Plazenta praevia

Bei einer von 200 Geburten liegt der Mutterkuchen nicht richtig. Dies kann zu ernsthaften Komplikationen führen. Aber wenn die Komplikation “Plazenta praevia” rechtzeitig erkannt wird, stehen die Chancen für Mutter und Kind gut…

Es gibt Schwangerschaftskomplikationen, von den man immer hört. Eine der am meist gefürchtesten ist eine Fehllage des Mutterkuchens. Wenn dieser sich tief im unteren Bereich der Gebärmutter liegt, so nennen das Fachleute “Plazenta praevia”.

Was sind die Gefahren dieser Fehlbildung?
Eine Plazenta praevia kommt etwa bei einer von 200 Geburten vor. Das Wiederholungsrisiko bei einer weiteren Schwangerschaft beträgt aber schon vier bis acht Prozent.

Unerkannt kann eine Plazenta praevia sehr gefährlich sein. Folgende Risiken bestehen:

  • Plazentaablösung – damit verbunden extremer Blutverlust (Lebensgefahr)
  • Unkontrollierte Blutungen (Haemorrhagie)
  • Schock durch Blutverlust
  • Sauerstoffmangel beim Kind
  • Unterversorgung des Kindes
  • Frühwehen, damit verbunden Frühgeburt
  • Vaginalgeburt nicht möglich, wenn Muttermund vollständig bedeckt
  • Notkaiserschnitt
Fehllage des Mutterkuchens

Schwangerschaftskomplikation: Plazenta praevia (© panthermedia.net nyul)

Wie wird eine Plazenta praevia erkannt?
Das häufigste Zeichen sind schmerzlose, hellrote wiederkehrende Blutungen. Der Bauch ist weich und nicht druckempfindlich. Hier sollte immer sofort der Gynäkologe aufgesucht werden. Häufig wird die Fehllage der Plazenta aber bei einer routinemäßigen Ultraschall-Untersuchung entdeckt.

Generell wird zwischen vier verschiedenen Formen der Plazenta pravia differenziert:

  • Die Plazenta liegt im unteren Bereich der Gebärmutter, aber nicht vor dem Muttermund – eine vaginale Geburt ist möglich.
  • Der untere Rand der Plazenta berührt den Muttermund, ohne ihn komplett zu verdecken. Auch hier kann das Baby vaginal zur Welt kommen – abhänging vom Gesundheitszustand von Mutter und Kind.
  • Die Plazenta verdeckt den Muttermund teilweise. Das Kind muss per Kaiserschnitt geboren werden.
  • Der Muttermund wird vollständig von der Plazenta verschlossen. Hier muss unbedingt ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, Wehen könnten schwere Blutungen auslösen.

Tatsächlich liegen meist die beiden ersten Varianten vor. Bis zur 24. Schwangerschaftwoche kann die Plazenta oft auch noch ihre Lage wechseln. Auch wenn auf den ersten Ultraschall-Untersuchungen der Mutterkuchen in der Nähe des Muttermundes liegt ist das kein Anlass zur Sorge. Weitet sich die Gebärmutter, wird in den meisten Fällen die Plazenta vom Muttermund weggezogen. Auch eine tief liegende Plazenta muss nicht zwangsläufig zu Problem führen, oft ist eine vaginale Entbindung möglich.

Bei der Routineuntersuchung in der 30. Schwangerschaftswoche überprüfen die Frauenärzte immer die Lage des Mutterkuchens. Sollte tatsächlich eine Plazenta praevia vorliegen, können entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung variert. Die genaue Lage der Plazenta und der allgemeine Gesundheitszustand von Mutter und Kind sind entscheidend. Aber auch wenn es beiden gut geht und keine Blutungen vorliegen, soll die Mutter Stress und körperliche Anstrengung vermeiden. Hierzu gehören vor allem Aktivitäten, die die Wehentätigkeiten anregen können (insbesondere Geschlechtsverkehr sollte vermieden werden). Sehr oft wird Bettruhe verschrieben.

Wenn der allgemeine Gesundheitszustand von Mutter und/oder Kind schlecht ist, wird die Schwangere sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Insbesondere bei Blutverlust wird die Schwangerschaft meist bis zur Geburt stationär überwacht.

Nach Möglichkeit soll das Baby bis zur vollen 36. Schwangerschaftswoche ausgetragen werden. Verliert die Mutter zuviel Blut, droht eine Mangelversorgung über die Plazenta. Bei der geplanten Kaiserschnittgeburt ist daher oft eine enge Überwachung des Neugeborenen nötig.

In Deutschland kann diese Fehlbildung wirklich sehr gut behandelt werden. In Ländern mit schlechter medizinischer Betreuung ist dies aber auch heute noch oft ein Todesurteil für Mutter und Kind.

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