit einer schützenden Feuchtigkeitscreme zu schützen.

Schwanger im Herbst

Beim Drachensteigen lassen an Hautschutz denken (c) Thinkstock

 

Schutz vor Erkältungen und Grippe

Eine Erkältung in der Schwangerschaft kann lästig werden. Wenn noch Fieber hinzukommt, wird die Mutter geschwächt und das tut auch dem Baby nicht gut. Leider ist es so, dass die körperlichen Veränderungen Schwangere besonders anfällig für bestimmte Erreger machen.

Schwangere sollten daher unbedingt darauf achten, dass sie ihr Immunsystem stärken. Hier helfen Bewegung an der frischen Luft, eine ausgewogene Ernährung und gute Kleidung. Also nicht zu dünn – aber auch nicht zu warm anziehen. Am besten im nasskalten Herbst im „Zwiebel-Look“, so dass immer eine Schicht ausgezogen werden kann. Gut tut auch ein Saunabesuch. Allerdings nur für Frauen, die an die Sauna gewöhnt sind. Auch Risikoschwangere oder Frauen mit leichten Wehen sollten unbedingt auf die Sauna verzichten.

Da werdende Mütter vor allem bei einer richtigen Grippe ein höheres Krankheitsrisiko haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission die saisonale Grippenimpfung für alle Frauen, die im Herbst oder Winter ein Kind erwarten.

Diese Impfung ist nicht nur ein Schutz der Mutter, sondern auch des Kindes. Neugeborene können noch nicht gegen Grippe geimpft werden. Durch die Impfung der Schwangeren gehen die Anti-Körper von der Mutter durch den Mutterkuchen an das Ungeborene weiter, und das Baby hat in den ersten Monat noch einen gewissen „Nestschutz“. Zudem können sie sich nicht bei ihrer Mutter anstecken, wenn diese geimpft ist.
Nach den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthält der saisonale Grippeimpfstoff für den jetzt kommenden Herbst und Winter auch eine Komponente des Grippevirus A (H1N1).

Herbstgenüsse

Das Immunsystem stärken kann übrigens wunderbar sein: Denn im Herbst sind die Läden voller herrlicher Köstlichkeiten, die lecker schmecken. Und gleichzeitig gesund sind. Genau das richtige für eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft!

Brombeeren haben im frühen Herbst Saison und sind voller Vitamin A und C. Auch Weintrauben und Zwetschgen sind nicht nur lecker, sondern fördern die körpereigene Abwehr. Besonders vitaminreich sind auch Nüsse und Äpfel. Frische Maroni (Esskastanien) stärken die Nerven. Und Brokkoli, Kürbis und Kartoffeln sind jetzt ganz frisch und schmecken einfach toll. Aber nicht nur das: Sie enthalten auch Kalium, Magnesium und Eisen, also Vitamine und Spurenelemente, die Schwangere brauchen.

Lust auf Gebäck?

Es gibt noch ein paar Genüsse, die im Herbst besonders schön sind. Die ersten Lebkuchen und Zimtsterne schmecken besonders gut. Beim Zimt sollten werdende Mütter allerdings zurückhaltend sein. Denn leider werden viele industriell gefertigte Backwaren mit billigem Zimt gebacken, der Cumarin enthält. Laut dem  Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist schon bei Verzehr von 20 Gramm, das sind etwa drei Zimtsterne, eine tolerierbare Aufnahme erreicht. In diesem Jahr kann das aber schon anders sein, da eine neue EU-Richtlinie die Hersteller zu neuen Rezepturen verpflichtet hat.

Gesünder sind auf jeden Fall selbstgebackene Zimtsterne, da dann der hochwertige Ceylon-Zimt verwendet werden kann. Aber so richtig zuschlagen dürfen Schwangere auch da nicht: Da Zimt Wehen auslösen kann, sollte eine handvoll Kekse reichen. Viele Zimtsternrezepte enthalten übrigens rohe Eier, für Schwangere ist es daher wichtig, dass Backtemperatur der Kekse im Ofen über 100° Grad liegt.

Es gibt ansonsten auch noch andere köstliche Gewürze, die ganz ohne Bedenken geschlemmt werden dürfen. Wie wäre es jetzt im Herbst mit einer schönen Tasse Tee oder einer warmen Schokolade? Mit einem Hauch Vanille? Die stärkt die Abwehrkraft und hebt die Stimmung. Hmm…

Die Kuschelsaison beginnt (c) Thinkstock

Die Kuschelsaison beginnt (c) Thinkstock

Einkuscheln und Wellness

Zum Schluss noch ein deutlicher Nachteil des Herbstes. Das Wetter wird kühler und dunkler. Und manchmal reichlich regenerisch. Schwangere fühlen sich daher häufig müde und schlapp. Aber das liegt nicht nur am Klima. Werdende Mütter sollten wirklich zehn Stunden schlafen – das tun die wenigsten. Da trifft es sich gut mit dem schlechten Wetter, das lädt zum Kuscheln und dösen ein.

Denn jetzt ist Ausruhen ohne schlechtes Gewissen erlaubt. Und sich einkuscheln und vom Liebsten verwöhnen lassen. Wie wäre es beispielsweise mit einer gemeinsamen „Mini-Wellness-Kur“ in der eigenen Badewanne? Dazu noch ein paar Kerzen, nach dem Bad eine schöne Massage und ab ins Bett. Zum Kuscheln. Und Kakao mit Vanille trinken. Eine Schwangerschaft im Herbst kann herrlich sein.

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Antwort auf

  1. Katharina 30. September 2012 an 21:59 #

    Ein schöner Artikel. Macht große Lust auf den Herbst, das Einkuscheln und Heiße-Schokolade-Trinken. =)

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