Schlaf in der Schwangerschaft

Richtig gut schlafen – das ist in der Schwangerschaft oft gar nicht so einfach. Hat man endlich eine angenehme Schlafposition gefunden, hüpft das Baby auf und ab. Was tun? Hier die häufigsten Schlafprobleme und Tipps, damit Sie endlich Ruhe finden…

Müde. Unendlich müde. Wenn ich an die ersten Schangerschaftmonate denke, fällt mir ein, dass ich mich eigentlich immer unter meine Bettdecke gesehnt habe. Die Frühlingsmüdigkeit tat ihr übriges. Blöd nur, dass mir gleichzeitig immer so übel war, dass ich mich doch eher im Bad als im Schlafzimmer aufhielt.

Gerade am Anfang der Schwangerschaft fühlen sich fast alle werdenden Mütter sehr müde. Kein Wunder, der Körper leistet ja auch einen unglaublichen Kraftakt. Und fordert entsprechende Ruhephasen. Und die sollte man sich nach Möglichkeit auch gönnen, denn guter Schlaf lädt den Energieakku wieder auf.

Schlaf in der Schwangerschaft

Schlafschwierigkeiten in der Schwangerschaft (© panthermedia.net walter zerla)

Hört sich einfach an, ist es aber leider nicht. Insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft kann Schlaf zu einer wahren Herausforderung werden. Schlafmangel ist schlimm. Wer sich übermüdet durch den Tag schleppt, kann sich wenig  konzentrieren und hat dünne Nerven. Die meisten werdenden Mütter stehen ja im Berufsleben oder kümmern sich schon um Kinder. Da ist ein kleines Nickerchen tagsüber schlichtweg nicht drin. Um so wichtiger ist es, Nachts gut zu schlummern.

Von der Suche nach DER Schlafposition

Endlich. Das Schlafzimmer ist noch mal kurz gelüftet wurden, Sie kuscheln sich in das frischbezogene Bett und schon geht die Reise ins Traumland los? Wenn es nur so wäre. Ich hatte erst einmal Schwierigkeiten Nachtwäsche zu finden, in der ich gut schlafen konnte. Bis mir dann eine Freundin riet, doch einfach schon ein Stillnachthemd zu kaufen. Da alle meine Schlafanzüge gar nicht mehr passten und ich nur ein Nachthemd hatte, eine weise Idee. Denn das Stillnachthemd konnte ich langfristig gut gebrauchen. Jedes Nachthemd, dass vorne Knöpfe hat, geht da gut.

Das richtige Schlafposition zu finden ist in der Schwangerschaft eine wahre Herausforderung. Irgendwie ist der Bauch immer im Weg. Bauchschläfer müssen sich besonders umstellen. Seitenschläfer können sich mit Kissen ein Nest basteln. Und Rückenschläfer werden ebenfalls feststellen, dass das Gewicht des Babys drücken kann. Besonders gemein: Hat man endlich eine angenehme Schlafhaltung gefunden, tanzt der Nachwuchs im Bauch Samba. Sich mal eben im Schlaf umdrehen wird auch schwierig.

Mit ein bisschen Vorbereitung und vielen Kissen, kann man es sich trotzdem recht gemütlich machen. Denn es ist wichtig, den Körper zu entlasten. Sie haben hoffentlich eine gute Matratze? Wenn nicht, bitte dringend eine kaufen, denn die Suche nach gutem Schlaf wird Sie noch ein paar Jahre begleiten.

Hilfreich: Ein festes Kissen im Rücken für die Seitenlage um die Hüfte zu entlasten. Auch ein Kissen unter den Waden kann wunderbar entlasten. Sehr praktisch kann auch jetzt schon ein Stillkisssen sein, wenn es schön fest ist, stützt es den Rücken optimal.

Werdende Mütter die nachts leicht Herzrasen haben, sollten sich eventuell einen Schaumstoffkeil zulegen. Denn in einer etwas aufrechteren Position wird die Durchblutung besser angeregt. Notfalls tut es auch ein Kissenstapel, der rutscht aber nachts schnell weg. Ansonsten sollten Sie bei scharfgewürztes Essen vermeiden und möglichst über den Tag verteilt kleine Mahlzeiten essen.

 

Wenn die Gedanken rasen

Toll, endlich eine angenehme Schlafposition gefunden. Herrlich einkuscheln. Und dann? Dann fangen die Gedanken an zu kreisen. Denn der Kopf ist ja bekanntlich rund… Haben Sie auch schon an den Termin bei der Hebamme gedacht? Und ob das auch wirklich gut geht mit der Eltenzeitregelung? Und ist gelb wirklich die richtige Farbe für Krümels Zimmer? Hat ihr Mann eben so eine blöde Bemerkung gemacht, die Ihnen nicht aus dem Kopf geht?

Eine Schwangerschaft ist wahnsinnig aufregend. So vieles fühlt sich plötzlich neu und anderes an, vieles ist zu bedenken und natürlich gibt es auch oft konkrete Sorgen. Dank der Schwangerschaftshormone sind werdende Mütter aber meist besonders emotional und übersensibel. Tränenausbrücke inklusive.

