Abschied vom Schnuller

So sehr Schnuller auch geliebt werden – irgendwann ist die Zeit des Abschieds gekommen. Wie kann man den am besten gestalten? Wie wäre es mit einem Besuch bei einem Schnullerbaum? Vielleicht möchte Ihr Kind auch Schnullerpate werden und damit anderen Kindern helfen.

Paula liebt ihren Schnulli. Sicher, in den Kindergarten nimmt die dreijährige ihren Nuckel nicht mehr mit, aber ein Einschlafen ohne ihn kann sie sich nicht vorstellen. Ihre Eltern sind ratlos. Sie fürchten sich vor einem ungleichem Machtkampf und abendliche Tränen.
Etwa 60 bis 80 Prozent aller Kinder bekommen einen Schnuller angeboten. Und viele Kinder lieben es, an ihm zu nuckeln – kein Wunder, denn das Saugbedürfnis bei Kindern ist angeboren und mit dem Nuckeln werden beruhigende Hormone ausgeschüttet, die Kiefermuskulatur trainiert und die Bewegungsabläufe der Zunge als Vorbereitung auf die Sprachbildung geschult.
Wenn die Kinder zwei Jahre alt sind, sollte mit der Schnullerentwöhnung begonnen werden, so Experten. Denn durch den Schnuller im Mund kann die Sprachentwicklung des Kindes stark beeinträchtigt werden. Bis zum dritten Lebensjahr das Wachstum des kindlichen Kiefers noch nicht abgeschlossen, daher können eventuelle Schäden noch ausgleichen werden- danach nicht mehr.
Radikaler Entzug, Bestreichen des Schnuller mit ekeligem Senf oder ähnliche Brachialmethoden sind nicht zu empfehlen. Viele Eltern beschwören die Schnullerfee (eine Kollegin der Zahnfee, sie hinterlässt für den Schnuller ein kleines Geschenk) oder verschenken schöne Bücher zum Thema “Schnullerfrei“. Eine originelle schöne Idee kommt aus Dänemark: In Schnullerbäumen können die Kinder ihre Nuckel aufhängen und Abschied nehmen. Mittlerweile gibt es solche Bäume in vielen Städten wie BerlinMünster oder im Tierpark Olderdissen.
Ein ganz besonderer Schnullerbaum wurde gerade in Bremen, auf dem Gelände des St.Joseph-Krankenhauses eingeweiht. Behängt mit tausenden Schnullern ist der Baum das Symbol des bundesweiten Kinderhilfsprojekts „NUK Schnuller-Paten“ zugunsten der Stiftung Lesen.
Jetzt startet das Schnullerprojekt wieder – noch bis zum 15. August läuft die Anmeldung für die Aktion. Alle Paten, die sich zugunsten von kranken Kindern von ihrem Schnuller verabschiedet haben, bekommen am Ende der eine richtige Urkunde als Dankeschön und Anerkennung für Entschlossenheit und die große Hilfsbereitschaft.
Jeder abgegebene Schnuller wird in bares Geld umgerechnet und der Stiftung Lesen gespendet. Um Kindern im Krankenhaus den Aufenthalt leichter zu gestalten, werden von den Spenden Geschichten-Erzähler ausgebildet. Für die Paten ist es ein tolles Gefühl, dass sie mit ihrem Schnuller soviel Gutes tun können – und gemeinsam mit anderen fällt der Abschied sicher leichter.

Der Schnullerbaum in Bremen – mit einer NUK-Schnullerpaten-Spenderbox.

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  • Rosakatzenauge

    Also unsere Kinderärztin hat uns eben dieses Radikale Entwöhnung empfohlen. Sie sagt, mit zwei wird der Schnuller nicht mehr gebraucht, sondern ist reine Gewohnheit. Und mit aufwändigen Ritualen (Schnullerfee, Schnullerbaum, etc.) machen die Eltern den Schnuller zu etwas wichtigerem als er tatsächlich ist und geben dem Kind das Gefühl es würde es etwas ganz wichtiges verlieren. Finden wir recht plausibel! Wir haben jetzt das Bett Ritual ein bisschen verändert, er hat ein neues Buch bekommen und nach dem Bilderbuch angucken auf dem Sessel, leg’ ich ihn ins Bett und les’ ihm noch eine Geschichte aus dem neuen Buch vor. Damit er beim Einschlafen den Schnuller nicht so schlimm vermisst.