Schnupfen bei Säuglingen

Die verstopfte Nase macht dem Baby vor allem deshalb zu schaffen, weil das Baby Mühe beim Trinken haben kann oder es nachts häufiger aufwacht.

Ursachen für Schnupfen
Die trockene Luft in überheizten Räumen setzt die Abwehrkräfte der Nasenschleimhaut herab. Die Nasenschleimhaut muss feucht sein, damit sie ihre Aufgaben, besonders die der Fremdkörperabwehr, wahrnehmen kann. Die Innenwand der Nase wird von einer Schleimhaut überzogen, an deren Oberfläche Flimmerhärchen sitzen, die sich rhythmisch in Richtung Nasenloch bewegen. Wird Luft eingeatmet, so filtern die Flimmerhärchen gröbere Staub- und Dreckpartikel, aber auch Viren und Bakterien aus dem Atemstrom heraus und befördern sie durch die gegenläufige Flimmerrichtung in Richtung Außenwelt.
Die Schleimhaut des Atemwegtraktes ist also die erste Barriere bei der Bekämpfung von eindringenden Bakterien und Viren. Durch die Arbeit der Flimmerhärchen und die ständige Flüssigkeitsausscheidung wird die Atemluft außerdem gereinigt, angefeuchtet und erwärmt. Ist dieser Reinigungsmechanismus gestört, bleiben die Schnupfenviren an der Schleimhaut haften und fangen an, sich zu vermehren. Besonders leicht siedeln sich die Viren auf einer vorgeschädigten Nasenschleimhaut an, wie das z.B. bei trockener Raumluft oder bei Unterkühlung der Fall sein kann
Schnupfen bei Babies

Schnupfen bei Säuglingen und Kleinkindern (© panthermedia.net, Hannes Eichinger)

Neben trockener Heizungsluft beeinträchtigen auch Zigarettenrauch, schlechte Luftqualität, z.B. Schadstoffe wie Formaldehyd, Schwefeloxid und Stickoxide, sowie eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme die Schleimhautfunktion.

Gegen die trockene Luft in beheizten Räumen hilft eine einfache Maßnahme: Hängen Sie nasse Handtücher über den Heizkörper oder verwenden Sie einen Luftbefeuchter. Regelmäßiges Lüften erhöht nicht nur den Sauerstoffgehalt, sondern auch die Luftfeuchtigkeit im Raum.
Gut geeignet, um die trockene Naseschleimhaut anzufeuchten, sind Nasentropfen auf der Basis von physiologischer Kochsalzlösung oder verdünntem Meerwasser.
Was passiert bei einem Schnupfen?
Es gibt über 200 verschiedene Schnupfenviren, die durch Tröpfcheninfektion (Niesen oder Sprechen einer erkrankten Person) übertragen werden können. In der Regel klingt der Schnupfen nach einigen Tagen von alleine wieder ab. Im ungünstigen Fall jedoch können sich die Viren von der Nasenschleimhaut auf Rachen oder Bronchialschleimhaut ausbreiten. Außerdem können sich auf der durch Viren geschwächten Schleimhaut und durch den schlechteren Sekretabfluss leicht Bakterien ansiedeln.
Manchmal wird bei den größeren Kindern aus einem Schnupfen eine Nebenhöhlenent-
zündung (Sinusitis) mit Druckgefühl oder Schmerzen in den Kieferhöhlen. Es kann auch zu einer Mittelohrentzündung kommen. Neben der Virusinfektion gibt es auch noch andere Ursachen für eine verstopfte oder laufende Nase; vor allem bei größeren Kindern Heuschnupfen oder auch ein sogenannter trockener Arzneimittelschnupfen durch dauernde, regelmäßige Anwendung von Nasentropfen.
Unter Umständen kann es aber auch zu Komplikationen kommen: Ein viraler Infekt der Nasenschleimhaut kann sich ausbreiteten und Erkrankungen vor allem der oberen und unteren Atemwege nach sich zieht. Es kann zu Entzündungen des Mittelohrs und der Bronchien kommen.
Das Freihalten der Nasenatmung bei Infekten des oberen wie auch unteren Atemwegtraktes ist eines der wichtigsten Prinzipien jeder Behandlung.
Schnupfentherapie bei Babys und Kleinkindern
Säuglinge atmen normalerweise nur durch die Nase. Erst allmählich entwickelt sich die Fähigkeit, auch durch den Mund zu atmen. Wenn es durch einen Schnupfen zu einem geringfügigen Anschwellen der Nasenschleimhäute kommt, wird aufgrund der anatomischen Besonderheiten (enge Nasengänge) bei Säuglingen und Kleinkindern die Nasenatmung erheblich behindert.
Was Sie tun können:
  • Die Kinder viel trinken lassen, um den Schleim zu verflüssigen.
  • Die Raumluft anfeuchten, damit die Schleimhäute nicht austrocknen.
  • Säuglingen helfen Nasentropfen aus physiologischer Kochsalzlösung.
  • Man kann einige Tropfen Muttermilch in die Nase tropfen, da in der Muttermilch eine hohe Konzentration von Antikörpern enthalten ist.
  • Man kann die Körperabwehr durch Hömöopathica (z.B. Sambucus) unterstützen.
  • Bei stark verstopfter Nase sollte man abschwellende Nasentropfen verabreichen, denn Säuglinge bekommen bei schlechter Nasenatmung Schwierigkeiten mit dem Trinken.
  • Gute Erfolge sind schon durch die regelmäßige Entfernung des Schleims aus der Nase zu erreichen: Nasenspülungen mit Salzwasser (physiologische Kochsalzlösung) gelten als ein gutes Mittel, um Säuglingsnasen von Schleim und Krankheitserregern zu befreien. Verwenden Sie nach der Gabe der Kochsalztropfen eine Pipette, um das Sekret aus der Nase zu entfernen. Vor allem wird die Funktion der Flimmerhärchen auf der Nasenschleimhaut, die für den Abtransport des Nasenschleims samt Schadstoffen und Krankheitserregern sorgen, durch die isotone Kochsalzlösung, bzw. durch entsprechend verdünntes Meereswasser wiederhergestellt.
  • Hingegen sei vor ätherischen Ölen (insbesondere Menthol oder Kampfer) zu warnen; bei Anwendung im frühen Kindesalter könnten Reizungen der Atemwege nicht ausgeschlossen werden.
  • Gefäßverengende Nasentropfen oder Nasensprays bewirken ein rasches Abschwellen der Nasenschleimhaut. Es gibt sie in schwächeren Dosierungen auch schon für Säuglinge und Kleinkinder. Sie dürfen jedoch nur sparsam und nicht länger als eine Woche angewendet werden. Bei langfristigem Gebrauch kann es zu einem arzneimittelbedingten Anschwellen der Nasenschleimhaut kommen, was wiederum zum weiteren Gebrauch der Tropfen verleitet.
  • Als Alternative gibt es auch homöopathische Nasentropfen (mit Euphorbium).
  • Bei allergischem Schnupfen helfen vorbeugend Nasentropfen mit z.B. Cromoglicinsäure.
  • Man kann auch eine Heilsalbe zur Pflege des äußeren Nasenbereichs auftragen, wenn dieser entzündet ist.
Wann Sie zum Arzt müssen:
Wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder andere Beschwerden (wie z.B. Ohrenschmerzen oder Fieber) hinzukommen.

© www.kinderarzt.at by Dr. Peter VoitlDr. Peter Voitl

 

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