Umso stressiger der Alltag, umso mehr wird jede Ruhezeit genutzt. Eben auch für das Gedankenkarusell. Was hier helfen kann? Abends ganz bewusst Zeit zum Denken nehmen. Vielleicht aufschreiben, was gerade bewegt. Und möglichst nicht direkt vor dem Schlafen. Vermeiden Sie nervige Diskussionen, Computer und Fernseher vor dem Einschlafen. Sport ist gut. Aber am Tag, nicht am Abend, denn dann kann sich der Kreislauf oft schlecht runterfahren.

Ein Glas mit Honigmilch, ein Bad mit Lavendelöl, noch einmal Lüften und ein nicht allzu spannendes Buch können wunderbare Einschlafhilfen sein. Oder vielleicht eine Rückenmassage?

 

Das Klo-Problem

 

Als Schwangere entwicklen Sie ein ganz besonders inniges Verhältnis zu ihrem neuen Freund, der Kloschüssel. Am Anfang der Schwangerschaft sieht man sie ständig. Nach einer gewissen Auszeit treffen Sie sich dann wieder sehr häufig, allerdings in sitzender Haltung. Das ist Nachts besonders nervig.

Umso grösser das Baby wird, desto mehr drückt es auf die Blase. Zusätzlich beschließt der mütterliche Körper möglichst schnell Extrabalast wie nicht benötigte Flüssigkeit loswerden zu wollen. Ergebnis: Sie müssen. Und das schnell. Und oft. Tagsüber schon nervig genug, man hat bald das Gefühl alle öffentlichen WCs der Stadt zu kennen.

Viel Trinken ist in der Schangerschaft besonders wichtig, daher auf keine Fall daran denken, wenig Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um Nachts nicht immer aufstehen zu müssen. Allerdings können Sie versuchen, möglichst viel vormittags und nachmittags zu trinken und abends nur wenig. Vor dem Schlafen gehen sollten Sie noch einmal zur Toilette gehen und sich dann eine halbe Stunde ins Bett legen. Dort lesen oder mit dem Liebsten sich unterhalten. Ihre Gebärmutter wird wieder auf die Blase drücken und Sie können sie noch einmal vor dem Einschlafen entleeren. So kommen Sie auf möglichst wenig nächtliche Klo-Ausflüge.

 

Babyturnen

 

Wenn es nicht die ungewohnte Schlafposition, die schmerzenden Knochen oder die volle Blase ist, die Sie nachts wecken, dann vielleicht der liebe Nachwuchs? Während man das Baby tagsüber oft kaum spürt, macht es nachts eifrig Turnübungen, tritt gegen die Bauchdecke oder hat einen Schluckauf.

Die Bewegungen der Mutter beruhigen das Kind, es schaukelt gemütlich und schläft. Und wenn Sie nun im Bett ruhig liegen, wird das Baby richtig aktiv.

Was man gegen diese Samba-Session tun kann? Leider wenig. Vermeiden Sie allzu viel Zucker und auf jeden Fall Koffein, denn das Ungeborene nimmt das auch zu sich. Versuchen Sie tagsüber ruhige Positionen zu finden und die Beine ab und zu hochzulegen. Das tut Ihnen gut und auch dem Baby. Denn wenn es dann ordentlich wach ist, können Sie sich über seine Aktivität auch richtig freuen.

Ansonsten: Tritte statt Schäfchen zählen. Oder eine Spieluhr auf den Bauch legen, so kennt das Baby schon die Meldodie und wird sie auch als Neugeborenes als Zeichen für das Schlafengehen erkennen. Vielleicht nutzen sie die Zeit auch dazu den Bauch konzentriert zu streicheln und mit dem Baby zu sprechen? Möglicherweise lässt es sich dann beruhigen. In den letzen Schwangerschaftwochen hören die Tanzeinlagen auf jeden Fall wieder auf. Das Baby hat dafür nicht mehr genug Platz

Wenn Sie Schlafprobleme haben, lassen Sie sich vor allem von guten Ratschlägen oder blöden Sprüchen (“Hah  – warte nur bis das Kind da ist, dann wirst du Schlafmangel erst kennenlernen”) nicht ärgern. Gehen Sie viel an der frischen Luft spazieren, essen Sie über den Tag verteilt und versuchen Sie tagsüber Ruheinseln zu finden. Und versuchen Sie positiv zu denken. Denn irgendwann in ferner Zukunft werden Sie wieder eine ganze Nacht lang durchschlafen können. Versprochen.

 

 

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  • http://www.liliput-lounge.de/themen/schlaf-in-der-schwangerschaft/ Samu

    Meine Frau hat kürzlich sehr darunter gelitten, dass sie einfach nicht schlafen konnte und wenn doch, dann nur von kurzer Dauer und sehr schlecht. Die Hypnose CD von Dieter Eisfeld habe ich ihr einfach so einmal geschenkt, um sich einfach mal zurückzulegen und irgendwie hat geklappt, sie ist direkt eingeschlafen und am nächsten Tag sah sie mich an und sagte sie habe zum ersten mal seit langem wunderbar geschlafen.